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Archive für März 2011
Beitrag auf DRadio
28.3.2011 by Erdwesen.
Heute hat das Erdwesen einen interessanten Beitrag auf DRadio gehört. Den Beitrag gibt es auch auf der Webseite zum Anhören oder Nachlesen:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1422381/
Und für den Fall, dass er einmal von dort verschwinden sollte… liegt er auf Worddoc/BlaueSeite/Bild als pdf mit dem Namen kernschmelze_2011_03_28.pdf
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Von wegen Atrappen!
28.3.2011 by Erdwesen.
Das Erdwesen hat noch niemals verstanden, wozu manche Teichbesitzer sich Holzentchen anschaffen, die dann auf dem Teich plaziert werden.

… das war jedenfalls der Anblick heute als das Erdwesen dem Schrebergarten mal wieder einen Besuch abstattete. Nick und Anna ließen sich nicht großartig stören und gründelten vergnügt in ihrem Privatteich.
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Impressionen aus Hamburg
26.3.2011 by Erdwesen.
An diesem Samstag waren vier Großdemonstration gegen Atomkraft innerhalb von gerade mal zwei Wochen ad hoc geplant und umgesetzt worden. 110000 Teilnehmer in Berlin, je 40000 in Köln und München und noch einmal 50000 in Hamburg. Mit Niedersachsen-Ticket und vermutlich per atomstrom-angetriebenem Metronom ging es auch für das Erdwesen nach Hamburg.

“Frau Merkel nach Fukushima”
Wir waren viele Leute, wirklich viele! Bis der Demozug endlich ins gemächliche Schreiten kam, dauerte es sehr, sehr lange. Erdwesen glaubt, dass die Veranstalter wohl nicht mit so vielen Leuten gerechnet hatten. Auch auf dem riesigen Hamburger Rathausplatz wurde es eng. So eng, dass auch das Erdwesen nicht mehr wirklich wagte, sich weiter ins Getümmel zu stürzen. Einige Leuten wurde deutlich unwohl wegen der vielen Menschen so dicht um sie herum und so versuchten sie, sich möglichst schnell von der Menge, die ihren Zielort ja erreicht hatte, zu entfernen. Das alles dauerte dennoch seine Zeit.Was hätte die Staatsmacht wohl getan, wenn einige Menschen in anbetracht der Enge in Panik verfallen wären??? - Ist ja auch egal, ein Restrisiko gibt es ja immer irgendwie…

”Mit ABSCHALTEN meinen wir nicht Euer Gehirn!”
Vom langen Warten, bis die Demo sich überhaupt in Gang gesetzt hatte, waren viele Demonstranten, zumeist ältere, ziemlich mitgenommen und suchten sich zunächst einmal irgendwo in der Innenstadt Sitzplätze. Auf den Boden setzen konnte man sich nicht, dazu war es viel zu voll. An der Seite, wo sich das Erdwesen befand, konnte man sogar die Kundgebung kaum noch hören, auch war es zunächst nicht ersichtlich, wo überhaupt die Bühne installiert war. Aber: Es sind ja nur die uns regierenden Politiker, die immer noch nicht kapiert haben, dass die Lösung allen Übels in hartem Energiesparen liegt und ganz sicher nicht in alten, neuen oder zukünftigen Atomkraftwerken.

“Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht! - Brüderle”
Und am aller nettesten fand das Erdwesen ein Plakat, welches sich einem ganz besonderen Politiker widmete. Tja, so ist das, wenn schlecht bezahlte, aber trotzdem qualifizierte Angestellte dazu gezwungen werden, Protokoll zu schreiben, nur weil die “hohen Herren” das nicht selbst tun wollen, da sie es als “niedere Tätigkeit” betrachten. Was sind schon Protokolle?! In modernen Behörden gibt es deswegen auch gar keine mehr. So hat man dann wenigstens gar nichts mehr, an das man sich halten muss. Und außerdem kriegt man als “Entscheider” ja überhaupt immer zu viele E-Mails, die man eigentlich lesen muss…
Am meisten jedoch müsste den Politikern zu denken geben, dass die Demonstranten ganz normale, bodenständige Menschen sind.

