Lenovo Yoga 530

Um den Plastoliten zu unterstützen gibt es jetzt einen Backup-Rechner. Es handelt sich um ein Lenovo Yoga 530, welches allerdings bei http://www.notebooksbilliger.de/ vor Ort „auf dem Wühltisch“ deutlich weniger gekostet hat, als dies die aktuellen Netzpreise vermuten lassen. Ich kann nur annehmen, dass es ein Notebook mit gleicher Bezeichnung aber unterschiedlichen Austattungsmerkmalen (Prozessor, Ram und Festplatte) gibt. Aber wer was das in der heutigen Zeit schon so genau. Auffällig war an dem Notebook, dass die dargebotene Reklame ein HP auswies, die Artikelnummer das besagte Yoga, was direkt vor mir stand.

Das Erdwesen ist jedenfalls wirklich erstaunt über die phantastische Bildschirmqualität, die saumäßig gute Tastatur mit dem beim Tippen nicht sörenden Touchpad. Das Touchpad des Lenovo Ideapad (des Plastoliten) bereitet dem Erdwesen hingegen bis zum heutigen Tag Probleme und lässt immer wieder ganze Passagen von Texten verschwinden. – Okay, vom Prinzip her ist das hier ein > 2000 Euro Rechner, wahrscheinlich aus 2017 und somit ist das alles nicht wirklich verwunderlich.

Der Prozessor ist mir ein Rätsel. Linux weist ihn als 4-Kern Pentium aus. Ein Aufkleber erklärt schlicht: Pentium Gold. Das RAM beschränkt sich laut Linux auf 3,6 GB und die „Festplatte“ ist mit knapp 125 GByte überschaubar. Es geht doch nichts darüber, wenn man die Dinge gleich mit Tippen auf den Bildschirm an die richtige Stelle verpflanzen kann. Außerdem entspannt man dabei gleich die Finger und die Hände, die man wechselseitig nutzen kann. Das entlastet den Mausarm einfach enorm, aber bis zu meinem Arbeitgeber ist das ja noch nicht vorgedrungen. – Das werden schon rechte Klapperkisten werden, die da demnächst auf uns zukommen und die Klapperkisten sind dermaßen leicht, dass bestimmt der eine oder andere versehentlich zusammen mit einem alten Aktenordner auf dem Boden landet.

Nun denn. Es soll mir egal sein. Auch ein Pentium 90 mit Rechenfehler war einst Bestandteil des erdwesenschen Haushalts und auf dem lief Win95!

Kubuntu ist nun in der LTS Version 18.04.3 installiert, wobei das Herunterladen und das Vorberieten des USB-Sticks mit dem USB Creator noch am längsten gedauert hat. Schön zu sehen, dass Amazon die neue Installation irgendwie in den falschen Hals bekommt und einem die amerikanische Seite mit amerikanischen Produkten anbietet, um dort einzukaufen.

Tatsache ist, dass der Plastolit irgendwelche Update-Probleme mit der LTS Version 18.04.2 hat. Mal schauen, wie das Yoga damit klar kommt. Noch sind keine Daten auf dem Rechner. Von daher ist das Betriebssystem variabel. Nur Windows 10 wird es nicht mehr :-) Wäre ja noch schöner, wenn ich mich jeden Tag von Cortana vollquatschen lassen muss. Cortana, Alexa, Siri. Es nimmt einfach kein Ende. Und alle Nervensägen sind weiblich, dabei hatte es mit der springenden Büroklammer doch noch recht simpel und geschlechtsneutral angefangen. Nun ja, wenn sie als Sprachassistenten vielleicht mal die Stimme von Jürgen Klopp klonen, könnte Frau sich eventuell damit doch noch arrangieren.

