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Archiv der Kategorie Kultur
Die Misere der Bearbeitung von komplexen Problemstellungen
20.9.2011 by Erdwesen.
Wenn man zu einer komplexen Materie, die bei jeder neuen Diskussion immer wieder neue Fragen aufwirft, immer wieder neue Fragen stellt, bekommt man unterschiedliche Antworten. Diese Antworten können einmal richtig, ein andermal aber vollkommen falsch sein.
Im Enteffekt muss man darum die gleichen Fragen immer wieder erneut stellen, denn es gibt zu wenige Leute, die sie tatsächlich sachlich richtig beantworten könnten, so dass die gegenseitige Kontrolle bei der Beantwortung einfach versagt.
Im schlimmsten Falle geht es so weit, dass der Fragesteller insbesondere von denen, die überhaupt keine Stellung nehmen können oder wollen, als Störer empfunden wird. Diese fangen dann an den Fragesteller zu verunglimpfen und eine Meinung, die der Mehrheit zu entsprechen scheint, zu bevorzugen.
Im Ergebnis kommt man also zu keinem echten fachlich richtigen Ergebnis, sondern lediglich zu einer Einigung, die sich auf das Nichtwissen der Mehrheit bezieht und welches sich letzten Endes nicht in die Praxis umsetzen lässt.
Aber auch bei der Umsetzung in die Praxis “kuschen” die meisten, da dies die wenigsten Probleme für den Einzelnen verursacht. In der technischen Ausführung durch jeden Einzelnen entstehen dadurch eine Vielzahl von unterschiedlichen Lösungen, die sich überhaupt nicht mehr vereinheitlichen lassen.
Tja, und darum kreist auch heute noch die Sonne um die Erde und nicht umgekehrt :-|
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Wikipedia… und die UNESCO
14.6.2011 by Erdwesen.
Einigermaßen geschockt war heute das Erdwesen, als es einen Begriff suchen wollte und dafür erstmal Wikipedia konsultierte. Da prangte Ihr auch schon in großen Lettern entgegen:
“Zeit für das erste digitale Weltkulturerbe?
Wikipedia muss Weltkulturerbe werden. Jetzt Petition mitzeichnen!”
Na - ganz sicher nicht! Gnadenlose Selbstüberschätzung, so könnte man es wohl auch nennen. Wer ist nur darauf gekommen, Wikipedia unter den Schutz der UNESCO stellen zu wollen? Das wäre so, als beantrage man, die CeBIT unter Schutz zu stellen. Die mag auch irgendwie wichtig sein, aber wird es wohl auch nicht zum Weltkulturerbe schaffen, obwohl jeder nach Gutdünken teilnehme kann.
Möglicherweise benötigen wir tatsächlich irgendwann eine Kategorie “digitale Weltkulturgüter”, aber ob das nun unbedingt mit Wikipedia anfangen muss? Wikipedias Vorteile liegen jedem, der es nutzt, klar auf der Hand. Man bekommt erste Informationen und kann ein erstes Urteil fällen. Jedoch, und da haben wir den Knackpunkt, ist vielen Leuten nicht klar, dass nicht nachgeprüft werden kann, ob ein Wikipedia-Autor wirklich Ahnung von der Materie hatte oder vielleicht doch nicht. Von daher ist es schwierig, Artikel, die nicht das eigene Fach betreffen, einschätzen zu können. Die Benutzung von Wikipedia verlangt einiges vom Nutzer und leider scheint dies dem größten Teil der Wikipedia-Nutzer überhaupt nicht klar zu sein. Sie nutzen Wikipedia wie man z.B. auch das tägliche Fernsehprogram nutzt. Sie konsumieren, ohne viel Zeit auf das Reflektieren der erhaltenen Information zu “vergeuden”.
“Aber in Wikipedia steht…” - Wie oft habe ich das inzwischen schon von an sich durchaus intelligenten Arbeitskollegen und Arbeitskolleginnen gehört?! Und so antwortet das Erdwesen stets mit einer Frage, in welchem Artikel, denn ihr neues “Wissen” verankert sei, um dann zu erläutern, dass sie dort einfach in 15 Minuten noch einmal nachschauen sollten. Dann stünde dort nämlich etwas anderes - und zwar das “richtige”.
