Sebastian Fitzek: Passagier 23 (2014, 426 Seiten)

Sebastian Fitzek: Passagier 23 (2014, 426 Seiten)

Oha. Vor einigen Monaten fand das Erdwesen eine Ausgabe von „Passagier 23“ im Bücherschrank, nahm sie mit, um das so hoch gelobte Buch zu lesen, wenn es gerade passte. Das war die letzten Tage dann der Fall. Ein Bestseller-Autor jagd den nächsten, sozusagen. Doch stellt sich jetzt dem Erdwesen die Frage: Warum um alles in der Welt, gab es um dieses Buch bei seinem Erscheinen so einen Hype?

Rein schreibtechnisch ist es ein gut gemachtes Buch. Alles logisch, alles offenkundig gut recherchiert. Man erfährt tatsächlich alles mögliche über die Gepflogenheiten auf einem Kreuzfahrtschiff. Und der Titel: Auf den Kreuzfahrtschiffen dieser Welt verschwinden durchschnittlich 23 Personen pro Jahr auf Nimmerwiedersehen und dies geschah auch auf der Sultan of the Sea – bis die Passagierin, ein 11 Jahre altes Mädchen namens Anouk dann plötzlich, viele Wochen später, wieder auftaucht. Äh? Passagierin?

Rein von der Geschichte her ist das Buch der absolute Information Overflow. Man fragt sich schon, warum es ausgerechnet „Passagier 23“ heißen muss. Die einzig logische Begründung wird sein: alles andere wäre noch abwegiger. So erzählt Fitzek in dem Buch Geschichtchen um Geschichtchen.

Zum einen haben wir da die Hauptgeschichte. Ein Polizeibeamter verlor seine Frau und seinen Sohn auf einer Kreuzfahrt mit dem Schiff „Sultain of the Sea“ und er möchte aufklären, was passiert ist, denn er glaubt nicht, dass das damalige Ermittlungsergebnis das wiederspiegelt, was tatsächlich passiert ist. Seine Frau hat den gemeinsamen 10 jährigen Sohn im Rahmen eines erweiterten Selbstmords mit in den Tod gerissen, indem sie über Bord gegangen ist.

Dann gibt es da noch die Geschichte um „Passagier 23“, die eigentlich wenigstens „Passagierin 23“ heißen müsste. Denn auch die kleine Anouk geht verloren – zusammen mit ihrer Mutter Naomi, die sogar eine Professorin ist.

Dann hätten wir noch die Geschichte um den Reeder Kalinin. Er ist ein unleidlicher Zeitgenosse und ist in irgendwelche dubiosen Geschäfte verwickelt, bei denen es keinesfalls mit rechten Dingen zugeht. Ist aber egal. So einen Chef muss man als Kapitän eines Kreuzfahrtschiffes wohl einfach hinnehmen.

Der Kapitän ist mit der Bordärztin liiert. Aber zugleich ist er auch Patenonkel und hat seiner Nichte, die 15 ist, eine Kreuzfahrt spendiert, die sie zusammen mit ihrer Mutter angetreten hat, die das mit der Einladung zumindest glaubt – aber es ist nicht wahr, denn der Kapitän weiss von nichts, freut sich aber über den Besuch. Allerdings ist die Sache ungleich komplizierter. Die Mutter, deren getrennter Mann der beste Kumpel des Kapitäns war, hatte nämlich eine Affaire mit dem Vertrauenslehrer ihrer Tochter und der hatte leider eine Affaire mit der Tochter. Das ganze wird während des Lesens immer makaberer, da die Tochter Suizid begeht – oder doch nicht?

Aber zurück zur Passagierin 23 und zu ihrer Mutter. Naomi wird nämlich in einem unbekannten Teil des Schiffes gefangen gehalten und auf seltsame Art gefoltert. Nur von wem? – Das ganze ist so verworren. Sollten Sie das Buch noch lesen wollen, sie werden beim Lesen meine Darstellung der Dinge ohnehin lange vergessen haben.