Eine Sache, die an der Tastatur dann doch für ca. 5 Minuten gewöhnungsbedürftig ist, ist die geteilte Pfeil nach oben / Pfeil nach unten Taste. Die einzelnen Tasten sind recht groß, dafür sind die auf der rechten Seite ein wenig „ineinander verkeilt“. Da ist dann aber wohl nur eine minimale Anpassung im Händling notwendig. Merkwürdigerweise brauche ich nur kurz die Finger auf die Tastatur zu legen und dann ist alles klar. Die dadurch verkürzte Enter-Taster dürfte eigentlich auf Dauer kein Problem darstellen.

Nun denn. Mal schauen, welche Aufgaben das bewegliche Yoga demnächst zu erledigen hat. Ich fürchte es fristet sein Dasein als Nobel-Tablet :-)

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Händihülle Nr. 1

Einem recht verunglückten Exemplar von Einwandtopflappen und dem Verlieren der erdwesenschen 10 Jahre alten Händihülle ist dieses Exemplar zu verdanken. Wie soll das Händi weitere 10 Jahre halten, wenn es in einem Zip-Beutel sein Leben fristet?

War das Händi bisher vor Entwendung durch die Pekigkeit der ehedem weißen Hülle geschützt, so sind es nun die schrillen Farben, die jeden Händilanger in die Flucht treiben. Die Farben dieser Hülle gegen vermutlich darauf zurück, dass das Erdwesen häkelte während sie „Undercover“ schaute, die Limburger Drogen-Serie.

Wann ist ein Händi eigentlich so alt, dass es wieder wertvoll wird?

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Veronique Poulain: Worte, die man mir nicht sagt (2014, 151 Seiten)

Veronique Poulain: Worte, die man mir nicht sagt – Mein Leben mit gehörlosen Eltern (2014, 151 Seiten)

Dieses zwar nicht hochgradig ausformulierte aber dafür inhaltlich um so interessantere Buch wurde von einer Französin (geb. 1965 in Paris) geschrieben, die darin in einer Art Stichpunkt-Kapiteln das Aufwachsen mit ihren tauben Eltern beschreibt. Auch ihre Cousine und ihr Cousin wachsen mit tauben Eltern auf. Ohne übertriebene Rücksicht beschreibt sie Ihre Erfahrungen und wie sie als Kinder die taube Verwandtschafts austricksten, um sich den ein oder anderen Spaß zu gönnen oder entsprechendes „temporäres Leid“ zu ertragen.

In unserer derzeitigen offiziellen deutschen Wohlfühl- und Non-Diskriminierungs-Gesellschaft mutet das Buch ob der Offenheit schon fast an wie eine Mini-Revolution. Kein Wunder, dass es im ullstein-Verlag erschienen ist. Wo hätten derlei „diskriminierende“ Äußerungen sonst aktuell veröffentlicht werden können? Dass eine Deutsche ein solches Buch verfasst? Für das Erdwesen tatsächlich momentan undenkbar. So etwas täten nur Leute, die die AfD wählen, aber doch bitteschön nicht hörende Kinder von tauben Eltern?!

So testen die Kinder eines Tages, ob denn die Tante auch ganz sicher nichts hören kann. Während die Tante vor sich hin schnarcht, werden ihr ganz sanft Kopfhörer aufgesetzt und dann setzt die Beschallung mit Heavy Metal ein. Sie regt sich nicht, sondern schnarcht tatsächlich weiter! Um das Experiment zu vervollständigen wird dann auch noch die Brille der Tante – diese trägt sich auch im Schlaf auf der Nase – mit Rasierschaum besprüht. Was für ein Schock für die Tante beim Aufwachen?! Während des Schlafens erblindet?!?