“Wo die rote Sonne lacht, ist der Widerstand erwacht!”
Es sind keine “Randgruppen”, “Benachteiligte” oder sonst irgendwelche sonderbaren Gestalten. Es sind ganz normale Bürger dieses Landes! Es ist offenkundig jene Bevölkerungsgruppe, zu der die Politik jeglichen Kontakt verloren hat. Ist die Gruppe der “Migranten”, die Gruppe der “Hartz IV-Empfänger”, die Gruppe der “Armen” noch irgendwie greifbar - zumindest als “Pack”, welches man notgedrungen in der Gesellschaft akzeptieren muss, so handelt es sich bei diesen Demonstranten um jene, die mit beiden Beinen mitten im Leben stehen. Auch können es nicht alles “Dannenberger Bauern” sein - ganz Niedersachsen hat nur ca. 40000 wirtschaftende Betriebe und es sind auch nicht die “Intelektuellen”. Nein, es sind einfach “alle”. Sie sind der offzielle Durchschnitt dieses Landes!

“AufpASSEn!”
Wäre das Erdwesen Poliker, so hätte es vor dieser Bevölkerungsschicht auch Angst, denn diese Gruppe von Menschen ist die, die Ihr Politiker eigentlich vertreten solltet. Es ist die Gruppe von Menschen, wegen der Ihr an der Macht seid! Und das bedeutet auch, dass Ihr klare, dauerhafte und verlässliche Konzepte vorlegen müsst, aufgrund derer wir unsere Entscheidung treffen können, Euch zu wählen oder jemand anderen!
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Krokusblüte
24.3.2011 by Erdwesen.
Die Sonne scheint, aber es ist immer noch ziemlich kalt. Die Krokusse stehen nun in voller Pracht - immerhin!

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Wieviel Radioaktivität ist “zu viel”?
18.3.2011 by Erdwesen.
Es wird immer schlimmer.Tepco soll jetzt den Wert, dem die eigenen Arbeiter im Atomkraftwerk ausgesetzt sein dürfen auf100 mSv/h erhöht haben. 100 mSv/h das sind 100000 µSv/h. Also 100 mal mehr als der GammaScout des Erdwesens überhaupt anzeigen kann.
Bei einer einmaligen Bestrahlung mit 10 mSv, gibt es einen Krebstoten unter 10000 Personen. Wann bei einem Menschen der sofortige Strahlungstot einsetzt, ist unterschiedlich von Mensch zu Mensch und der jeweiligen Robustheit. Man geht davon aus, dass eine einmalige Bestrahlung mit 6 Sv (Hiroshima) “ausreichend” für den Strahlungstot ist. In Hiroshima hat diesen Wert jedenfalls niemand überlebt (Quelle: http://www.strahlentherapie.uni-bonn.de/strahlen_info.htm).
Inzwischen wurde auch berichtet, dass nicht evakuierte Bereiche außerhalb der 30 km-Zone bereits 100 - 150 µSv/h an Strahlung aufzuweisen haben. Wenn man dann bedenkt, dass ganz Hannover in Hysterie ausbrach als ein einzelner Punkt in der Nähe eines Kinderspielplatzes und einer Kindertagesstätte in der List gerade mal mit 2,3 µSv/h strahlte und die Stadt- bzw. Regionsverwaltung mehrere Monate brauchte, um den schließlich ausgekofferten Untergrund zu entsorgen (wo ist er eigentlich letzten Endes geblieben?), weil ein Abnehmer nach dem anderen sich weigerte, vermag man in etwa zu erahnen, was den Menschen in Japan da gerade angetan wird.
Erdwesen fragt sich, wie es hier aussähe. Würde nicht unsere Regierung ebenfalls mit der Evakuierung Hannovers warten bis zur allerletzten Sekunde und damit bis es endgültig zu spät wäre? Schlimmer noch: in Niedersachsen ist der Katastrophenschutz über die Landkreise organisiert. Wieviele Experten gibt es bei der Region Hannover wohl für Radioaktivität? Wieviele Geigerzähler stehen da wohl zur Verfügung?