So ganz kriegt es das Erdwesen nach über 400 Seiten nicht mehr auf die Reihe, aber der Reeder ist absolut besorgt, als die kleine Anouk wieder auftaucht, denn eine Putzfrau hat sie plötzlich „im Gepäck“ und es stellt sich die Frage, wohin nun mit dem Kind? Der Reeder fürchtet schlimmste finanzielle Einbußen, wenn in New York, welches der nächste Zielhafen des Kreuzfahrtschiffes ist, das Schiff aufs preinlichste untersucht werden wird, weil sich ein 11 jähriges Mädchen so viele wochen unbemerkt verstecken konnte. Zudem wurde das Mädchen augenscheinlich vergewaltigt, ist aufs schlimmste psychisch geschädigt und ist – versteckt vor der Öffentlichkeit – nun in der Obhut der Bordärztin und der Putzfrau, die es gefunden hat.

Aber halt! Da fehlt ja noch ein Strang: Denn wie geschieht es, dass der Polizeibeamte überhaupt wieder an Bord desjenigen Schiffes geht, von dessen Deck seine Frau erst seinen Sohn und dann sich selbst in das kalte Meer stürzte? Da gibt es noch die ältliche Thrillerautorin, die statt eines Pflegeheims eine dauerhafte Unterbringung auf genau diesem Kreuzfahrtschiffes bevorzugt und das Leben an Bord aufs genauste beobachtet. Da ist doch etwas faul! Ganz gewaltig faul! Anregungen für ihre Schriften findet sie hier jedenfalls genug und eine alte Dame, die mal hier und mal dort herumsitzt, fällt niemandem wirklich weiter auf. Sie hat gesehen, dass die kleine Anouk, mit dem Teddy vom Sohn des Kommisars im Arm wieder auftauchte!

Fitzek versucht alsdann das Kunststück, diese ganzen Geschichten zu einer großen zu vereinen. Dass er dabei überhaupt noch den Überblick behält zeugt davon, dass er seine Bücher wirklich in einem Affentempo schreiben muss. Hier haben wir einen Vielschreiber vor uns, niemanden, der lange Zeit damit verschwendet eine im Kopf ausgearbeitete Geschichte sorgsam aufs Papier zu bringen. Und genau so liest es sich dann auch.

Das Erdwesen hat sich selten so erschlagen beim Lesen eines Buches gefühlt. Das soll hier ein Psychothriller sein? Oha. Sorry. Nicht für das Erdwesen. Es ist einfach eine übervolle Geschichte, bei der sehr viele Ideen zusammen kommen, gepaart mit Schreibtalent und plötzlichen irgendwie logischen Einfällen, die allerdings immer wieder so abstrus und spontan auftauchen, dass einem schwindlig wird.

Es ist ein unterhaltsames Buch, aber keinesfalls ein gutes Buch. Spannend? Nunja. Eher ist es anstrengend. Wenn ein Buch wirklich spannend ist, kann das Erdwesen es ohne Probleme komplett in einem Zug durchlesen. Nicht so hier. Nach 40 Seiten spätestens fielen dem Erdwesen erstmal kurz die Augen zu. Besser mal kurz ein Nickerchen einlegen. Dafür ist es dann auch kein Problem beim Lesen nach der Aufwachphase gleich wieder drin zu sein. Es passiert ja ständig was, da ist es jetzt nicht wirklich wichtig, in welcher Reihenfolge es passiert oder wer was macht. An sich sind die Dinge nicht zu kompliziert, nur ihre Quantität treibt einem die Schweißperlen auf die Stirn.

Beim Lesen fällt noch etwas weiteres auf. Das Buch ist für den internationalen Markt geschrieben, oder? Warum sonst nennt man einen Kapitän ausgerechnet Bonnhöfer, die Frauen Elena, Julia, Männer Daniel, Timmy oder Martin. Das sind alles wunderbare Namen, auch in anderen Sprachen. Da findet sich jeder irgendwie zurecht, egal woher er kommt. Wenigstens ist der Russe klar ersichtlich ein Russe, mit dem schönen Namen Kalinin. Eine kleine Reminiszenz an Königsberg. Schön deutsch und auf der anderen Seite doch nicht.

Aber das alles reicht immer noch nicht. Es kommt noch schlimmer! Denn nun werden auch noch die großen Themen in Szene gesetzt. Im Buch soll es eben irgendetwas für jede, also wirklich JEDEN geben.