Ein anderes Mal wird die pubertierende Tochter vom Vater versehentlich auf dem Balkon ausgeschlossen, da dieser nur noch Augen für einen offenbar offenherzigeren Film hat, den die Tochter so nun rauchender Weise gleich vom Balkon aus mitverfolgen kann. Als der Vater den Fernseher nach 1,5 h wieder ausschaltet, bemerkt er dann doch noch seine Tochter gestikutlierend auf dem Balkon – und sieht auch die ganzen unerlaubten Zigarettenkippen. So entsteht unversehens eine Pattsituation, denn die Mutter wäre mit dem Schauen dieses Films eben auch nicht einverstanden gewesen…

Dem Erdwesen war es nicht bewusst, dass die Gebärdensprache lange Zeit sogar verboten war. Man stelle sich vor: nicht hörende Menschen sollen sich mit einer lautbasierten Sprache verständigen! – Was für ein Unsinn. – Dies findet man aber nicht heraus, wenn man das Buch liest, sondern das Buch ist eher eine Art Sprungbrett in die Welt der gehörlosen Menschen und ihre Art, die Welt zu sehen und so kann die geneigte Leserin beginnen, einige Fakten zu recherchieren. Am Entdeckertag konnte man das „Taubblindenzentrum“ in Hannover auch entdecken. Letzten Endes hatte das Erdwesen sich jedoch für die Wellenforschung entschieden.

Dadurch, dass gehörlose Menschen sich quasi von Natur aus mit einer recht einheitlichen Gerbärdensprache als Muttersprache zu verständigen lernen, können sie sich über alle Sprachbarrieren hinweg verständigen. Da die gehörlosen Menschen jedoch wegen ihrem „Defizit“ (oder eben ihrer „mangelenden Anpassung“) eine quasi-gemeinsame Kultur erleben, bilden Sie innerhalb der Gesellschaft, in der sie anzutreffen sind, eine Art eigener Kultur, die für sich genommen jedoch einheitlich ist. Eine Gesellschaft in den Gesellschaften sozusagen. Das ist eine ziemlich krasse Erkenntnis, zu der das Erdwesen ohne dieses Buch niemals gekommen wäre, weil es sich schlicht mit dem Thema noch niemals beschäftigt hat. Blinde fallen noch einigermaßen auf, aber jemandem, der nicht hört, dem sieht man das nicht an, was dazu führt, dass sie quasi „nicht vorhanden“ sind.

Auch die Details, die man zur Gebärdensprache erfährt, sind sehr interessant. Übermittelt werden Information mit dem Einsatz des gesamten Körpers. Dabei sind sämtliche Wörter gleichrangig wichtig. Metaphern oder irgendwelche klugen Sinnsprüche gibt es nicht. Vergangenes wird erzählt, wenn der Gebärdende sich leicht zurücklehnt. Bei zukünftigen Dingen  lehnt sich hingegen der Gebärdende leicht nach vorne. Auch werden Dinge sehr oft gestenreich umschrieben, wenn es noch keine allgemeinverständliche Geste dafür gibt und alles in allem führt das Gebärden zu einer sehr abgehakten Form der Schriftsprache. Dazu muss man allerdings sagen, dass die hier beschriebenen Eltern in einer Zeit aufwuschsen als es noch nicht üblich war, nicht hörende Menschen tatsächlich im Hinblick auf Schriftsprache zu fördern. Wenn man jedoch die entsprechenden Seiten im Internet aufsucht, findet man genau diese Art von mangelnder Grammatik bei den Schreibenden. Das Erdwesen hatte nämlich interessiert, ob die Verstümmelung der Sprache der Hörenden eher auf die Übersetzung von Französisch nach Deutsch zurückzuführen war oder tatsächlich auf das Problem mit einer Grammatik, die in der Muttersprache der Gehörlosen so schlicht nicht vorkommt, sondern erst erlernt werden muss.

Das Ganze verwundert mich ohnehin. Wenn ich nichts höre, habe ich auch keine Vorstellung von Lauten. Wie ist es dann möglich, sich Zeichenfolgen zu merken, die etwas sinnvolles aussagen?! – Das allein ist ja schon eine beachtliche Leistung, die für das Erdwesen jedenfalls kaum nachzuvollziehen ist.

Ein gutes Buch. Auf seine ganz spezielle Art, denn wo erlebt man es schon, dass eine Autorin auch tatsächlich etwas zu sagen hat. Die kleine „Schusseline“*.