So gut Wikipedia für Überblickswissen geeignet ist, so schlecht ist es doch für eine Detailbeurteilung bestimmter Themen geeignet, insbesondere dann, wenn daraus verbindliche Entscheidungen resultieren sollen.
Was glauben die “Wikipedianer”, was hier unter Schutz zu stellen wäre? Die Inhalte können es nicht sein, denn sonst müsste ja auch der gute alte Brockhaus, das große Meyers oder die Enzyklpädia Britannica unter Schutz gestellt werden. Was ist mit OpenStreetMap? Und was ist mit den ganzen Fachforen? Gibt es eine Software, die es verdient, unter Schutz gestellt zu werden? - Wenn ja, dann sicher Windows, oder?
Es ist blödsinnig, digitalen Firlefanz als Weltkulturerbe zu sehen. Dafür verändert es sich viel zu schnell. In 10 Jahren wird man vielleicht schon über die lächerlichen Versuche, das “Weltwissen” im MediaWiki zu horten lachen, weil es längst intelligente Datenbanken gibt, die tatsächlich Fragen zu lösen verstehen, sofern die Fragen erstmal jemand überhaupt stellt. Wikipedia ist nur eine schlaffe, aber dennoch meistens aktuelle Ausgabe einer ganz normelen Enzyklopädie. Nicht mehr und nicht weniger. Das “Weltwissen” oder das, was wir derzeit dafür halten, unter Schutz zu stellen, das könnte man nicht nur unter dem digitalen Aspekt sehen, wenn es den meisten Leuten vielleicht auch hier zum ersten mal bewußt wird, dass es so etwas gibt (…).
Wie sieht es aber mit der Software aus? - Wohl eher nicht. Das System “unbekannte Begriffe” nach dem ABC zu sortieren und in Artikeln zu erläutern, das hat wohl jemand schon vor sehr, sehr langer Zeit erfunden. Wikipedia wird wissen, wer das war. Das ist also auch nicht neu. Die Software selbst, war sicher nicht die erste ihrer Art und dass viele Leute an dem Wissen mitarbeiten, das ist auch schon bei den Mönchen vermutlich so gewesen. Nur kannte man sich untereinander und hat sicherlich darauf geachtet, dass nicht irgendein Pausenclown etwas schrieb, über das er nichts wußte.
Was bleibt ist, dass zum ersten mal Menschen mit und ohne Wissen eine Wissenstabelle erstellen, die dann “irgendwie” für alle “pseudo-verbindlich” und - und das ist der Hauptpunkt - zugänglich ist. Die Meute hat hier natürlich eine ziemlich große Macht, aber die Geschichte zeigt auch immer wieder, dass die Masse nicht unbedingt “im Recht” sein muss. Eher sieht es doch so aus, dass die meisten Menschen gerne ein Stück vom Ganzen sein möchten. Da ist es nicht schlecht, hier und da eine Sieger- oder gar Ehrenurkunde zu ergattern. Hier und da einen kleinen Pokal zu bekommen oder halt Bestandteil etwas so gewaltigen wie einem Weltkulturerbe sein zu wollen. Und manchen steigt so etwas einfach zu Kopfe. Aber besser oder wichtiger wird die Angelegenheit damit auch nicht.
Erdwesen meint daher:
Wikipedia? Kein Weltkulturerbe, sondern nur eine temporäre Erscheinung, die die Welt sicherlich verändert hat und verändern wird.
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Siebene auf einen Streich!
15.3.2011 by Erdwesen.
Einst gab es ein kleines tapferes Schneiderlein, welches sieben Fliegen erschlug und stolz auf seinen Gürtel stickte: “7 auf einen Streich!”. Niemand wusste, dass es sich dabei nur um Fliegen gehandelt hatte und so hatten alle, auf die das kleine Schneiderlein traf, plötzlich mächtig Respekt vor ihm.