Naomi wird in ihrem Verlies schrecklich gefoltert, Lisa, das Patenkind des Kapitäns ist eher online zu Hause und trifft sich mit Gleichgesinnten in einem Suizid-Forum. Die 11-jährige Anouk – ihrerseits natürlich hochbegabt! – zeigt schreckliche Folgen von Vergewaltigungen, die Bordärztin kommt durch eine seltsame Krankheit fast ums Leben und der Kommissar, der eigentlich die ganze Zeit nur schlaftrunken durch die Gegend wankt, stolpert von einer Szene zur nächsten. Die Russen (waren das jetzt die Russen?) jagen einen Taschendieb, nachdem dieser mit angesehen hat, wie ein Zimmermädchen von ihnen gefoltert wurde. Dabei kommt aber ein niederländischer Sicherheitsoffizier zu schaden, denn der bekam von seinem Boss – au weia! – einen Revolver, der beim Schießen auf eine Person in die Gegenrichtigung zündet. Das ermöglicht dem Taschendieb, der diesen Schuss auf sich somit überlebt, irgendwie zum Kapitän vorzustoßen und seinerseits diesen zu bedrohen, was verhindert, dass die Mutter von Anouk gerettet werden kann. Noch ist ja nicht bekannt, wer die arme Professorin Naomi gefangen hält!

Der Kommissar behält wieder erwarten tatsächlich den Überblick, auch wenn Anouk zwischenzeitlich verschwindet.

Und da kam das Erdwesen jetzt wirklich ins Grübeln, denn das Mädchen orientiert sich mit Hilfe von UV-Taschenlampen auf den unteren Decks des Schiffes, indem sie entsprechende Hinweisen an den Wänden folgt. Wunderbar Herr Fitzek. Wie lautet Ihr Geocacher-Name? Durch die UV-Zeichen gelangt Anouk dann auch zu ihrer Mutter und – man glaubt es kaum – stürzt diese letzlich im Angesicht der Bordärztin und des Kommissars zu Tode.

Aber halt! Dazwischen spielt sich natürlich noch etwas ab, denn wir erfahren auch die Art und Weise wie Naomi in ihrem Verlies gefoltert wird. Eine, so werden wir später erfahren nicht wirklich transsexuelle Frau (sozusagen auf eigenen Wunsch versehentlich umoperiert, da sie / er selbst durch ihre / seine Mutter vergewaltigt wurde) lässt in das tiefe Verlies mit Hilfe eines Eimers stets ein Notebook herunter. Das Notebook offenbart Fragen, die die Gefangene zu beantworten hat. Bei den Fragen geht es um Verfehlungen der Gefangenen. Antwortet diese nicht „korrekt“, so erfolgt Nahrungsentzug. Es wird ihr kontaminierter Reis angeboten, den die Gefangene schließlich isst, um nicht zu verhungern und somit fast dem Wahnsinn erliegt. Wie gesagt, dass ist alles aber nicht so wirklich von Belang, weil Naomi schließlich durch ihre eigene Tochter im Ozean landet, was weder der Kommissar noch die Bordärztin einschätzen können, denn das Kind wollte doch partout zu seiner Mami?!

Erwähnte ich schon, dass man den erschossenen Sicherheitsoffizier natürlich in einer Art geheimen Kabine entdeckt, in der sich Hinz und Kunz zum Vö…, pardon, trauten Stelldichein trifft, da ja alle in der Regel mit ihrem Partner in Kabinen hocken?

Aber führen wir uns jetzt zuerst noch einmal die absurde Situation der Gefangenen vor Augen: Warum bitte müssen denn simple Texte mit einem Notbook in einer Tragetasche im am Seil hängenden Eimer ausgetauscht werden?! Im Übrigen versucht man auch das geschundene Kind mit IceAge zu beglücken und diverse Apple-Produkte spielen auch noch eine Rolle. Unfassbar!

Das auf diese Art und Weise komplett verwirrte Erdwesen fasst nun noch schnell zusammen wie alles ausgeht. Erstaunlicherweise hat dieses Buch nämlich nicht nur ein Ende, sondern mindestens drei. Und der Clou: dazwischen auch noch eine umfassende Danksagung des Autors an alle, die er kennt. An dieser Stelle der deutliche Hinweis an seine Famlie: Bitte, lasst ihn nicht unbeaufsichtigt im Keller schreiben. Er braucht Euch, er braucht eine gewisse Kontinuität in seinem Leben!

Ende 1: Der Kommissar findet seinen Sohn wieder, nachdem er erfahren hat, dass seine Frau seinen Sohn vergewaltigt hat und sie deshalb im Ozean landete, nicht aber das Kind, welches bei der Bordärztin in der dominikanischen Republik verblieb!

Ende 2: Die Bordärztin, ihres Zeichens Serienkillerin und Komplizin der versehntlich transsexuellen Putzfrau und Freundin des Kapitäns nimmt Rache an dem Vertrauenslehrer, der es mit Tochter und Mutter trieb.