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* Gehörlose betiteln alle Menschen wie Indianer statt mit ihrem tatsächlichen Namen mit einer Eigenschaft wie „Dicke Backe“ oder ähnlichem. Die Eltern benannten Ihre Tochter mit einer Gebärder für „Träumerin“. Das fand die Tochter auch 30 Jahre lang ganz hübsch, geradezu poetisch. Leider kam dann beim Korrekturlesen des Buches durch ihre Mutter heraus, dass sich da ein kleiner Fehler eingeschlichen hatte, denn die Gebärden für „Träumer“ und „Schussel“ liegen sehr eng beieinander und eigentlich war ihre Bezeichnung die Gebärde für „Schussel“ ;-)
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Topflappen Nr. 46

Topflappen Nr. 46

Das Garn für diesen Lappen stammt aus Aurich! Noch ist er im Schaufenster ausgestellt. Mal schauen, wo er landet oder für wen er als Notgeschenk herhalten muss :-)

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HP DeskJet 3639

Ab sofort hat auch der HP DeskJet 3639 ein neues Zuhause gefunden.

Nach Erdwesens Erfahrung ist es ein gutes Zeichen, wenn ein Drucker als Sonderangebot im Supermarkt steht. Und Payback-Punkte auf den Kauf gab’s auch noch!

Vorhin hat das Erdwesen also versucht, das neue Familienmitglied in die bestehende Technik einzubinden. Es reicht, wenn einer der technisch meist recht batagten Mitglieder sich mit dem neuen Mitglied unterhalten kann. Der Plastolit hat es geschafft! Und das mit Kubuntu :-)

Auf ein langes und gutes Druckerleben, HP… ******arght****** Was ist das?!?!?!?!

Merke: Lasse den neuen Drucker niemals, niemals angeschaltet, wenn Du nicht wirklich auch drucken möchtest. Ich schwöre!!! Ich habe NICHTS getan. NICHTS!!!! Der HP fand es wohl an der Zeit, einen Teil seiner Bedienungsanleitung nun auch auf Chinesisch auszudrucken. Und das auch noch in Farbe!!!

*konsterniert schau*

Der fügt sich ja offenbar wirklich tadellos in all den anderen erdwesenschen Technik-Firlefanz ein. Ein Drucker, der selbständig entscheidet, was er tut. Also ich denke: Nein! Netzwerk braucht er nicht. Du lieber Himmel! Mein WLAN ist für die Öffentlichkeit freigegeben. Wer weiß, was ich dann alles für Druckaufträge bekomme, deren Absender ich ausfindig machen muss. – Kann man das sperren???

Also eigentlich hätte ich diesen Beitrag jetzt unter „Frauentechnik“ ablegen wollen, aber ich denke „Männertechnik“ ist als Rubrik angemessener.

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Mein Leben auf der Überholspur (II)

Bald ist es wieder so weit und ich darf wieder Rasen. Diesmal von der Landeshauptstadt in die Provinz. Also erstmal langsam los und dann an allen anderen vorbei – so schnell wie möglich.

Hin und wieder frage ich mich, was ich dabei eigentlich denke. Also ehrlich gesagt ist es nicht besonders viel. Ich analysiere, wie die anderen fahren. Ob heute ich oder ein anderer gefährlicher ist und dann versuche ich lebendig am anderen Ende meiner Strecke anzukommen. Manchmal komme ich mir bei meiner fast wöchentlichen Fahrt allerdings vor wie ein Tourist. Ein Tourist, der sorgfältig analysiert, wo genau der neue Flicken hingekommen ist, den der LKW provoziert hat, dessen Fahrer bei dem ungeplanten Manöver ums Leben kam und der im schlimmsten Falle noch weitere Menschen mit in den Tod riss, weil er einfach unglücklich durch die Mittelleitplanke brach.

Und mittlerweile verbinde ich viele Punkte auf der Strecke mit Momenten, die ich selbst erlebt habe. Hier wurde ich von einem Laster, der unvermittelt mitten in der Nacht auch noch die dritte Spur dicht machte ausgebremst – damals mit einem mager ausgestatteten Leihwagen. Ich revanchierte mich mit einem sehr knappen Manöver beim Wechsel zurück auf die rechte Spur, von der man mich zuvor vertrieben hatte.