Und was bleibt uns Bewohnern anderes übrig, als entweder auf “Gut Glück” alles zurück zu lassen und “zu flüchten” oder aber auf die Behörden zu vertrauen und mit zugeklebten Fenstern so lange zu warten, bis die Luft innen zu knapp wird und man sie schon allein deshalb wieder öffnen muss.
Radioaktivität ist tückisch, denn wir besitzen keine eigenen Sensoren, um sie wahr zu nehmen. Man ist auf Messgeräte angewiesen, wenn man sich selbst ein Urteil bilden will. Hat man keins, ist man von den offiziellen Angaben abhängig und aus den paar Messungen, die das Erdwesen bisher gemacht hat weiß sie, dass die Radioaktivität tatsächlich auf kleinstem Raum sehr unterschiedlich ausfallen kann. Da wäre es wichtig zu wissen, wohin man seinen Fuß setzt oder welchen Weg man einschlägt.
Wenn es um die Frage geht, wieviel Radioaktivität geht, dann gibt es nur eine richtige Antwort: jedes Quentchen an Radioaktivität ist zu viel. Jeder noch so kleine Partikel addiert sich auf und je nachdem wie robust ein Organismus ist, wirkt er sich früher oder später (oder eben nicht) während der normalen Lebensspanne aus. Offenbar ist die poltitische Denkwelt aber so, dass das, was zu viel ist an Radioaktivität abhängig ist, von den sonstigen Gegebenheiten, die gerade herrschen. In Hannover liegt die Schmerzgrenze bei 2,3 µSv/h auf einem bestimmten Punkt am Boden - jedenfalls so lange Grohnde ordnungsgemäß funktioniert.
Momentan beschäftigt Erdwesen echt nur eine Frage: Warum wurde nicht von Anfang an jede Sekunde genutzt, um Leute zu evakuieren und so weit wie möglich aus der Gefahrenzone zu bringen, bevor es endgültig zu spät ist? Schon klar, das dort alles kaputt ist, aber das kann doch keine Ausrede sein dafür, dass man es nicht hin bekommt, entsprechende Transporte zu organisieren. Wie es tatsächlich in Japan aussieht, wissen natürlich nur die Leute, die sich auch dort befinden, aber trotzdem kommt es mir aufgrund der Berichte derzeit so vor, als überließe man die Menschen doch mehr oder weniger sich selbst. Wenn einer Benzin bekommt, kann er sich auf eine verstopfte Straße einreihen. Wer Bahn fährt, bleibt eben zu Hause, denn die Züge verbrauchen ja zu viel Strom. Kompletter Irrsinn. Und genau diesen Irrsinn würde es vermutlich auch hier geben, wenn Grohnde in die Luft flöge.
Da das Erdwesen inzwischen eine Zeitung von Vorgestern organisieren konnte, in der das Grohnde-GAU Szenario durchgespielt wurde, wird sie sich mal damit beschäftigen. Ist ja sicher alles bestimmt wieder gar nicht so dramatisch wie diese nervenden Ökos immer meinen…
———
(Umrechnung von Milli- in Mikrosievert und zurück)
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Siebene auf einen Streich!
15.3.2011 by Erdwesen.
Einst gab es ein kleines tapferes Schneiderlein, welches sieben Fliegen erschlug und stolz auf seinen Gürtel stickte: “7 auf einen Streich!”. Niemand wusste, dass es sich dabei nur um Fliegen gehandelt hatte und so hatten alle, auf die das kleine Schneiderlein traf, plötzlich mächtig Respekt vor ihm.
Und das hatte wohl auch unsere Kanzlerin im Sinn, als Sie im Gefolge der radioaktiven Bundesländer beschloss, 7 alte und klapprige Atomkraftwerke für 3 Monate still zu legen. Noch vor wenigen Monaten war der Sicherheitsstandard aller AKWs von Ihr, der eifrigen Physikerin, hoch gelobt worden. Sie und Ihr Atom-Umweltminister, die Niedersachsen (und das Münsterland!) zur Atommüllhalde der gesamten Republik verkommen lassen möchte, ganz egal, welche Auswirkungen die Asse auf das nordeutsche Grundwasser haben mag, ganz gleich ob es im Wendland eine Gasexplsion gibt, bei der sich der Inhalt von ein paar alten Castoren sich über die Lüneburger Heide und noch ein paar Hundert oder Tausend Kilometer weiter verteilen werden, vollkommen egal, ob bei Salzgitter eine Frau einen ungnehmigten Brunnen genau über Schacht Konrad für die Bewässerung ihres Gartens einrichten will.
