Prophetin im Fuhrpark

Anfang Februar hatte das Erdwesen die ersten Informationen bekommen. Am Sonntag erreichte endlich der Prospekt das Erdwesen. Heute wartete das Erdwesen dann schon ab 6:51 Uhr vor dem hiesigen Aldi, um endlich der 11-jährigen Planung Taten folgen zu lassen. Einen A-Führerschein brauchte sie zwar nicht, aber das hätte ja auch gut anders kommen können.

Das Erdwesen ist also nun im Besitz einer um 7:04 Uhr eingekaufen Prophetin mit theoretisch 120 km Reichweite im Schubmodus. Das war gar nicht so einfach, denn es waren offenbar noch Damen-Bikes vom Vorjahr übrig. Zwei Herren-Räder wurden aus dem Kühlraum geholt und endlich bekam das Erdwesen Zugriff auf genau ihr neues e-Trekkingrad.

In Kürze folgen die üblichen Umbauten, wie sie alle meine Bikes über sich haben ergehen lassen müssen. Die erste Montagerunde ist erfolgreich verlaufen, ebenso die ersten drei Runden um das Erdwesensche Domizil. Auf alles weitere bin ich schon sehr gespannt!

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Tolino-Update von Hand

Das automatisierte Tolino-Update hat nicht mehr geklappt. Also hat das Erdwesen heute von Hand ein Update eingespielt. Nun ist das Betriebssystem wieder up-to-date und der Zugriff auf den Hugendubel-Shop ist wieder möglich. Ein englisches Buch, welches das Erdwesen zwar einst gekauft hat, jedoch niemals abrufen konnte, ist nirgends mehr auf der Liste der gekauften Bücher verfügbar. Damit bestätigt auch der Tolino jegliches Argument gegen den Kauf digitaler Medien auf das Feinste.

Ein einmal gekauftes, gedrucktes Buch wäre nur abhanden gekomme, wenn es direkt nach dem Kauf aus der Einkaufstasche gerutscht wäre oder wenn das Erdwesen es direkt am Thresen hätte liegen lassen. Digitale Sachen aber „verschwinden“ in nicht mehr nachvollziehbarer Art und Weise und sind weg – ohne dass man noch einen Beweis hätte, der zeigt, dass man es überhaupt einmal besessen hat.

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Handwerklich begabte Nachbarn

Heute waren meine handwerklich begabten Nachbarn den ganzen Tag lang über sehr fleißig und haben ohne nennenswerte Pause an neuem Garten-Equipment gewerkelt. Die neue Sitzgarnitur mit angegliederten Bänken sieht wirklich sehr hübsch aus! Ich würde sie jetzt noch bunt lackieren.

Der Holzstapel an meinem Haus hat dadurch auch eine neue Ordnung erhalten und ich hoffe inständig, dass der „Rest“ nicht doch noch zum Verfeuern im Sommer mitten im Garten genutzt wird, denn das Lüften ist dann natürlich unmöglich, wenn ich schonmal in meiner Gartenlaube 2 weile und nicht im Gartenhaus Nr. 1 oder gar in den Tiefen Ostwestfalens.

Gartenhaus Nr. 1 Tür schwächelt inzwischen massiv. Mal schauen, ob es dieses Jahr etwas wird mit der neuen Haustür und einem Bettgestellt, aber womöglich ist auch die Hühnerstallstür wichtiger… (ja, das s muss so).

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Bahnstrecke Bielefeld – Hannover

Gestern oder heute, so genau kann das Erdwesen das alles inzwischen nicht mehr auseinander halten, ist es auf eine nette News in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung gestoßen. Ausgerechnet die Strecke zwischen Hannover und Bielefeld soll nun schneller werden! Und am besten baut man dafür gleich neue Gleise entlang der A2. Das hat dann den Vorteil, dass bei derben LKW-Crashes auf der Bahn dann auch gleich die Gleise gesperrt werden können. Die Niedersachsen bleiben in Niedersachsen und die Ostwestfalen – ohnehin ja schon ein eigenartig verwurzeltes Völkchen – bleiben auch da, wo sie hingehören.