Dort in der Links bei Bad Eilsen, zog mir, die ich mit Suzi von hinten ankam, ein Laster auf die Dritte Spur direkt vor’s Vorderrad. Für ein Auto hätte der verbleibende Platz nie gereicht. Aber drei Laster und ein Motorrad an der Mittelleitplanke? Das passt noch. Und ich hatte noch Reserven. Reserven zu Bremsen, etliche Zentimeter bis zur Betonmauer. Nichts Dramatisches. Ich konnte den Abstand noch sehen. Vielleicht liegts auch daran, dass ich ziemlich kurzsichtig bin und damals noch mit der alten Brille gefahren bin…

Dann gibts noch eine Stelle, wo sich der Inhalt meines Tankrucksacks zu verflüchtigen drohte und was mir einen von 0 auf xxx-Start vom Seitenstreifen aus bescherte, den kein Auto je zu Wege gebracht hätte.

Zurück nach Hannover gibt’s eine abschüssige Stelle bei der Auffahrt von Bad Eilsen, wo die Welt sich von jetzt auf Gleich in eine dichte weiße Wand verwandelte. Ganz ohne Vorwarnung! Dank sei dem LKW-Fahrer, der vermutlich das Leben sehr viele Nachfolgender gerettet hat, indem er seinen Laster von Volldampf auf 30 und weniger einbremste. Selbst mit Warnblinker hätte ich es mit meiner Suzi nicht geschafft, die Nachfolgenden davon zu überzeugen, langsamer zu werden. Manchmal braucht es wahre Größe.

Auch das Fahren bei Dunkelheit hat seine Tücken. So gab es lange Zeit eine Stelle auf der rechten Spur genau an der Grenze zwischen NRW und Niedersachsen, die für Motorradfahrer durchaus hätte tödlich sein können. Sonst war ich nur am Tage unterwegs und hatte die Stelle auf der langsamen Spur längst wieder vergessen. Überholspur eben. Aber an diesem Abend war es anders: Wenn man schon etliche Kilometer mit Top-Speed und annähernd auf den Rasten stehend unterwegs war, weil alles frei ist, kommt zumindest dem Erdwesen eine gemütliche Geschwindigkeitsbegrenzung gerade recht. Endlich mal wieder bequem hinsetzen – und sich dann fast das Genick brechen, weil genau in der Mitte einer Spur doch ein Huckel ist, der einen in Erstaunen zurück lässt, nur weil man ein paar Kilometer später feststellt, dass der eigene Kopf in der Tat noch oben und immerhin zu mäßigen, eigenständigen Bewegungen fähig ist.

In Richtung Bielfeld waren es diese Woche zwei kleine neue Teerflächen. Sogar das Teerflicken geht in zwischen immer schneller, sollte doch die Autobahn bis zum Nachmittag eigentlich gesperrt sein, was das Erdwesen dazu verdonnert hätte, mindestens eineinhalb Stunden länger durchs Weserbergland unterwegs zu sein. Auf der Gegenfahrbahn war die komplette Breite neu geteert. Wow!

Ja, manchmal bin ich mir sicher, ich bin ein Tourist. Ein Tourist, der sich anschaut, welche Teil neuen Asphalts zu welchem Unfall der vergangenen Woche gehört. Wo die neue Leitplanke eingesetzt wurde, von der im Radio die Rede war und wie sich der schreckliche, sonnengegerbte Beton bei Garbsen entwickelt, der mich bei Starkregen in der Fahrschule das Fürchten lehrte. Ach was „Fürchten“?! Das ist ein so mächtiges Wort und helfen kann es einem auch nicht. Eigentlich hat der Beton mir nur gezeigt, dass es notwendig ist, Respekt zu haben. Die Furcht, die hatte währenddessen mein Fahrlehrer im Auto hinter mir. Kreidebleich stieg er aus dem Wagen, nachdem er mich die erste mögliche Ausfahrt wieder von der Bahn gelotst hatte. Dass er die ganze Zeit lang mit blanker Angst in der Stimme: „mittig, halten, gleichmäßig, halten, mittig bleiben…“ in mein Headset gebrabbelt hatte, war ihm wohl gar nicht aufgefallen. Irgendwie sah ich mich verpflichtet, ihn dann nach dem Anhalten, Ab- und Aussteigen zu beruhigen und grinste ihm triefend mit offenem Visier entgegen „Ist das ein Scheiß-Wetter!!“ – Schließlich war ich die Ältere von uns beiden.