Siebene auf einen Streich. Was für tapfere kleine Schneiderlein.
Als das Erdwesen gestern in den Nachrichten hörte, dass es ein “Moratorium” für die Dauer von 3 Monaten gäbe, in denen die Laufzeitverlängerung ausgesetzt würde, wurde ihr einfach nur übel.
Wie tief kann jemand sinken, um eine Wahl zu gewinnen? Wie tief kann die Meinung vom eigenen Volk sein? - Es ist widerlich. So widerlich, dass man sich nur noch angeekelt schütteln kann.
Und das ist eine Pastorentochter. Heißt Lügen und Betrügen gut und schämt sich nicht im geringsten, bei der Abstimmung zur Laufzeitverlängerung im Oktober letzten Jahres auch noch KEINEN Stimmzettel abzugeben. Das Erdwesen fragt sich nur, welche Karrierechancen ihr das verbaut hätte?!
Interessant ist auch, dass auch Herr Westerwelle gar nicht abstimmte. Und nun sind ausgerechnet diese beiden, die “Erfinder” des Moratoriums? Warum zeigen die beiden nur plötzlich und unerwartet so viel Initiative, wenn ihnen doch vorher schon ein schnödes “ja” zuviel war?
Hier der Liste all derjenigen, die Ihre Stimme zur Laufzeitverlängerung nicht abgaben:
Dr. Peter Gauweiler
Ursula Heinen-Esser
Gunther Krichbaum
Dr. Thomas de Maizière
Dr. Angela Merkel
Eduard Oswald
Dr. Peter Ramsauer
Sabine Bätzing-Lichtenthäler
Dagmar Freitag
Günter Gloser
Wolfgang Gunkel
Michael Hartmann (Wackernheim)
Dietmar Nietan
Ottmar Schreiner
Dr. Dieter Wiefelspütz
Daniel Bahr (Münster)
Paul K. Friedhoff
Dr. Werner Hoyer
Lars Lindemann
Burkhardt Müller-Sönksen
Dr. Guido Westerwelle
Karin Binder
Diana Golze
Jutta Krellmann
Sabine Leidig
Kathrin Senger-Schäfer
Dr. Axel Troost
Sahra Wagenknecht
Sabine Zimmermann
Lisa Paus
Wollten diese Leute vielleicht anders abstimmen als die Parteilinie es vorgab? Wenn ja, warum sind dann auch “große” Namen auf der Liste? Von denen sollte man doch annehmen, dass sie Rückgrat genug hätten oder haben müssten, sich durchzusetzen? Warum enthielten sie sich nicht einfach der Stimme?
Wer das Märchen kennt, weiss, was dahinter steckt. Niemand sollte es zulassen, dass die kleinen Schneiderlein weiterhin Könige bleiben.
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Der schleichende Tod von Fukushima
15.3.2011 by Erdwesen.
Nachdem das Erdwesen gestern Abend die Adressen frührer Brieffreundinnen aus Japan noch einmal hinsichtlich ihrer Lagebeziehung zum außer Kontrolle geratenen Atomkraftwerk Fukushima I verglichen hat (eine war aus Tokio, ein zweite leicht südlich von Tokio, eine von der Nordinsel Hokaido und eine weitere aus dem äußersten Süden), wird es nun hohe Zeit aufzuschreiben, was aufzuschreiben ist.