Die Welt könnte schöner nicht sein, gäbe es da nicht dieses Erdwesen, was permanent zwischen Ostwestfalen und der Landeshauptstadt hin- und herfahren muss.

Aus Erdwesens ergibt sich momentan das folgende Bild:

Rheda Bahnhof...

Rheda Bahnhof…

Das Bild ist im Original in der Online-HAZ gestern oder heute als „Karikatur des Tages“ erschienen. Das Erdwesen konnte aber nicht umhin, aus „Hintertupfingen“, was für Ostwestfalen nun mal wirklich nicht passt, einfach mal Schilda – äh – wollte sagen – RHEDA – zu machen.

Das wird ein Fest! Wenn die Bahn erstmal so richtig zwischen Hannover und Bielefeld Gas gibt, wird der RE in die gleiche Richtung – also Köln Flughafen – weiterhin seine 8 Minuten Verspätung haben, wenn er in Rheda ankommt. Die verbleibende Zeit reicht dann aber weiterhin nicht den nachfolgenden Bus zu erreichen. Es bleibt also, neue Gleise hin oder her wieder bei der üblichen 1-stündigen Verspätung.

Aber es kommt noch schlimmer! Denn so etwas wie auf dem Bild zu sehen… auch das wird es in Rheda ganz bestimmt nicht mehr geben. Aber eigentlich gibt es das doch schon sowieso ganz, ganz, ganz lange nicht mehr. Denn durch Rheda – ehemalige Hochgeschwindigkeitsteststrecke der Republik – rauschen die ICEs mit so einer absurden Geschwindigkeit, dass vor wirklich jedem gewarnt wird „Achtung, Zugdurchfahrt an Gleis xy!!!“ – Und in Rheda – nimmt das wirklich jeder ernst! Ältere Menschen steigen erst gar nicht aus dem inzwischen installierten Fahrstuhl zum Gleis hoch, aus. Leichtere klammern sich an Stahlträger, typische Erdwesen wenden sich ab und halten sich die Ohren zu. Alle gemeinsam stehen dort und staunen, aber eins wird es dort ganz, ganz, ganz sicher niemals geben: Spinnweben.

Okay, nicht mein bester Beitrag. Egal. Ich bin völlig fertig. 300 zwischen Hannover und Bielefeld??? Ja, ich denke, das ist durchaus möglich. Saisonende, ausreichend Kohle auf dem Konto und dann los. Klein, geduckt und grün und mit mindestens 1000 ccm. Für alles andere sehe ich entweder schwarz oder aber, sofern es blau-weiß mit einem roten S ist, maximal 254 km/h (Ich glaube, das ist derzeit meine Höchstmarke…?). Und zwar zwischen Bielefeld und Gütersloh.

Baut nur so weiter. Sperrt abwechselnd die Bahnhöfe Hannover wegen Stromausfall und Bielefeld wegen Bauarbeiten. Oder probiert einfach mal, in Hannover zur vorgegeben Startzeit einen fahrbereiten Zug einzusetzen. Das wäre für alle der größte Gewinn. Es braucht keine neuen Gleise. Ein paar neue Lokführer – die auch pünktlich zum Dienst erscheinen können, weil sie nicht gerade auf der A2 im Stau stehen (kein Witz!!!) mit ein paar normal neuen Zügen, die im Durchschnitt gute 100 erreichen und alles wäre gut. Einmal ankommen, wie es der Fahrplan vorsieht…

Okay. Ich träum weiter.

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DSL

An diesem Dienstag (19.2.) hat es 1&1 geschafft, den Erdwesenschen DSL-Anschluss frei zu schalten.