Ganz anders ist es, wenn das Erdwesen mit dem wunderbaren roten Geschoss unterwegs ist. Gut, ich gebe zu: die Hinfahrt nach Hannover verlief doch sehr beschaulich – allerdings nur, was das Tempo angeht. Es ist für wahr kein Zuckerschlecken sich mit 80 – 100 km/h in Richtung Nordost zu bewegen und zugleich nicht zu wissen, ob es nicht gleich zu irgendeiner Fehlfunktion (außer den Vorderradbremsen) kommen wird. Aber auch die Rückfahrt in die Provinz war nicht einfach. Der Ferrari war wieder voll durchgetunt mit Plakette (Zahnriemen und Wasserpumpe lassen wir mal für einen Moment außen vor) und so konnte das Rennen beginnen. 75 PS! – Da heißt es, jede Örtlichkeit ausnutzen, den eigenen Vorsätzen im Hinblick auf Abstandswahrung und Gefahrenabwehr bestmöglich nachzukommen und dennoch eine Bestzeit zu erzielen.

Scheiße. Wäre ich bloß nie in Oschersleben gefahren. Die A2 ist eigentlich wie Oschersleben, nur mit mehr Hindernissen und weniger schwierigen Kurven. Der, der hinten fährt, muss schauen, wie er vorbeikommt. Das ist die Regel.

Dort eine Kuppe, also schon mal links anvisieren, denn nach einer Kuppe geht es: bergab! Rasch an dem Trödler vorbei, den Speed ausnutzen bis zur nächsten Rechts – leider uneinsehbar, aber die Bremsen gehen jetzt ja wieder. Ah! Wir nähern uns der 120er Zone. Astra, nun hast Du Deinen großen Auftritt. Die anderen, ja – auch der Audi da vorne! – werden gleich eine Geschwindigkeit erreichen, mit der wir wieder ganz locker mithalten können. Schnell rüber auf die linke Spur, aber noch rechtzeitig vor dem vermalledeiten Aufhebungszeichen wieder nach rechts! – Am Ende war das Erdwesen schweißgebadet. Die Bestzeit liegt mit Suzi in diese Richtung nun bei 1:16h (!!!), mit dem guten zu diesem Zeitpunkt fast großjährigen Astra hatten wir irgendwas mit 1:35h erreicht. Ist auch egal. Es war wie immer eines der schwierigsten Rennen meines Lebens :-) Das Gute ist: Der Astra fährt komplett außer Konkurrenz. Einfach nur so. Und zum Glück ist er rot.

Das Erdwesen aber, ist oft ein Tourist. Ein Tourist, der sich schönes, aber nicht zu schönes Wetter wünscht und der unterwegs mit Suzi jede einzelne der niedersächsischen Verkehrsleitsystemtafeln bereits im Vorfeld hypnotisiert: „Zeigt mir ‚Feuer frei‘! Zeig mir ‚Feuer frei!‘! oder, wenn sich wieder einmal die Wassermassen vom Himmel stürzen, fluchend gen Hannover hastet um festzutellen, dass sich die Person, die das Verkehrsleitsystem heute bedient, wohl gerade in der Kaffepause befindet, weil: „80 ist hier doch viel zu schnell!!! Seid Ihr alle des Wahnsinns?!“

Ich frag mich, was wirklich gefährlicher ist. Schleichfahrt oder mein Leben auf der Überholspur? Renntrainings zahlen sich aus. Immer wieder. Mit dem Astra zum Bilster Berg. Das wär’s! – Aber bitte ohne Regen!