Am Sonntag brach der Greenpeace-Server offenbar unter der Last der Anfragen zusammen und auch der Webserver des BMU hatte Probleme. Mittlerweile aktualisiert das BMU in unregelmäßigen Abständen den “Lagebericht” zu den japanischen Reaktoren und führt zudem auch eine Historie. Das ist ungewöhnlich, aber man will sich auf keinen Fall, in die Lage bringen, etwas nicht zu schreiben oder etwas, vielleicht auch versehentlich abzuändern, was dem Umweltministerium womöglich negativ ausgelegt werden könnte. Schließlich haben wir in Deutschland derzeit eine Regierung, die die Atomindustrie hätschelt und pflegt und wo sogar Ex-Ministerpräsidenten in derlei Vorstände wechseln, um ihr ehemals karges Beamtengehalt aufzubessern, bevor sie dann endgültig in Rente gehen.
Vor 25 Jahren, als uns die Katastrophe von Tschernobyl heimsuchte, war die Berichterstattung ein einziges Chaos. Messungen wurde überall und nirgends durchgeführt. Kein Mensch wusste, was zu tun ist. In der Schule hatte das Erdwesen gerade erst gelernt, dass bei einem Super-GAU eigentlich sowieso alles zu spät ist und sie erinnert sich noch gut, wie die ganze Klasse den Erdkundelehrer mit Fragen bombardierte. So wird man wohl zur Geographin.
Diesmal ist das Unglück zu unserem Glück weit weg. Wir müssen nicht in Panik geraten, wir können uns zurück lehnen, wir können uns die Zeit nehmen, nachzudenken. Wir haben es nicht mit irgendeinem Land zu tun, sondern mit Japan. Dem womöglich einzigen Land der Welt, welches genauso verhasst ist, wie Deutschland selbst und einem der wenigen Länder, die auch in den 80ern zu den deutschfreundlichen gehörten. In Japan wurde die Yashica vom Erdwesen hergestellt und auch der größte Teil ihrer Pioneer-Stereoanlage ist noch “Made in Japan”. Die Ninja stammt zwar aus Taiwan, aber ist dennoch ein japanisches Fabrikat. Immerhin. Und nun havariert dort ein Reaktor und niemand weiss, wie lange die 50 verbliebenen Arbeiter im Atomkraftwerk von den einst 800 die Dinge noch überhaupt regeln können. Den Reaktor 2 haben sie bereits aufgeben müssen. Die Strahlung war zu hoch. Es ist kaum vorstellbar, wie diese Techniker ausharren, obwohl keiner von ihnen ohne Folgen wird weiterleben können. Das ist eine andere Form des Kamikaze-Flugs, der die Welt einst in Angst und Schrecken versetzte und für den die Japaner berühmt geworden sind. Eine Eigenschaft, die jetzt vielleicht große Teile der Bevölkerung zu retten vermag. 35 Mio. Bewohner des Großraums Tokio kann man nicht so einfach evakuieren. Und wenn man es schaffte, wohin sollte man sie bringen?
Doch noch einmal zurück zum Lagebericht des BMU. Ich habe die Graphiken von dort, die die Messungen rund um das Atomkraftwerk zeigen, auch auf dieser Server hochgeladen, da man im Web nie weiß, wie lange sich so etwas auf einem fremden Server hält:
Bei der Veröffentlichung der ersten Graphik hat das Erdwesen die Beschreibung Ihres Geigerzählers hervor gekramt. Der Gute liegt in seiner Ecke und zeigt heute 0,09 µSv/h an. Wenn es regnet können es auch schon mal 0,17 µSv/h sein. Und dann vergleichen wir mal diesen Wert mit denen auf der Y-Achse (hochkant) dieser Graphik… All diese Werte hätte der Gamma Scout auch noch messen können. Erst ab einem Wert von über 1000,00 µSv/h ist dieser Geigerzähler quasi machtlos und zeigt, dass er höhere Werte nicht mehr messen kann. Dann sollen auf seinem Display nur noch Ns stehen. Erdwesen will hoffen, dass Sie diesen Fall aber auch wirklich NIEMALS erleben muss.