Ende 3: Die ärmliche Reminiszenz an Miss Marple, die Thrillerautorin entdeckt tatsächlich das von ihr vermutete Geheimnis in Beziehung auf die Machenschaften des russischen Reeders an Bord, erkennt dieses aber letztlich nicht.

Was für ein Chaos!

Das einzige, was mir dazu einfällt ist, dass dieses Buch tatsächlich ein Spiegel unserer Zeit ist. Eine Info jagd die nächste. Alles steht irgendwie in Zusammenhang, aber diese Zusammenhänge werden nicht sorgsam aufgebaut, so dass Spannung beim Lesen aufkommen könnte, sondern sie reihen sich in maßloser Weise dicht an dicht immer weiter an einander. Sex sells, Aufregerthemen sell, Gewalt sells und für die Digital-Junkies – auch das sells. War das Erdwesen bei der ersten übertrieben und nicht notwendigen Darstellung von Gewalt noch pikiert, so entsetzt zum Schluss nicht mehr der massive Kindesmisbrauch, der hier (im Rahmen der Gleichberechtigung) durch Frauen begangen wird. Es sind einfach nur Informationen, die irgendwie in die viel zu volle Geschichte eingehen. Ohne Sinn und Verstand.

Sebastian Fitzek kann seinem Marketing danken und einer Leserschaft, die offenkundig nicht mehr in der Lage ist, Anhäufungen von Story-Bröckchen zu erkennen und die stattdesssen glaubt, es mit einem gut gemachten Buch zu tun zu haben, weil sie sich genau in dem Stil, wie er uns jeden Tag in Form von Videoclips, News, Kurznachrichten und Infotainment umgibt, einfach „gut unterhalten“ fühlt. So soll es denn sein.

Es ist schließlich auch hilfreich zu wissen, was man tunlichst nicht aus einem Bücherschrank mit nach Hause nehmen sollte. Fitzek? Kompletter Schwachsinn.

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George R. R. Martin: Die Flamme erlischt (1977, 304 Seiten)

In Erdwesens immerwährendem Bücherfundus war das nächste Buch ein Science Fiction Roman mit dem Titel „Die Flamme erlischt“ (amerik. Dying of the Light, 1977, 304 Seiten). Auf Cover darf man in diesem Genre nicht viel geben und dieses ist wirklich mega-hässlich! Dabei geriet der Autor dann erst auch mal zur Nebensache, aber wenn man gerade ein Bastei-Lübbe-Heftchen verschlungen hat und nun in Minischrift ein Knaur Science Fiction-Buch vor sich hat, kann der Schock wohl nicht größer sein, was das Beschäftigen mit dem Autor dann zur Notwendigkeit werden lies.

Geschrieben hat das Buch der inzwischen berühmte George R. R. Martin. Tatsächlich bekam das Erdwesen kurz vor dem Ausruf der Corona-Pandemie noch ein Leseprobeheftchen von ihm in die Finger und befand: Unlesbar! Absolut unlesbar!

„Die Flamme erlischt“ soll laut Einband das Erstlingswerkt von besagtem und äußerst gehypten George R. R. Martin sein. Und es ist mindestens genauso schlecht wie das, was er heute von sich gibt. Erdwesen ist absolut ratlos, wie man seine Bücher freiwillig lesen kann. Es passiert quasi nichts, der Autor ergeht sich in beschreibenden Details bis zum Erbrechen. Ganz furchtbar!

Nach 37 Seiten in Miniaturschrift gab das Erdwesen auf, warf noch ab und an einen Blick auf die weiteren Seiten, aber die Geschichte scheint so absurd weiter zu gehen wie sie begann. Ohne Anlass, ohne Ziel, ohne etwas, was passiert. Vorgestellt werden irgendwelche technisch absurden Dinge, die so keine Chance haben auch im merkwürdigstens Universum aller Zeiten denkbar zu sein. Schluss war dann, als der Flug der wahrscheinlich beiden Hauptprotagonisten stehend auf zwei Blechscheiben über den halben Planeten vorgestellt wurde. – Nee, ist schon klar. Stehend auf zwei Blechscheiben. Soviele Halliziogene kann man gar nicht nehmen, um so einen Unsinn abzuliefern!

Mag der Schreiberling ‚Game of Thrones‘ etabliert haben. An seinen Texten kann es nicht gelegen haben, dass die Serie so ein Erfolg wurde.