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Deborah Crombie: Das Hotel im Moor (1993, 280 Seiten)

Deborah Crombie: Das Hotel im Moor „A Share in Death“ (1993, 280 Seiten)

Im Bücherschrank gesehenn und dann mal reingeschaut.

Das Setting: Ein junger, dynamischer Scotland Yard Inspektor kommt durch einen Zufall als Ersatz für Bekannte in deren Urlaubsdomizil an. Dabei handelt es sich wohl um eine typisch englische Form des Urlaubs, in denen sich ein jeder Urlauber sozusagen in ein Herrenhaus einkauft, um dann dort seinen Urlaub zu verbringen – so oft er will. Nicht ganz billig offenbar, aber mir wurde bis zum Schluss nicht klar, welches Serviceleistungen nun mit drin sind und was die Herrschaften noch selber machen müssen.

Wie es das Unglück will, findet sich eines Tages ein Toter im Whirl-Pool! Ist es wirklich ein Selbstmord?

Erzählt werden mehrere Geschichten: die Beziehung zwischen dem jungen Scotland-Yard Inspektor und der hiesigen Polizei, die sich anbahnende Beziehung zwischen dem jungen Scotland-Yard Inspektor und einem anderen weiblichen Gast, die Beziehung des jungen Scotland-Yard Inspektor zu dem Toten im Whirl-Pool und die Geschichte zwischen der Polizistin, die im Team des jungen Scotland-Yard Inspektors arbeitet und dem Inspektor. Dann kommen Knall auf Fall immer mehr Gäste ums Leben.

Die Geschichte ist ermittlungstechnisch hochgradig logisch aufgebaut. Das Cover besagt, dass das Team „Inspektor Ducan Kincaid und Gemma James“ hier nicht zum ersten mal ermittelt. Auch die Charaktere sind durchaus interessant gestaltet. Und doch: Die richtige Spannung erfasste das Erdwesen beim Lesen nie. So lies es sich wieder und wieder ablenken und das Bewältigen des an sich gar nicht so schlechten Buches dauert Tag um Tag – gefühlt sogar Woche um Woche!

Zuerst hatte ich mich gefragt, ob ich vielleicht wirklich keine Zeit hätte das Buch zu lesen, aber erstaunt stellte ich fest, dass ich ja vorher ein viel längeres Buch in nur einem Bruchteil der Zeit gelesen hatte.

Nunja. Ein Scotland Yard Krimi nach alt-englischem Vorbild. Keine Ahnung, was daran nun nicht stimmte. Vielleicht waren es anfangs einfach zu viele Gäste, die beschrieben wurden und das Inspector Kincaid und Ms. James auch noch immer andere interviewten und deren Geschichten letzten Endes von der Leserin wieder verflochten werden mussten. Das, zusammen mit den wenig überzeugenden Darstellungen der Beziehungen, überstieg dann wohl die geistige Speicherkapazität eines Erdwesens, so dass es vom tatsächlichen Mörder vollständig überrascht wurde.

Bei einer Autorin, die im Norden von Texas lebt und unter einem urenglichen Namen schreibt, muss dabei wohl kein unbedingt schöner alt-englischer Krimi herauskommen, aber es hilft sicher, die Bücher angemessen zu vermarkten.

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Jane Johnson: Die zehnte Gabe (2008, 476 Seiten)

Jane Johnson: Die zehnte Gabe (2008, 476 Seiten)

Dieses Buch fiel im Bücherschrank gleich auf. Geschrieben wurde es von einer cornischen Autorin, die auch in Marokko zu Hause ist und genau an diesen Orten spielt auch das Buch. Grund genug für das Erdwesen, den wahrlich dicken Schinken mit zu nehmen und sofort mit dem Lesen zu beginnen und in Rekordzeit auch abzuschließen.