Und nun werfen wir einen Blick auf die nächste Graphik. Da zeigt die Skalao schon satte 3500 µSv/h an. Nun zitiere ich mal die Betriebsanleitung des Gamma Scout:
“Für Personen, die beruflich in der Nähe von Strahlungsquellen arbeiten, gelten in der EU zwei Obergrenzen”. Bei 2000 Arbeitsstunden dürfen durchschnittlich 3 µSv/h anfallen (Kategorie B) oder aber 10 µSv/h (Kategorie A).
Für ganz normale Bürger gelten natürlich viel geringere Werte. Bei Strahlengrenzwerten ist es übrigens so, dass jegliche Strahlung gefährlich ist.Deswegen gilt auch: je weniger Strahlung man abbekommt, desto besser. Es ist dabei egal, woher die Strahlung kommt. Viele Leute glauben ja, dass die “natürliche Hintergrundstrahlung” überhaupt kein Problem darstellt. Dem ist aber nicht so. Man hat einfach nur Glück, wenn man in Norddeutschland wohnt, wo es viel weniger Hintergrundstrahlung gibt als beispielsweise im Erzgebirge. Dann ist natürlich auch noch die Strahlung in unterschiedlichen Wohnungen unterschiedlich hoch. Das liegt an den Steinen, aus denen die Wohnung gebaut wurde. Wenn man z.B. schöne italienische Fliesen im Badezimmer hat, dann kann es sein, dass das Badezimmer ein hoch belaster Raum der Wohnung ist. Das liegt daran, dass die Substanzen, aus denen die italienischen Fliesen bestehen meist auch dort abgebaut werden, wo sowieso relativ hohe Strahlung im Gestein zu finden ist.

Und dann mit der nächsten Abbildung traf das Erdwesen sozusagen der Schlag. Die Y-Achse zeigt allen Ernstes 14000 µSv/h.

Es ist einfach nur erschreckend. Wer von so einem hohen Ausstoß an Strahlung getroffen ist, müßte fast gebraten werden. Keine Ahnung. Schrecklich.
In Tschernobyl rettete einzelne Menschen oft nur ein Standort einige Meter entfernt von einem Menschen, der einer sehr hohen Strahlendosis ausgesetzt war. Deswegen muss man genau wissen, woher sich z.B. radioaktive Wolken bewegen. Deshalb wurde nach Tschernobyl ein Messstellennetz in Deutschland installiert, mit dem man radioaktive Wolken ganz genau beobachten kann. Es führt ein stilles Dasein und kaum jemand hat davon bisher Notiz genommen. Die Karte ist auch zum Glück total langweilig und ich will hoffen, dass diese Karte für immer und ewig genau so langweilig bleibt wie sie es ist. Das Messtellennetz des Bundesamtes für Strahlenschutz findet man wie viele Dinge im Internet. Wer sich für das ganze Drumherum insteressiert, kann sich auch das anschauen.
Was aber wäre, wenn wir dieses Internettool wirklich brauchen, weil in Deutschland ein Atomreaktor außer Kontrolle gerät? Viele nicht auch der Strom aus? Funktioniert dann das Internet noch? Was bringt dieses System uns als Bürgern?
Die Sirenen des Kalten Krieges, mit denen das Erdwesen noch aufwuchs, gibt es nicht mehr. Normaler Fernsehempfang wurde durch DVB-T ersetzt und die Radios von heute haben in der Regel einen grottigen Empfang.
Schrecklich, was in Japan passiert. Man kann den Kamikaze-Ingenieuren nur wünschen, dass Sie lange durchhalten und dass am Ende der Katastrophe noch genug Japaner übrig sein werden, um diesen Menschen ein Denkmal zu setzen. Vielleicht ein Denkmal so wie das, was uns heute noch an Hiroshima erinnert.
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Anselm Grün: Damit die Welt verwandelt wird, 2011
9.3.2011 by Erdwesen.
Grün, Anselm: Damit die Welt verwandelt wird - Die sieben Werke der Barmherzigkeit, 2011.
Lesezeit: zwei Abende
Da das Erdwesen schon oft gefragt wurde, was sie denn so eigentlich lese und sie dann niemals etwas zu antworten weiss, wird sie an dieser Stelle das ein oder andere Buch benennen, welches sie gelesen hat oder welches sie auch nicht gelesen hat. Denn es gibt Bücher, die sind in der Tat so übel, dass ein Weiterlesen erst gar nicht lohnt.