Und das hatte wohl auch unsere Kanzlerin im Sinn, als Sie im Gefolge der radioaktiven Bundesländer beschloss, 7 alte und klapprige Atomkraftwerke für 3 Monate still zu legen. Noch vor wenigen Monaten war der Sicherheitsstandard aller AKWs von Ihr, der eifrigen Physikerin, hoch gelobt worden. Sie und Ihr Atom-Umweltminister, die Niedersachsen (und das Münsterland!) zur Atommüllhalde der gesamten Republik verkommen lassen möchte, ganz egal, welche Auswirkungen die Asse auf das nordeutsche Grundwasser haben mag, ganz gleich ob es im Wendland eine Gasexplsion gibt, bei der sich der Inhalt von ein paar alten Castoren sich über die Lüneburger Heide und noch ein paar Hundert oder Tausend Kilometer weiter verteilen werden, vollkommen egal, ob bei Salzgitter eine Frau einen ungnehmigten Brunnen genau über Schacht Konrad für die Bewässerung ihres Gartens einrichten will.
Siebene auf einen Streich. Was für tapfere kleine Schneiderlein.
Als das Erdwesen gestern in den Nachrichten hörte, dass es ein “Moratorium” für die Dauer von 3 Monaten gäbe, in denen die Laufzeitverlängerung ausgesetzt würde, wurde ihr einfach nur übel.
Wie tief kann jemand sinken, um eine Wahl zu gewinnen? Wie tief kann die Meinung vom eigenen Volk sein? - Es ist widerlich. So widerlich, dass man sich nur noch angeekelt schütteln kann.
Und das ist eine Pastorentochter. Heißt Lügen und Betrügen gut und schämt sich nicht im geringsten, bei der Abstimmung zur Laufzeitverlängerung im Oktober letzten Jahres auch noch KEINEN Stimmzettel abzugeben. Das Erdwesen fragt sich nur, welche Karrierechancen ihr das verbaut hätte?!
Interessant ist auch, dass auch Herr Westerwelle gar nicht abstimmte. Und nun sind ausgerechnet diese beiden, die “Erfinder” des Moratoriums? Warum zeigen die beiden nur plötzlich und unerwartet so viel Initiative, wenn ihnen doch vorher schon ein schnödes “ja” zuviel war?
Hier der Liste all derjenigen, die Ihre Stimme zur Laufzeitverlängerung nicht abgaben:
Dr. Peter Gauweiler
Ursula Heinen-Esser
Gunther Krichbaum
Dr. Thomas de Maizière
Dr. Angela Merkel
Eduard Oswald
Dr. Peter Ramsauer
Sabine Bätzing-Lichtenthäler
Dagmar Freitag
Günter Gloser
Wolfgang Gunkel
Michael Hartmann (Wackernheim)
Dietmar Nietan
Ottmar Schreiner
Dr. Dieter Wiefelspütz
Daniel Bahr (Münster)
Paul K. Friedhoff
Dr. Werner Hoyer
Lars Lindemann
Burkhardt Müller-Sönksen
Dr. Guido Westerwelle
Karin Binder
Diana Golze
Jutta Krellmann
Sabine Leidig
Kathrin Senger-Schäfer
Dr. Axel Troost
Sahra Wagenknecht
Sabine Zimmermann
Lisa Paus
Wollten diese Leute vielleicht anders abstimmen als die Parteilinie es vorgab? Wenn ja, warum sind dann auch “große” Namen auf der Liste? Von denen sollte man doch annehmen, dass sie Rückgrat genug hätten oder haben müssten, sich durchzusetzen? Warum enthielten sie sich nicht einfach der Stimme?
Wer das Märchen kennt, weiss, was dahinter steckt. Niemand sollte es zulassen, dass die kleinen Schneiderlein weiterhin Könige bleiben.
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Hauptsache billig
8.3.2011 by Erdwesen.
Das ist schon eine interessante Richtung, in der die “Guttenberg-Debatte” derzeit geht. Der Gute ist am ersten Tag der diesjährigen CeBIT (01.03.) nun doch noch zurück getreten. Dass der Rücktritt jedoch so spät kam und mittlerweile Aussagen kursieren, dass er 200 Stellen abgeschrieben haben soll und auch noch 100 Strafanträge eingegangen sind, führt nichts desto trotz zu seltsamen Überlegungen der so genannten gesellschaftlichen Öffentlichkeit.