Damit waren die Updates für die Garmins, Win7, Win10 und Kubuntu möglich. Als Dank gibt es nun ein offenes WLAN, welches hoffentlich von der hiesigen Einwohnerschaft rege genutzt wird. Ich glaube zwar nicht, dass das bei – so meinte der Telekom-Techniker – auf ca. 34000 gedrosseltem 50er DSL wirklich bemerkt werden wird, aber Kleinvieh macht eben auch Mist.

Problematisch bleibt weiterhin das Update des Tolino. Der war offenbar zu lange nicht mehr im Netz.

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Fitness-Run der Kopftuchträgerinnen

Heute war in der HAZ für die zahlende Leserschaft zu lesen, dass offenbar ein Fitness-Studio (Fitnessloft in Hannover und Laatzen) einer 35-jährigen Sportlerin, das Tragen eines Kopftuches wegen erhöhter Unfallgefahr verboten hat.

Kaum zu glauben, was so ein Bericht für Folgen hat. Zum wirklich aller ersten mal überhaupt, fand sich das Erdwesen heute beim Rückentraining in einer Gruppe mit immerhin 4 Kopftuchträgerinnen wieder?! – Das hat das Erdwesen echt aus den Socken gehauen!

Mama, Tochter und deren zwei Töchter waren mit von der Partie. Mama stand genau im Sichtfeld des Erdwesen und war definitiv heute zum ersten mal überhaupt in einer Fitness-Veranstaltung. Sie flüchtete schon nach der dritten Übung. Die Tochter wirkte sportlich und alles in allem eher so, als trüge sie normalerweise überhaupt kein Kopftuch. Wer weiß, vermutlich ist sie nicht dazu gekommen, die Haare zu waschen und hat deswegen so eine Art Piratentuch ums Haupt gewickelt. Die jüngere Enkelin kannte Sport schon aus dem schulischen Sportunterricht, war aber sehr darauf bedacht, fast so einen Schleier zu tragen, wie ihn katholische Nonnen in 50er Jahre Filmen trugen – nur in Blau. Die ältere Enkelin war eine spaßige Person, wurde aber aufgefordert, sofort ihr Kaugummi in den Müll zu geben… Das wird dann wohl morgen in der HAZ zu lesen sein. Aber keine Bange, diesbezüglich werden auch alteingesessene Germanen belangt. Das Erdwesen parkt ihren Kaugummi dann allerdings immer auf dem Flaschendeckel zwischen. Von wegen, „in den Müll“!!

Nunja. Was in einer AfD-Hochburg so alles passieren kann?!

Tobt jetzt also in Hannover der Kopftuchkrieg. Vorsicht a.i.fitness! Wenn Ihr weiterhin die Sporthalle so schlecht heizt, erscheinen wir demnächst nicht nur mit Jacken, Wollpullovern und Decken. Nein, wir werden auch alle Kopftücher tragen!! Ja, wir wissen, dass das bei a.i.fitness tatsächlich ohne wenn und aber verboten ist, weil man es dort ablehnt, Religion und Sport zu vermischen. Aber bei uns ist es ja kein Zeichen von Religion, sondern von Kälte in Eurer Sporthalle.

Es ist allgemein bekannt, dass muslimische Frauen sich zu wenig sportlich betätigen. Wenn das also jetzt der Anreiz ist, gleich einen Vertrag im Fitness-Studio zu unterschreiben, dann macht mal. Wir werden Eure Erfolge miterleben :-)

Besser eine Fitness-Integration als gar keine und: Nieder mit dem Patriarchat!! – Willkommen in Deutschland. Wir treffen uns dann nächstes Jahr auf dem Weihnachtsmarkt zur Bratwurst mit Glühwein und das Erdwesen ist dann mit dem Kopftuch natürlich auch dabei!