Unlesbar! Nur Unsinn!

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Steve Gallagher: Saturn 3 (1980, 188 Seiten)

Steve Gallagher: Saturn 3 (1980, 188 Seiten)

Wenn man sich an die vierzig Jahre lang Science Fiction-Bücher weglegt, um sie irgendwann mal zu lesen läuft man in der Tat Gefahr, zwischenzeitlich andere Interessen zu entwickeln, die dann das Lesen dieser Bücher womöglich nicht mehr rechtfertigen. Aber sei’s drum!

Das Erdwesen rechnete schon fest damit, dass auch SciFi aus dem Jahr 1980 im Jahr 2022 schrecklich „outdated“ sein könnte, aber das war diesmal nicht der Fall. Hier erleben wir eine innige Liebesgeschichte im Weltraum, fernarb auf einem unwirtlichen Mond des Saturn.

Das Erdwesen hat nicht mehr recherchiert, ob das Buch auf Basis des Spielfilms geschrieben sein könnte, in dem Farah Fwacett-Majors und Kirk Douglas die Hauptrolle spielen. Der Einband legt dies nahe und so ist sich das Erdwesen ziemlich sicher, dass es diesen Film vor vielen Jahren bereits gesehen hat. Wäre es als Original-Buch geschrieben, so hätte man vielen Sachverhalten eindeutig mehr Tiefe verleihen können. So bleibt es beispielsweise bis zuletzt ein Rätsel, warum „Captain James“ den echten Captain umbrachte, um selbst mit dem „Halbgott“ Hektor nach Saturn aufzubrechen, um Captain James Platz einzunehmen. Die gebotene Auflösung, der unechte Captain James hat es einfach satt, immer der schlechtere zu sein und auf diese Art und Weise karrieretechnisch abserviert zu werden, trifft es jedenfalls nur unzureichend.

Alex, die als Allgeborene eigentlich gar keinen individuellen Namen führen darf und Major Adam, der sehr viel älter ist als sie, fristen auf Saturn 3 ein abgeschiedenes Leben. Jeder Tag verläuft gleich, Proben sind zu ziehen, Experimente sind durchzuführen. Kaum jemand schenkt dieser wenig versprechenden Forschungsmission noch Beachtung und mehr und mehr wird sie zum schlichten Kostenfaktor. Doch Alex und Adam haben es sich ganz gut eingerichtet und Alex weiß ihren Adam zu nehmen wie er ist. In diesem Moment erhalten sie eine neue technische Lieferung per Raumgleiter. Eine neue Maschine mit der überheblichen Bezeichnung „Halbgott“ soll mit dem mittelfristigen Ziel, Alex und Adam verzichtbar werden zu lassen, durch einen Experten (Captain James) eingerichtet werden. Allerdings hat die Sache gleich mehrere Haken. Alex und Adam gehören inzwischen zusammen, was ihnen wohl erst so richtig bewußt wird, als von jetzt auf gleich nicht mehr sichergestellt ist, dass sie „bis auf ewig“ auf dieser abgelegenen Mondstation in trauter Zweisamkeit ihren Dienst verrichten werden.

Alex träumt von einem Leben auf der Erde, welches ihr jedoch als Allgeborene zunächst einmal nicht zusteht. Als Ingnieurin wird sie dorthin verfrachtet, wo sie gebraucht wird und dies ist in der Regel das All. Major Adam hingegen ist auf eigene Initiative in diesem abgelegenen Winkel des Universums gelandet. Er ist vom Leben enttäuscht, hat die sozialen Ränkespiele ein für allemal satt und will alles, nur niemals wieder auf die Erde zurück. Dazu kommt, dass er sich trotz bester Gesundheit inzwischen nicht mehr an die auf der Erde herrschende Schwerkraft gewöhnen könnte und aufgrund seines Alters wohl binnen einen Jahres verstürbe, was ihm selbst nur recht und billig wäre, jedoch nicht seiner Alex, die deshalb auf ein Leben auf der Erde verzichtet und zugleich Major Adams Bio-Trainingswerte fälscht, die beiden eventuell die Möglichkeit eröffnen zusammen auf einer anderen All-Mission eingesetzt zu werden.