So geht es nicht darum, dass sich möglicherweise jemand einen Doktortitel bekommt, weil er aus bestimmten “gehobenen” Familienverhältnissen stammt, sondern es geht darum: wer bekommt in Deutschland überhaupt einen Doktortitel? Es sind anscheinend viele. So viele, dass niemand mehr so richtig den Überblick hat. Halt: Masse statt Klasse.
Was viele schon lange vermutet hatten, wird nun tatsächlich auch diskutiert. Da gibt es Leute, die haben zwar kein Diplom, aber einen Schnelldoktortitel. Nur eine begrenzte Anzahl von Menschen gibt sich bei der Erstellung ihrer Arbeiten offenbar tatsächlich Mühe. Aber wer vermag die Qualität zu beurteilen? Lachen tun bei bisher unerforschten Dingen am lautesten stets die, die das Alte vertreten und es für unumstößlich richtig halten. Da hat man es mit einer 0/8/15-Arbeit, die ein bekanntes Thema betrifft, sicher viel leichter. Auch das Erdwesen wollte einmal über die Datenströme scheiben, die über das world wide web in die ein oder andere Richtung fließen, aber das fanden einige Leute so absonderlich, dass es als Untersuchungsthema einfach gar nicht in Betracht kam. “Was willst Du?!” - Da galt das www noch als Merkwürdigkeit einiger Technik-Besessener und hatte ganz sicher nichts mit Geographie zu tun. Also beließ sie es bei den Verkehrsströmen, die sich besser beobachten lassen, weil man auf der Straße täglich mit Ihnen konfrontiert ist.
Erdwesen glaubt nicht, dass der einzige Bereich ist, der von diesem “Masse statt Klasse”-Symptom betroffen ist. Woanders ist es ja schon lange offensichtlich. Ob es nun Billigräder von Bocas sind oder “Porzellan”, welches nach einer etwas konkreteren Berührung mit einem Löffel plötzlich Abnutzungsspuren zeigt. Das Dumme ist nur, dass man sehr oft keine Auswahl mehr hat. Man kann wählen zwischen billigen oder teuren oder teureren Dingen, aber allzu oft kriegt man - ganz gleich in welcher Kategorie man kauft - nur Schrott. Aber wer hätte offiziell gedacht, dass nun auch höhere akademische Ausbildungen davon betroffen sind?
Bei Bachelor-Abschlüssen, die nichts anderes als ein Vordiplom sind (also früher nicht einmal der Rede wert waren), bei Master-Abschlüssen, die irgendwie von fast allen “Hochschulen” ausgestellt werden dürfen und wo man sich manchmal wirklich wundert, was denn nun daran ausgerechnet “hoch” sein soll und deren Abschlüsse nun so etwas wie ein Diplom sind - da war der ganze Verfall, der damit einher ging, schon längere Zeit nur allzu offensichtlich. Da war es fast die logische Konsequenz, dass es nun eben auch die Doktortitel betrifft, also dass, was man eigentlich zum PhD hätte machen wollen, um es endlich auch weltweit “anerkannt” zu wissen.
Etiketten sind eben doch etwas anderes als die Ware, die sich dahinter verbirgt. Und so wären wir wieder beim Thema “Hauptsache billig”, denn wer ist bei der Vielfalt des Angebotes noch in der Lage zu unterscheiden?
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Ein Dr. für die Reichen und Schönen
23.2.2011 by Erdwesen.
Ganz offensichtlich haben wir einen sehr coolen Verteidigungsminister. Sehr cool.
Nachdem das Erdwesen gerade einen Auszug aus seiner Erklärung nach dem nochmaligen Lesen seiner Doktorarbeit am letzten Wochenende gelesen hat, bleibt ihm sozusagen nun die Spucke weg.
Mit einer einfachen Handbewegung wischt er einer komplette Promotionsarbeit weg, an der er angeblich sechs bis sieben Jahre lang gearbeitet hat (also so ca. von 1999 bis 2006). Und nun, vier oder fünf Jahre später, ist das alles ganz easy. Ist halt eben nicht so gut gelaufen. Ja, Himmel?! Warum stellt Ihr Euch alle so an? Ist halt aufgefallen, dass er nicht mehr durch die eigenen Hyroglyphen durchgestiegen ist. Was soll´s?