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Jennifer Roberson: Herrin der Täler, 1996 (702 Seiten)

Und wieder einmal hatte das Erdwesen ein sehr schönes Buch aus ihrer Sammlung erwischt, auf dass nun ein zumindest ebenso schönes Buch folgen musste. Doch könnte dieses nächste Buch mit dem vorhergehenden überhaupt konkurrieren?

Jennifer Roberson: Herrin der Täler, 1996 (702 Seiten)

Was für ein Buch! – Wie kann jemand 700 Seiten verfassen und eine so dramatische Geschichte erzählen, die auch noch auf Fakten basiert?

Das Erdwesen war wohl schon auf Seite 650 als es beschloss, nun doch einmal zu recherchieren, wie sich das Massaker von Glencoe einst zugetragen hat. Jennifer Roberson stellt alles in Frage, was das Erdwesen bisher an so genannten historischen Romanen gelesen hat. Bis auf einige wenige Fakten, die die beiden Hauptfiguren des Romans angehen, hat sie es tatsächlich geschafft, alles so zu schildern wie es sich Ende des 17. Jahrhunderts in Schottland tatsächlich zugetragen hat. Und selbst am Ende des Buches gibt sie noch einen Überblick, was mit den Protagonisten tatsächlich im Folgenden geschah. – Zugegebener Maßen hatte das Erdwesen sich kurz vor der entsprechenden grauenhaften Stelle, der das Massaker folgen sollte, innerlich schon fast geweigert, überhaupt noch weiter zu lesen. Wie grausam kann eine Autorin sein, derlei Übel zu schildern? Da war es ein Schock bei der Recherche herauszufinden, dass der Wahrheitsgehalt fast vollkommen ist.

Vordergründig ist es nur einer dieser historischen Liebesromane. Catriona Campbell und Alisdair Og MacDonald treffen sich in jungen Jahren, während ihre Clans eisern auf verschiedenen Seiten stehen. Da dauert es natürlich, bis sich die zwei dann letzten Endes auch gefunden haben und zum Glück basiert dieses sich-zuerst-nicht-finden nicht auf der Unfähigkeit der Beiden, sondern an den Umständen, unter denen sie aufwachsen und leben.

Etwa auf der Hälfte des Buches hatte das Erdwesen kurz die Befürchtung, wie es die Autorin wohl schaffen wird, diese Liebesgeschichte zu Ende zu erzählen ohne dass es dabei nur noch schleppend voran geht oder gar langweilig wird. Es wäre doch schade, wenn das Ende eines so hervorragend und offenbar mit äußerst viel Muße geschriebenen Buches in den üblichen Kitsch hinab gleitet.

Aber das Buch ist der absolute Hammer! Der Spannungsbogen wird bis auf einige, wenige Ausnahmen immer gehalten. Dabei halten sich „Standard-Sätze“, die die Basis des Romans bilden und neue „Vorkommnisse“ die Waage. Dies führt dazu, dass sich die geneigte Leserin wirklich mitten im Geschehen befindet. Nur die Hauptdarsteller müssen aus Sicht des Erdwesens einfach zu viel Schreckliches erleiden, aber es ist eine furchtbare Geschichte, eine gnadenlose Zeit in den schottischen Highlands.

Das Erdwesen hat noch nie so einen wirklich nah an der Geschichte geschriebenen Historienroman gelesen. Die meisten Bücher haben irgendwo im Hintergrund ein wenig „Historie“, jedoch niemals derart viele belegbare Fakten in sich vereint. Das alte schottische Hochland wird hier lebendig. Dies allein ist schon eine Leistung, denn die Schriftstellerin ist keineswegs in Schottland, sondern in Arizona beheimatet. Tatsächlich war sie nur einmal 1985 im Tal des Flusses Coe.