Auf der Mondstation „Saturn 3“ angekommen, arbeitet Captain James unermüdlich, um die neue Maschine, die jeden Handgriff eines Menschen erledigen kann, wenn sie diesen nur korrekt einstudiert hat, in Betrieb zu nehmen. Dabei wird das Vorhaben von Alex und Adam skeptisch beäugt, denn immer wieder fällt Captain James durch sein merkwürdiges Verhalten und sein unermüdliches Arbeiten an dem Projekt den beiden auf. Nach und nach schafft er es jedoch Halbgott „Hektor“ zunächst aus den Einzelteilen zu montieren und dann zu trainieren, indem er ihn mit seiner selbst – also seiner eigenen Persönlichkeit – technisch verbindet, um Hektor anzulernen.

Weder Alex noch Adam ahnen, wie es um die kranke Persönlichkeit von Captain James bestellt ist. Einerseits hat er ein Auge auf Alex geworfen, welches diese jedoch von Grund heraus ablehnt, andererseits weiss niemand, dass er den echten Captain James, einen ziemlich laxen Typen, der fast drohte seinen Abflug mit dem Raumschiff zu Saturn 3 zu verpassen, kurz vor dem Einstieg ermordete und selbst an seine Stelle trat und den Flug antrat, obwohl er bereits ausbildungstechnisch ausgesiebt worden war.

Kurzum: Hektor, eine ausgefeilte KI, reimt sich eigene Dinge zusammen und wird in kürzester Zeit zu einer unbesiegbaren, kräftigen und kranken Maschine, die sich einerseits den Mörder als Vorbild nimmt, andererseits aber auch erkennt, dass dies unmöglich seine eigene Bestimmung sein kann. Es kommt zu wahren Hetzjagden über die komplette Station. Hilfe zu holen ist nicht möglich, da man sich genau 22 Tage im Funkschatten befindet, wo Alex und Adam stets auf sich selbst gestellt sind. Zuerst bringt Hektor tatsächlich Captain James um – oder fast um. Es kommt zu sehr skurielen Szenen, die – wenn sie überhaupt im Film vorhanden sind – mit Sicherheit für eine Präsentation im TV herausgeschnitten werden mussten. Hektor gelingt es, sich die übrigen Roboter der Station, die immer nur für bestimmte definierte Arbeiten herangezogen werden, zu Untertanen zu machen. Captain James aus Fleisch und Blut ist zwar tot, da Hektor ihn genauso zerlegte, wie er einst als Einzelteil-Sammlung auf die Station kam, aber sein Geist, seine Persönlichkeit ist noch immer da, denn Hektor hat sie verinnerlicht.

Es kommt zu einem Kampf auf Leben und Tod zwischen den beiden verzweifelt kämpfenden Menschen und Hektor, der ihnen jedoch immer einen Schritt voraus zu sein scheint und auch ihre letzte Hoffnung, den Raumgleiter, in Flammen aufgehen lässt, um die endgültige Kontrolle über die Station und um seine angebetete Alex zu gewinnen.

In einer letzten verzweifelten Aktion opfert sich Major Adam und schafft es das Metallungeheuer Hektor zu zerstören. Für kurze Zeit tritt eine merkwürdige Stille ein, in der Alex versucht, die Situation so objektiv wie möglich zu bewerten und zumindest für sich noch einen Ausweg zu finden, denn inzwischen steht man kurz vor dem zweiten 22 Tage währneden Funkschatten. Da bemerkt plötzlich Alex, wie sie beobachtet wird. Beobachtet vom ausgefeilten Kamerasystem, welches einst dazu diente, die Arbeiten auf Saturn 3 zu koordinieren und zu überwachen. Hektors Geist ist offenkundig in das Computersystem der Mondstation eingezogen, über das sie keinerlei Kontrolle mehr hat. Seinen Körper hat er verloren, nicht aber seine „Seele“.

Alex ist gewarnt, findet jedoch heraus, dass es nicht Hektors Absicht ist, sie zu töten. Während dessen bedient sich das Computersystem, also Hektor, Adams Stimme, um mit ihr zu sprechen und sie für sich zu gewinnen. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt, ist die offenkundige Tatsache, dass Adams Kampf offenbar auch innerhalb des Computers weiterging und erfolgreich war!

Erst als ein Rettungstrupp, geleitet von „Adam“, sich der Mondstation nähert, beginnt Alex zu begreifen und ist fest entschlossen, dass beste aus der Situtaion zu machen. Hektor scheint tot zu sein. Ein für allemal. Aber Adam? Er lebt. Sein zu Hause ist das Computersystem auf Saturn 3!