Okay, mit so einer Einstellung eines Adeligen, der gerade zufälligerweise auch noch eine recht hohe Position im politischen Leben bekleidet und der Verantwortung für eine größere Anzahl von Menschen hat, die in Afghanistan evt. auch “mal” abgeschossen werden können. Ich meine: wieviele von denen sind wohl adelig? Bestimmt nicht so viele, dass es Sinn macht, daran einen Gedanken zu verschwenden. Humankapital. Mehr nich.
Aber was dem Erdwesen wirklich zu denken gibt, ist nicht dieses beiläufige, schnodderige Art, mit der das Söhnchen aus gutem Hause zugibt, dass er den Dr. eben doch nich verdient hat, sondern es ist die Tatsache, dass für diese Arbeit tatsächlich das Prädikat “summa cum laude” also die höchste Lobhudelei vergeben wurde. Hätte er ein einfaches “befriedigend” oder “gut” erhalten, aber ausgerechnet eine “eins +++”?
Da fragt sich das Erdwesen, wie so eine Note überhaupt zu Stande kommen konnte. Haben nur Schwachmaten das Machwerk gelesen? Half da nicht doch eher die Herkunft aus “gutem Hause”, aus “angesehener Raubritterfamilie” oder was auch immer? - Wir können nur von Glück sagen, dass er nur der Minister in einem Ressort ist, wo auch seine Herkunft ihn unterstützt. Draufhauen und Kaputtschlagen. Das konnten ja offenbar auch schon die Ahnen sehr gut.
Aber wenn man sich ansieht, durch welche Ressorts so einige Mitglieder der hohen Politik sonst noch so schlenderten, kann man nur hoffen, dass er niemals Bildungsminister werden wird.
Ich weiss nicht, warum das Erdwesen so geschockt ist. Vielleicht weil es bisher zwar jeder wußte, dass man als einfaches Würstchen ohne Beziehung an der Uni nur mit Ach und Krach oder wirklich sehr, sehr großem Talent einen guten Abschluss erzielen kann. Nun ist das alles ganz offensichtlich. Jedes Gerede von gleichen Bildungschancen unabhängig von der eigenen Herkunft wurde hier ganz offiziell ad absurdum geführt. Warum nur, so fragt das Erdwesen, setzt nicht jemand genau hier die Debatte an?
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Freiheit, Wahrheit, Sicherheit
14.1.2011 by Erdwesen.
Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte. Das hier fand das Erdwesen vor einigen Wochen bei eBay:

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Anti-Atom Demo Berlin 18.09.2010
19.9.2010 by Erdwesen.
Hier einige erdwesensche Eindrücke von der Demo.
In Niedersachsen dreht sich alles nur um Gorleben, aber in Ahaus stapeln sich ebenfalls seit Jahren die Brennelemente.
Das nächstgelegene Atomkraftwerk mit gerade mal 50 km Abstand zu Hannover ist Grohnde. Außerdem gehört es auch noch zu den jüngeren AKWs im Land und wird daher voraussichtlich mit am längsten noch in Betrieb sein. Auch bei Grohnde existiert inzwischen ein Zwischenlager und die Stadt Bielefeld hält an dem AKW auch noch Anteile. Schämt Euch, Ihr größenwahnsinnigen Deppen!!
In der letzten Zeit ging es oft aber auch um einen anderen Energieträger. Das ist ausgerechnet der Konzern, für den das Erdwesen Reklame fährt, aber seht selbst:

Für das Erdwesen ist das beste Banner der gesamten Demo das folgende: Weltatomerbe Braunschweiger Land - Morsleben, Konrad, Asse II. Das sagt alles! Good-bye norddeutsches Grundwasser :-(

Es ist wohl doch an der Zeit, ehemals falsche politische Entscheidungen nun umgehend zu berichtigen!

Kein Atomdreck nirgendwo. Sei es der aus deutschen Anlagen oder der radioaktive Müll von Riedl-de-Haen in der Gartenkolonie “Gut Grün” hier in Hannover.