Erzählt werden zwei parallele Geschichten im heutigen Cornwall und im Jahre 1625. Auf wundersame Weise verweben sich diese Geschichten in einer Art, die zum großen Glück dieses Buches nicht so einfach vorhergesehen werden kann. Beide Geschichten sind mit der gleichen Intensität geschrieben, keine steht im Vordergrund, keine ist uninteressanter als die andere. Das Ganze ist trotz der Komplexität sehr gut gelungen.

Besonders schön ist die Ausgestaltung des Settings in Marokko. Hier merkt man, dass die Autorin sich in der marokkanischen Kultur sehr gut auskennt. So eine interessante und vermutlich auch sehr realistische Beschreibung in einem Roman findet man wirklich sehr selten. Auf der anderen Seite steht ein ebenso realistisches Bild der britischen Welt. Und auch hier schafft es die Autorin, nicht in die Hera-Lind Superfrau-Falle zu tappen und schrammt ebenso am typischen „Frau in der Gesellschaft“-Gebrabbel akkurat genug vorbei, um auch hier eine sehr gute Lesbarkeit zu gewährleisten.

Das Ende des Buches ist ein würdiger Abschluss. Nur muss man eben auch ein wenig in Cornwall (oder anderen mystischen Orten) zu Hause sein, um es angemessen aufzunehmen.

Am Ende wird nicht alles, aber immerhin doch vieles gut. – Möge seine Seele in Frieden ruhen!

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Julia Friedrichs: Gestatten: Elite (2008, 256 Seiten)

Julia Friedrichs: Gestatten: Elite – Auf den Spuren der Mächtigen von Morgen (2008, 256 Seiten)

Was für ein Buch. Tatsächlich hatte es das Erdwesen schon anno 2008 in der Geldbörse gejuckt, dieses Buch zu kaufen. Zum Glück war es nicht notwendig, denn jetzt stand es im Bücherschrank.

Ein Buch, welches perfekt recherchiert ist und perfekt geschrieben. Nur die Ergebnisse sind genau wie vom Erdwesen erwartet. Nichts neues sozusagen.

Elite?! – Fehlanzeige.

Es sind nur diejenigen, denen wir es gestatten uns zu bevormunden und zu ihrem eigenen Vorteil von hier nach dort, wieder zurück und dann nochmal im Kreis zu dirigieren. Eine Elite gibt es nicht, wenn die Masse fehlt, die sich unterdrücken lässt.

Mich wundert überhaupt nicht, dass die Schreiberin im Münsterland aufgewachsen ist.

Sie berichtet von dummen Kindern reicher Eltern, von schlauen Kindern reicher Eltern. Sie zeigt auf, wie Berater unsere Welt prägen, indem sie die ihrige für uns – die stumpfe Masse – dermaßen uninteressant machen, dass wir kein Interesse haben, sie überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. Und sie fürchtet ganz zu recht, dass uns das wieder einmal zum Verhängnis werden wird.

Sie analysiert die Bildungselite, deren Bildung allerdings auch nur eine Folge des eingesetzten Geldes ist und sie trifft auf die Migrations-Elite, die entweder aus reichem Hause kommt oder Angst hat, sich an das, was in Deutschland „Elite“ genannt wird zu verlieren.

Ein schreckliches Buch, welches eine Parallelwelt zeigt, die sich nur in (ehemals) exklusiven Foren wie http://www.schwarzekarte.de/ oder so etwas wie „reicher als Du“ herumtreibt. Abgeschieden in ihrer „Elitewelt“ und oft genug zusätzlich zu Tode gelangweilt.

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Und es gibt sie doch: Milchtankstelle

Ein wenig hatte das Erdwesen ja das Gefühl, dass man sie in diesem Punkt an der Ostsee nicht wirklich ernst nahm! In Ostfriesland gehört so etwas zum Standard:

Milchtankstelle in Ostfriesland

Milchtankstelle in Ostfriesland

Des Weiteren waren noch Marmelade, Eier und Kartoffeln im Angebot.

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