Müll ohne Ende

Und schon wieder ist reichlich Müll verschwunden. Fast sind es Festtage, an denen die Müllabfuhr eintrudelt um die vollgestopften 120 l Restmüll und die 240 l Gelber Sack-Tonne abzuholen.

Diesmal war es ganz krass. Zuerst 120 l Restmüll und am nächsten Tag 10 ausgewählte Teile Sperrmüll. Nur gut, dass das Erdwesen das Hab und Gut so frühzeitig an den Waldrand geschleppt hatte: 3 Lattenroste in unterschiedlichen Qualitäten, 2 Matratzen, 1 kleiner Schreibtisch, 1 Frisierspiegel von einem Toilettentisch, der schon seit Urzeiten in der Ferari-Garage einquartiert gewesen ist, 1 Küchenschrank, den ich einmal gekauft hatte und der dann woanders verschimmelt ist. Dazu ein Brett unbekannter Herkunft, aber mit Plastik und ein Requisit, an das ich mich nicht mehr erinnern kann. Das Erdwesen war riesig begeistert als bereits am Mittag des folgenden Tages alles abgeholt worden war.

Die Müllabholung ist wohl das größte und mächtigste Instrument unserer Zivilisation! Und gegen die Mülltrennung sage mir auch nur niemand ein böses Wort. Diese Berge, die über die Jahre entstehen!

Mindestens 30 Jahre wurde dem Erdwesen von den Altvorderen erzählt, sie haben keinen Müll. Sicher: Das meiste wanderte tatsächlich einfach über den Winter in den Ofen. Besonders mit dem Verbrennen von Plastik machte sich Erdwesens Mutter einen Namen und zerstörte so über die Jahre eine ganze Reihe von Kohleöfen. Und Erdwesens Eltern? Die atmeten alles ein. Aber es hat natürlich niemandem geschaded *hust*

Die folgenden 6 Jahre hatten Erdwesens Eltern auch keinen Müll. Natürlich nicht. Man kann einfach alles auf den Kompost schmeissen und auf einen Miststreuer. Und halt in irgendwelche Ecken. Und wenn man nie etwas wegschmeißt, so kann auch da kein Müll entstehen. Es ist ausgeschlossen.

Zig Autoladungen dieses nicht vorhandenen Mülls sind zu den Wertstoffhöfen Münster und Hannover gelangt. Dann wurde einfach nur noch vom Erdwesen konsequent die Mülltonne befüllt. Außerdem wurde ein Müll-Lager angelegt. Aus diesem Müllager speist sich die Befüllung der Tonne. Herrscht einmal Mangel, im Lager wird man sicher fündig!

Nun ergab es sich, dass binnen 14 Tagen 23 120l-Säcke Altkleider in die passenden Container befördert werden konnten. Dazu kamen noch 7 normale Tragetaschen. Zu den Tragetaschen kam es auch nur, weil das Erdwesen zu Beginn kaum ahnte, wieviel Altkleider sie außerhalb von Schränken (!) vorfinden konnte. Und es gibt immer noch befüllte Koffer und Wannen!

Dann transportierte das Erdwesen 6 120l-Säcke Restmüll nach Hannover. Dort nervt sie seit Jahren gewaltig, dass der asiatische Großclan es nicht schafft, den Unterschied zwischen „Gelber Sack“ und „Restmüll“ zu begreifen. Manchmal reicht es nicht einmal für das korrekte befüllen der Papiertonne und Plastik in der Biotonne findet sich jede Woche. Quintessenz: Die Restmülltonne quillt jede Woche über, obwohl sich nicht einmal ordentlich gepackt ist.

Da die Müllgebühren gigantisch sind, müssen meine Mitbewohner nun eben begreifen, wie man Müll trennt, indem sie jede Woche eine volle Restmülltonne vorfinden, in der sich tatsächlich Restmüll befindet. Das Erdwesen brachte es all die Jahre pro Monat nur auf einen mageren Klopapierbeutel voll von Restmüll.

Heute schleppt das Erdwesen den nächsten 120l Sack Restmüll nach Hannover. Dazu einige kleinere Einheiten, wie sie sie stets befördert. Zwischenlager: Garage. Ein ordentliches Management ist alles.

Auch nicht gut brennbares Papier hat schon seinen Weg in die hannöversche Tonne gefunden. Diese Tonne ist aufgrund der schlechten Sortierung so gut wie nie ausgelastet und fasst 600 Liter. Das einzige, was das Erdwesen misslich stimmt ist die Tatsache, dass Papier unglaublich schwer ist und nur in begrenzter Menge über die A2 befördert werden kann. Aber: Was weg ist, ist weg.

Doch damit nicht genug: Insgesamt 3 Wagenladungen von Sperrmüll fanden inzwischen ihren Weg zum Resyclinghof. Und da das Erdwesen dort jetzt schon zu den besten Kundinnen gehört, kamen auf diese Art auch 9 120l-Säcke feinster Restmüll dort an. Vornehmlich handelte es sich um Siloplane, aber auch edler Strick war darunter, der nur deshalb nicht in die Altkleidersammlung konnte, weil er zuvor im Kuhtrog unter Stroh und Dung gelegen hatte.

Es ist unfassbar.

Was das Altmetall angeht, so führt das Erdwesen diverse diesbzügliche Haufen. Bauschutt, weit weniger häufig anzutreffen, wird portionsgerecht in Eimer gefüllt, um zu gegebener Zeit genutzt werden zu können. Was das Erdwesen allerdings erstaunt ist auch, dass die Gelber-Sack-Tonne schon 2x fast am überlaufen war. Es ist nicht zu fassen, wieviel Verpackungsmüll noch überall zwischen den „guten Dingen“ schlummert. Und die Verpackungen kommen auch aus den Jahren, in denen noch niemand daran gedacht hatte, das alles eines schönen Tages zu recyclen oder nach Malaysia zu exportieren.

Und dann hätten wir da noch Holz. Inzwischen sammelt sich ein wahrhaft riesiger Berg davon, aber das ist kein Problem, wenn es sich irgendwie mit einer Motorsäge zerkleinern lässt. Holz ist Brennmaterial. Und dass noch so viel Mist daran klebt ist ebenso unerheblich. In Afrika wird schließlich maßgeblich damit geheizt!

Erdwesen fragt sich, wie lange sie so wird fortfahren können. Ein Ende ist praktisch nicht in Sicht und eine wirkliche Besserung wird erst dann eintreten, wenn irgendwer die ganzen überflüssigen Möbel abtransportiert. Was für ein Chaos?!!

Über Erdwesen

Erdwesen ist ein Erdwesen! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Erdwesen schreibt aber auch noch in einer Reihe von anderen Foren und es gibt auch Foren, in denen sie sich so unbeliebt gemacht hat, dass sie dort heute besser nicht mehr schreibt.
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