Das Ende dieses Romans überzeugt ebenfalls auf der ganzen Linie. Kein Happy End mit dem üblichen „Friede, Freude, Eierkuchen“ oder einem märchenhaften, denn das wäre bei dem Märchenprinzen mit den silbernen Strähnen und blitzenden Zähnen eher zu erwarten gewesen, „Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute“, sondern eine distanziert geschilderte Situation beendet dieses beeindruckende Buch, welches das Erdwesen diesmal als „Mängelexemplar“ für 2,99 Euro gebrandmarkt, aus einem Bücherschrank geangelt hat.

Zum Glück leidet die Übersetzung ebenfalls nicht an Mängeln.

Gelegentlich finden sich Bücher, in denen das Erdwesen immer wieder „Übersetzungen“ findet, die auf die tatsächliche englische oder amerikanische Ausdrucksweise schließen lassen. Dies war hier an keiner Stelle der Fall. Bei so einer guten Übersetzung braucht sich also niemand mit dem Original-Text des „Lady of the Glen“ herumzuquälen. An der deutschen Fassung gibt aber auch wirklich nichts auszusetzen.

Jennifer Roberson hat zum Glück noch viele, viele weitere Romane geschrieben. Aber die Qualität dieser Erzählung zu halten, ist eigentlich unmöglich. Von daher ist es die Frage, ob das Erdwesen nun zu einem weiteren eBook von ihr greift oder aber das Buch für sich alleine wirken lassen wird. Es ist nicht verwunderlich, dass dem Massaker von Glencoe auch heute noch jährlich gedacht wird.

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Hilari Bell: Der Zorn der Kobolde, 2003 (319 Seiten)

Hilari Bell: Der Zorn der Kobolde (Originaltitel: The Goblin Wood), 2003 (319 Seiten)

Nachdem das Erdwesen in kurzer Folge gleich eine ganze Reihe von unbrauchbaren Bücherschrank-Büchern aus ihren Regalen entfernen konnte, fand sie doch noch ein Buch in ihrem eigenen Fundus zum Lesen.

Eigentlich ist „The Goblin Wood“ ein Jugendbuch, aber die anschaulich schön erzählte Geschichte ist auch etwas für Erwachsene, die sich in das Reich der Kobolde entführen lassen möchten.

Makenna, Tochter einer Heckenhexe, plant einen Vergeltungsschlag gegen die Menschen, die Zauberei auf das Geheiß der Obrigkeit für Böse erklären. Im Alleingang nimmt sie schreckliche Rache an den ehemaligen „Freunden“ ihrer Mutter, von der sie die Zauberbücher geerbt hat, nachdem sie getötet wurde.

Während ihr Tobin, ein junger Ritter, der sie fangen will, schon auf den Fersen ist, verbündet sich Makenna mit den Kobolden, die eine Wirtschaftsform des Tauschens pflegen.

Wilde Verfolgungsjagden und klug ausgedachte Möglichkeiten, dem Feind zu entkommen, lassen keine Langeweile beim Lesen auftauchen. Schnell befindet sich die geneigte Leserin im Einklang mit dieser märchenhaften Welt und ist natürlich um so froher als dass es dann schließlich so endet, wie es endet.

Ein hübsches, schnell zu lesendes Buch mit einer grandiosen Darstellung einer verzauberten Welt der Menschen und Kobolde, in der eine tatkräftige und unerschrockene Protagonistin allem wirklich Bösen eindrucksvoll Paroli bietet und lernt, ihren eigenen Weg zu gehen.

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Gendergerechte Sprache in Hannover

Letzte Woche war es nun, dass die Stadt Hannover ihr Faltblatt für eine gendergerechte Sprache veröffentlichte, und das ist heute auf der Online-Ausgabe der HAZ dazu zu lesen:

„Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann unterstützte den Vorstoß aus Hannover unterdessen. „Wir haben eine sehr männlich dominierte, männlich geprägte Sprache. Dabei sind eben 50 Prozent mindestens Frauen“, sagte die SPD-Politikerin dem Radiosender ffn.“

Arme Sozialministerin Carola Reimann. 50% sind also mindestens Frauen. Besser wäre es natürlich, es wären auch noch Männer, oder was?