Das Buch von Anselm Grün sah das Erdwesen im Supermarkt. Die Hälfte aller Bücher ist dort eher aus dem Bereich Horror und die zweite Hälfte verteilt sich vom historischen Roman über Krimis bis zu Sachbüchern. Das von Anselm Grün gehört wohl auch zum Bereich “Lebenshilfe” oder “Ratgeber”, aber sollte jemand in der Hektik des Supermarkteinkaufs nach einem solchen suchen, wird er von dem Buch zunächst einmal tief enttäuscht sein.
Auf 160 Seiten mit großer Schrift, meinem Lieblingszeilenabstand von 1,3, einem einfachen Satzbau und einigen Bibelzitaten findet sich, ja was?
Vielleicht sollte man zuerst einmal bemerken, dass Anselm Grün ein Benediktinermönch ist. Oft findet sein Name sich im Zusammenhang mit Gedanken zum Umweltschutz und zur neuen Menschlichkeit. Wahrscheinlich ist er sogar gefürchtet von denjenigen, die sich durch seine Worte beschämt fühlen müssen, da sie ihr Handeln allein auf die Maxime der Wirtschaftlichkeit ausgerichtet haben und dabei vergaßen woher sie einst kamen. Aber kann man seinen Worten wirklich wiedersprechen?
Erdwesen muss gestehen, um das Buch vollkommen zu verstehen, mangelt es ihr im Nachhinein an den Grundlagen. Bisher wusste Sie nicht, dass es 7 leibliche Werke der Barmherzigkeit und sieben geistige Werke der Barmherzigkeit überhaupt gibt. Okay, von allem hat sie hier und da einmal gehört, aber das ist etwas anderes, als wenn man sich ein ganzes Buch lang einmal auch darauf einlässt. Fast schon ist das Buch zu kurz als, dass man sich aus unserer verdrehten Welt wirklich darin einfühlen kann. Oder muss man es gar zwei-, drei- oder viermal lesen, um die Gedanken des Autors verinnerlichen zu können? Je mehr sich das Buch dem Ende neigte, desto mehr Aha-Erlebnisse vermittelte es. Desto mehr gelang es Anselm Grün, die unsortierten Gedanken der Leserin durch seine Sprache in ihre zu verwandeln. Und genau dies ist ein Akt der Barmherzigkeit.
Hungrige speisen, Durstige tränken, Nackte bekleiden, Fremde beherbergen, Gefangene erlösen, Kranke besuchen und Tote begraben. - Das ist sehr oft sehr weit weg von unserem alltäglichen Leben, weil wir alles auf eine wirtschaftliche Art instutitionalisiert haben. Es wird sich darum gekümmert, was sollen wir da noch groß tun? In Wahrheit jedoch und so sagt es Anselm Grün, sind wir selber als Christen gefordert uns darum zu kümmern. Uns darum zu kümmern in unserem täglichen Leben und das gute an diesem Buch ist auch, dass er gleich zeigt, wie das eigentlich gehen kann.
Irrende zurechtweisen, Unwissende lehren, Zweifelnden recht raten, Trauende trösten, Lästige geduldig ertragen, Denen, die uns beleidigen gern verzeihen und Für Lebende und Tote beten. All das sind Dinge, die man viel öfter erwähnen muss, damit sie wieder Eingang finden in unser tägliches Leben und damit wir wieder unsere innere Ruhe, unsere “innere Mitte” sehen und fühlen können.
Kurz gesagt: Dies ist ein Buch, kurz und knapp gehalten. Aber ich denke, um alle Gedanken wirklich bei sich selbst nachspüren zu können, muss man es ein weiteres mal lesen, muss man vielleicht auch in unterschiedlichen Lebenssituationen sein, muss man sich vor allem auf die Ruhe und Entspannung, die dieses Buch vermittelt, einlassen. Und aus genau diesem Grunde muss es auch nicht länger sein, denn am Ende ist alles gesagt, aber vieles noch aufzubereiten.