Es scheint so, als hätten die verantwortlichen Politiker allesamt längst jeglichen Bezug zur Realität verloren. Vielleicht wäre es ein erster Ansatz, Ihnen die nächsten 10 Jahre (eine Laufzeitverlängerung dieser Frist ist jederzeit durch Neubeschluss möglich) schlicht zu verbieten, auch nur ein Krümelchen Müll oder Staub aus Ihren Wohnungen zu entfernen. Schließlich hat ja auch der Atommüll weltweit keinen Platz, wo er hin kann. Die Masse steht irgendwo in den Weiten Russlands und der Rest ist verteilt und taucht hier und da auf. Was soll das also???
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Berlin - Zwischen Bahnhof und Regierungspalästen
18.9.2010 by Erdwesen.
Das Erdwesen machte sich kurzentschlossen auf zur Anti-Atom-Demo nach Berlin. Gleich am Bahnhof wurde die Suche nach dem “wohin?” leicht gemacht, denn auch am regulären IC trafen schon bald einige Demonstrationsteilnehmer mit Trommeln und Fahnen ein, denen das Erdwesen folgen konnte, ohne noch einen Gedanken an den möglicherweise richtigen oder falschen Ausstiegsbahnhof in Berlin zu verschwenden. Außerdem schien der Fahrkartenkauf für Berlin jetzt nicht mehr so kompliziert zu sein wie vor dem Bau des neuen Hauptbahnhofes, den das Erdwesen zuvor noch nicht gesehen hatte.
Bis Stendal ergatterte das Erdwesen einen regulären Sitzplatz. Dort kamen die Wendländer hinzu und die hatten zu großen Teilen eine Sitzplatzreservierung. Also nahm das Erdwesen auf den Treppenstufen platz und bald war dann auch Berlin Hauptbahnhof erreicht.
Was für ein Bahnhof?! Zwar ist er riesig groß, aber schön ist klar etwas anderes. Im Innern wirkt es viel zu dunkel und beim abendlichen Kaufen des Rückfahrscheins war es dann auch noch schwierig überhaupt irgendwo einen Fahrkartenautomaten zu entdecken und der, den das Erdwesen fand, funktionerte nicht mehr richtig, sondern nur unter mehrfachem guten Zureden. Wie überall in Deutschland gibt es auch an diesem neuen Bahnhof viel zu wenige Toiletten und dann sind sie nicht einmal mit vernünftigen selbstreinigen WC-Sitzen ausgestattet. Okay, sie sind mit 80 Cent billiger als die in Hannover und Klopapier gab´s zum Glück auch noch. Aber ich meine: das ist ein nagelneuer Bahnhof, der erst 2006 eröffnet wurde! Und ist auf´s Klo gehen kein Grundrecht, was kostenlos möglich sein müsste, wenn man sich in der Hauptstadt befindet??
Der Bahnhof liegt quasi direkt am Regierungsviertel und man muss sich schon fragen, wenn man das so sieht, was denn nun eigentlich die Berliner davon haben. Erdwesen war im zarten Alter von 16 zum ersten mal in Berlin. Der Reichstag war damals ein riesiges Gebäude, wenn nicht gar das größte, was sie jemals gesehen hatte. Und wie ist es heute?
Man kann von Glück sagen, dass man die neue Kuppel wenigstens gut sehen kann, sonst fiele er womöglich gar nicht mehr auf, außer dass er älter ist als der Rest. Die Regierung hat sich einverpalastisiert.
Erdwesen hat irgendwann vor langer Zeit im Studium mal gelernt, dass Eingänge, die 2-3x höher sind als ein Mensch groß als “menschenverachtend” zu bezeichnen sind. Das ist den Architekten, die diese Glaspaläste geplant haben, wohl entgangen. Die Paläste passen zum Bahnhof und es passt zu unserer Gesellschaft, dass eine Demonstration mit 100000 Teilnehmern auf einem unbefestigen Matschplatz zwischen den Prachtgebäuden der Herrschenden ihren Anfang und ihren Abschluss finden muss. - Die Gebäude ringsum mögen glänzen, aber sie erinnerten das Erdwesen an einen französisches Bauwerk, welches massenhaft Wohnungen für sozial Schwache beinhaltete. Das ganze Gebäude war als Fleischwolf mit runden Gucklöchern gestaltet, von denen jeweils eines das Fenster für vier Wohnungen bildete, was erahnen lässt, welche Dimension der “Fleischwolf” hatte.