Alex macht eine schnelle Karriere, denn natürlichlich ist sie erste Wahl, wenn es darum geht, Saturn 3 als Mondstation mit Hilfe eines neuens Halbgottes und ohne Menschen weiter zu betreiben. Alex wird die Ehre zu teil, den nächsten Halbgott einzurichten, wozu sie sich wie zuvor auch Captain James es getan hat, mit seinem KI-System verbindet, um ihm alles beizubringen, was er für seine Arbeiten auf Saturn 3 benötigen wird. Tatsächlich gelangt aber auch eine Kopie ihrer Seele so in den neuen Halbgott, während Adams Seele bereits im Computersystem lebt.

Alex lebt heute auf der Erde, wo sie all diejenigen Nachteile kennen lernen kann, von denen Adam früher so oft sprach. Aber Alex und Adams Seele sind bis auf den heutigen Tag auf der Mondbasis vereint. Was für ein unglaubliches Happy End!

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Robert A. Heinlein: Die Tür in den Sommer (1957, 249 Seiten)

Robert A. Heinlein: Die Tür in den Sommer (1957, 249 Seiten)

Robert A. Heinlein muss zwangsläufig jemand mit einem tief sitzenden Katzenfaible sein! Wie sonst käme die Hauptfigur Dan Davis auf die Idee insbesondere deshalb Rache an seiner Ex und seinem Ex-Freund zu nehmen, nur weil seine geliebte Katze nicht mit an Bord ist, als beide ihn ungefragt in den 30 jährigen langen Schlaf versetzen, während sie ihm seine Erfindungen klauen, um damit das große Geld zu machen?

Die kurzweilige Zeitparadox-SciFi-Geschichte ist trotz aller natürlicherweise vorliegenden Hindernisse sehr logisch aufgebaut und so schafft es der geniale Erfinder Davis, der aus bereits existierenden Entwicklungen Haushaltsroboter aller Art zusammen bastelt und ihnen so etwas mit KI mit auf den Weg zu geben, tatsächlich, die Tochter seines Ex-Freundes doch noch zu ehelichen, obowhl dafür der Altersunterschied eigentlich etwas zu hoch war – jedenfalls vor den Phasen des langen Schlafes und der ungewöhnlichen Rückkehr in die Vergangenheit.

Heinlein, der das Buch 1957 verfasste, entwickelt zuerst eine Version des Jahres 1970, in dem die Hauptakteure zu Hause sind. Sodann lernt der Erfinder Davis das Jahr 2000 kennen und ist ernsthaft schockiert, über das was er vorfindet, bevor er erkennt, um wieviel besser es ihm in dieser Zeit geht. Soviel sei gesagt: Erkältungskrankheiten wurden im Jahr 2000 endgültig ausgerottet! (Und das habe ich in SciFi-Geschichten immer und immer wieder gelesen!) – Schön wär’s.

Es gibt tatsächlich Science Fiction, die irgendwann einfach zu alt ist, um noch gelesen zu werden und auch bei diesem Buch ist schon fast der Ablaufzeitpunkt erreicht. Aus Sicht des Autors beschreibt er eine Zukunft, die er selbst (vielleicht) noch erleben wird. Aus Sicht der Leserin ist es eine Zukunftsbeschreibung, die ihre eigene Vergangenheit darstellt. Und dazu auch noch das Zeitparadoxon, um das sich alles dreht! Das ist dann ganz schön vertrackt, denn auf bitte welchen Aspekt soll man sich unter diesen Voraussetzungen beim Lesen konzentrieren?

Gut ist, dass sich das Buch in erster Linie mit dem Sozialverhalten von Menschen befasst, welches nur in einigen Fällen wirklich als „sozial“ bezeichnet werden kann, stehen doch oft Macht und Gier im Vordergrund und verhindern ein menschliches Miteinander. Kurios ist in diesem Zusammenhang, dass der Protagonist Davis selbst über kein besonders ausgeprägtes Sozialverhalten verfügt und eher den stillen Streiter für ausgefeilte Technik gibt, wäre da nicht die einzigartige Beziehung zwischen Mensch und Katze, die sich vermutlich auch in 100 Jahren nicht ändern wird, weil Katzen sehr stabile Persönlichkeiten sind. Corona hin oder her!