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Hauptsache billig
8.3.2011 by Erdwesen.
Das ist schon eine interessante Richtung, in der die “Guttenberg-Debatte” derzeit geht. Der Gute ist am ersten Tag der diesjährigen CeBIT (01.03.) nun doch noch zurück getreten. Dass der Rücktritt jedoch so spät kam und mittlerweile Aussagen kursieren, dass er 200 Stellen abgeschrieben haben soll und auch noch 100 Strafanträge eingegangen sind, führt nichts desto trotz zu seltsamen Überlegungen der so genannten gesellschaftlichen Öffentlichkeit.
So geht es nicht darum, dass sich möglicherweise jemand einen Doktortitel bekommt, weil er aus bestimmten “gehobenen” Familienverhältnissen stammt, sondern es geht darum: wer bekommt in Deutschland überhaupt einen Doktortitel? Es sind anscheinend viele. So viele, dass niemand mehr so richtig den Überblick hat. Halt: Masse statt Klasse.
Was viele schon lange vermutet hatten, wird nun tatsächlich auch diskutiert. Da gibt es Leute, die haben zwar kein Diplom, aber einen Schnelldoktortitel. Nur eine begrenzte Anzahl von Menschen gibt sich bei der Erstellung ihrer Arbeiten offenbar tatsächlich Mühe. Aber wer vermag die Qualität zu beurteilen? Lachen tun bei bisher unerforschten Dingen am lautesten stets die, die das Alte vertreten und es für unumstößlich richtig halten. Da hat man es mit einer 0/8/15-Arbeit, die ein bekanntes Thema betrifft, sicher viel leichter. Auch das Erdwesen wollte einmal über die Datenströme scheiben, die über das world wide web in die ein oder andere Richtung fließen, aber das fanden einige Leute so absonderlich, dass es als Untersuchungsthema einfach gar nicht in Betracht kam. “Was willst Du?!” - Da galt das www noch als Merkwürdigkeit einiger Technik-Besessener und hatte ganz sicher nichts mit Geographie zu tun. Also beließ sie es bei den Verkehrsströmen, die sich besser beobachten lassen, weil man auf der Straße täglich mit Ihnen konfrontiert ist.
Erdwesen glaubt nicht, dass der einzige Bereich ist, der von diesem “Masse statt Klasse”-Symptom betroffen ist. Woanders ist es ja schon lange offensichtlich. Ob es nun Billigräder von Bocas sind oder “Porzellan”, welches nach einer etwas konkreteren Berührung mit einem Löffel plötzlich Abnutzungsspuren zeigt. Das Dumme ist nur, dass man sehr oft keine Auswahl mehr hat. Man kann wählen zwischen billigen oder teuren oder teureren Dingen, aber allzu oft kriegt man - ganz gleich in welcher Kategorie man kauft - nur Schrott. Aber wer hätte offiziell gedacht, dass nun auch höhere akademische Ausbildungen davon betroffen sind?
Bei Bachelor-Abschlüssen, die nichts anderes als ein Vordiplom sind (also früher nicht einmal der Rede wert waren), bei Master-Abschlüssen, die irgendwie von fast allen “Hochschulen” ausgestellt werden dürfen und wo man sich manchmal wirklich wundert, was denn nun daran ausgerechnet “hoch” sein soll und deren Abschlüsse nun so etwas wie ein Diplom sind - da war der ganze Verfall, der damit einher ging, schon längere Zeit nur allzu offensichtlich. Da war es fast die logische Konsequenz, dass es nun eben auch die Doktortitel betrifft, also dass, was man eigentlich zum PhD hätte machen wollen, um es endlich auch weltweit “anerkannt” zu wissen.
Etiketten sind eben doch etwas anderes als die Ware, die sich dahinter verbirgt. Und so wären wir wieder beim Thema “Hauptsache billig”, denn wer ist bei der Vielfalt des Angebotes noch in der Lage zu unterscheiden?
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Kalt und Sonne
7.3.2011 by Erdwesen.
So, nun haben es die Krokusse im Garten doch noch geschafft, sich mal etwas oberhalb des Erdbodens umzuschauen!
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