Die Demonstration verlief leise. Ruhig. Zivilisiert. Doch wie lange wird das noch so bleiben? Im Wendland fehlt längst jedes Verständnis für auch nur einen weiteren Tag der Atomkraftnutzung. Wenn irgendwann alles eskaliert und der zuständige Minister wird, sollte er diesen Tag überleben, einmal in einem Interview gefragt werden, warum man denn nicht eher im Sinne der Bürger reagiert hätte, wird er sich darauf zurückziehen, dass doch diese Demonstration ohne das Werfen von Steinen und ohne Straßenschlacht stattgefunden hätte. Man hätte ja nicht ahnen können… alle Bürger waren immer so vernünftig… Und das Wendland? Von dieser seltsamen Gegend höre er heute zum ersten mal. Ihm sei immer zugetragen worden, alles liefe aufs Beste und diese friedfertige Zusammenkunft von 100000 Menschen, hätte ihn davon überzeugt, mit seiner Meinung völlig im Recht zu sein.
Es ist gut zu sehen, wieviele Menschen bereit sind, sich auch nach so langer Zeit noch mit dem ungelösten Problem der Hinterlassenschaften der zahlreichen AKWs in Deutschland zu beschäftigen, obwohl es so ein frustrierendes Thema ist. Denn selbst, wenn von jetzt auf gleich alle AKWs heruntergefahren würden, so wüßten wir doch nicht wohin mit dem Müll. Es wäre sogar so, dass es Jahrzehnte dauerte bis die AKWs abgebaut werden könnten. Deswegen ist auch Hamm-Uentrop so ein “schönes” Beispiel:
War alles nur ein Versuch, hat kaum Strom geliefert, hatte einen riesigen Störfall, der aber in den Messwerten von Tschernobyl unterging und muss nun noch an die 20 Jahre bewacht in der Gegend herum stehen, bis man mit dem tatsächlichen Abbau beginnen kann. Natürlich ist der Kühlturm längst verschwunden und wer nicht weiß, dass dort mal der THTR gestanden hat, der wird es im Vorbeifahren nun auch nicht mehr bemerken. Eine Industriebrache eben, wie so so viele andere auch und doch tödlich.
Erdwesen geht davon aus, dass die verantwortlichen Politiker weiter die Atomwirtschaft fördern werden. Viele scheinen den letzten Respekt vor der Bevölkerung, die sie eigentlich vertreten sollen, vollends verloren zu haben.
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Segway fahren (Entdeckertag)
12.9.2010 by Erdwesen.
Jedes Jahr auf´s neue findet er statt: der Entdeckertag. Dieses mal besucht das Erdwesen das Wartungscamp der S-Bahn und die Stadtwerke in Leinhausen. Dort wurde Segway-Fahren für jedermann angeboten und genutzt. Dabei musste ein kompletter “Fahrschulparcours” absolviert werden, was fast allen auch gelang. - Trotzdem wartet das Erdwesen lieber noch etwas, bis es dieses Gefährt ausprobiert. Viel zu gefährlich…

… und mit Preisen zwischen 5000 und über 7000 Euro viel zu teuer!
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Pressetexte: leer und hohl
26.8.2010 by Erdwesen.
Es wäre zum Lachen - aber es scheint wirklich ernst gemeint zu sein. Früher nannte man es schlicht “Phrasendrescher”, aber inzwischen ist der Phrasendrescher anscheinend doch nicht nur so etwas wie der berühmte Gabriel-Chip. Denn auch bei dem konnte man sich nicht ohne weiteres sicher sein, ob er nun wirklich die vermutete Elektro-Strahlung im Zaume hält oder nur das zur Verfügung stehende Haushaltsbudget des tatsächlichen Käufers.
Manchmal ist es schon zum Heulen. Schaut man in eine Zeitung und liest etwas über die große Weltpolitik, so ist dort stets das gleiche entweder Wirtschafts- oder Politikersprech zu lesen. Viele Worte, kein Inhalt oder aber der Inhalt ist derart hinter Wortgeschwülsten versteckt, dass man ihn deuten muss, wie ein Irrender in der Wüste die nächste Oase…
… und der Direktor ist zufrieden. Was für ein Schwachsinn!
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