Deutsche Sprache, schwere Sprache.

Aber bald schreibt dann die HAZ bestimmt auch in „einfacher Sprache“ und sowas kann dann nicht mehr vorkommen.

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Mc Dermid, Val: Das Moor des Vergessens (2006, 537 Seiten)

Mc Dermid, Val: Das Moor des Vergessens (2006, 537 Seiten) – Der Originaltitel lautet treffender „The Grave Tattoo“.

Abermals ein Fund lang vergessener Tage aus einem Bücherschrank. Kurz gesagt geht es um die nicht bekannte Identität einer ziemlich betagten Moorleiche, die auch noch mit einem der bekanntesten lokalen Dichter befreundet gewesen sein könnte.

Die ganze Geschichte spielt sich in zwei Zeiten ab. Die Hauptgeschichte spielt im Hier und Jetzt. Gleichzeitig folgt auf jedes Kapitel im Hier und Jetzt eine kurze erzählerische Episode aus der Vergangenheit, die die Meuterei auf der Bounty betrifft.

Für Erdwesens Geschmack beginnt alles recht träge und verworren. Erdwesen hatte das Gefühl, die vorgestellten Personen nehmen aber von ihrer Anzahl her aber auch wirklich gar kein Ende. Dabei wird die komplette Bandbreite des sozialen Gefüges einer Gesellschaft abgedeckt: Vom Super-Kriminellen zur Hochschuldozentin über das ländliche Idyll des Lake District und natürlich unterschiedliche Typen von Cops.

Tatsächlich versteht es die Autorin, einen gut nachvollziehbaren Krimi zu schreiben und die entsprechenden falschen Fährten zu legen, damit man sich als Leserin zunächst auf möglichst die falsche Person als Verantwortlichen für all das Übel, was sich abspielt, konzentriert. Tatsächlich war dem Erdwesen dann aber doch an einem bestimmten Punkt klar, wer der tatsächliche Übeltäter sein muss und so war das Ende dann in dieser Hinsicht auch keine allzu große Überraschung mehr.

Ein handwerklich gut gemachtes Buch, welches jedoch nie so spannend wurde, als dass sich beim Lesen eine „Lesesucht“ entwickeln konnte. Jedes Mal bevor dies hätte der Fall sein können, endete wieder ein Kapitel und es folgte abermals eine recht langatmige (jedoch nur eine Seite lange) Episode von der Meuterei auf der Bounty. Dazu gibt es auch im Handlungsstrang des Hier und Jetzt noch einmal unterschiedliche Szenen, die nach und nach vervollständigt werden. Generell mag ich solche Bücher nicht besonders, da ihre Machart so leicht zu durchschauen ist. Handwerklich wirken sie geschickt angelegt, aber eben auch so, als kämen sie von der Stange.

Erschwerend kommt hier hinzu, dass es wohl eines Lesenden bedarf, der an allen beschriebenen Welten lesetechnischen Gefallen finden sollte. Für ein Erdwesen zumindest ist es schwierig, zugleich einen modernen Krimi in einem modernen Milieu, als auch einen Wissenschaftsroman mit moralisch korrektem Inhalt zu lesen sowie gleichzeitig auch noch die Meuterei auf der Bounty und eine Heimatnovelle des Lake District aufgetischt zu bekommen. Alles irgendwie ganz okay, aber eben nicht „zusammen“.

Das Lesen hat in diesem Fall wirklich Wochen gedauert und beschränkte sich auf die Fahrten mit diversen Bahnen oder Bussen. Möglicherweise hat das Erdwesen deshalb auch nicht alle Feinheiten erfasst. Es gibt zweifelsohne spannendere Bücher, aber dieses gehört wenigstens zu den „guten“. Erneut lesen würde ich es auf keinen Fall, da es beim zweiten Lesen ganz sicher nichts neues zu entdecken gäbe.

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