Problematischer ist im Buch die allgemeine Sicht auf die Welt. Während 1970 noch recht gelungen dargestellt wird, was man als Leserin jedoch kaum zu würdigen mag, denn wer mag zu sagen, welche Leistung es war, sich 1957 1970 vorzustellen, so gibt es mit dem Jahr 2000 einen herben Kulturschock. Die Weiterentwicklung von Computern auf Basis von Chips zum Rechnen oder Speichern von Sachverhalten war für den Autor nur bedingt absehbar. Bei ihm wird alle Elektronik weiter durch Röhren realisiert, die natürlich ein viel geringeres Leistungsvermögen besitzen. Nur die Erfindung von Saug- und Wischrobotern hat er korrekt vorhergesehen, wenngleich anzunehmen ist, dass er nicht die kleinen schnittigen tellerartigen Flitzer im Visier hatte, die es heute im Baumarkt gibt, sondern ein etwas näher am Menschen orientiertes Modell.

Robert A. Heinlein ist zu Recht immer noch ein Aushängeschild der Science Fiction. Aber das Erdwesen denkt nicht, dass man dieses Buch in einigen Jahren überhaupt noch wird lesen können. Als romantische Geschichte birgt es zu wenig Romantik. Als Techno-Krimi ist es in Teilen zu amüsant und als als Zukunftsvision ist es nicht mehr brauchbar, da Heinleins Zukunft bereits unsere Vergangenheit ist. Vielleicht ist und bleibt es etwas für Katzenfans?

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Victoria Holt: Der Schloßherr (1967, 383 Seiten)

Victoria Holt: Der Schloßherr (1967, 383 Seiten)
(engl. Original: The King of the Castle)

Nach langer, langer Zeit mal wieder ein Buch von Victora Holt aus der Machart der Romantik-Thriller, die man aber in den 60er Jahren noch nicht so nannte.

Nach den beiden sprachlich wirklich gelungenen Büchern, die das Erdwesen zuvor gelesen hatte, war der Roman von Victoria Holt am Anfang schon eine rechte Zumutung. Erst nach 100 oder mehr Seiten, flaute das Gefühlt endlich etwas ab, hier doch ein recht simples Buch vor Augen zu haben, welches das Lesen kaum lohnt. Die Geschichte an sich wird jedoch stringent erzählt und die Leserin auf so manch falsche Fährte gelockt, die andererseits dann doch wieder nicht wirklich falsch ist. Und natürlich endet letzten Endes alles mit einem echten Happy-Ending.

Die ca. 30-jährige Dallas verlässt nach dem Tod ihre Vaters England, um auf einem französischen Schloss die Arbeiten ihre Vaters als Restauratorin zu übernehmen. Es ist eine ganze Galerie von Bildern wieder auf Vordermann zu bringen und letzlich gilt es auch noch ein Fesko zu entdecken und frei zu legen. Woche um Woche und Monat um Monat vergehen, in der sich Dallas immer mehr im Schloss zu Hause fühlt, als gehöre sie genau dorthin. Doch auf dem Schloss scheint so einiges nicht zu stimmen und der eigenartige Schlossherr selbst, der kaum je anwesend ist, scheint der Auslöser zu sein, wird er doch von jederman – inklusive der eigenen Tochter – verdächtigt, seine eigene Frau vor wenigen Jahren ermordet zu haben. Doch damit allein ist es noch nicht genug, denn natürlich braucht jedes echte Schloß genug Spukgeschichten und einen verschollenen Schatz, den es zu finden gilt.

Auch das Kindermädchen seiner Frau lebt noch auf dem Schloss und kümmert sich inzwischen um die 14 jährige Tochter, die nun ohne Mutter aufwachsen muss, was mehr schlecht als recht klappt und unter anderem dazu führt, dass Dallas in das Oubliez eingesperrt wird. Das ist eine dieser Fallgruben, die zwar ein Loch besitzen, durch das die Gefangenen aus einem höher gelegenen Stochwerk per Stoß hinein gelangen, unten gibt es jedoch keine Tür, um von dort wieder zu entrinnen. Das Erdwesen konnte sich das alles sehr gut vorstellen, denn einst stand sie selbst vor einem solchen Oubliez und die Fallhöhe war einfach nur gigantisch!

Nach und nach entwirrt die toughe Dallas eine recht tragische Familiengeschichte. Schön vorgestellt wird das Schloss mit der reizvollen umgegebenden Landschaft und das angehörige Weingut mitd den Menschen, die dort leben. Letzten Endes ist es eine Darstellung wie aus einem perfekten Märchen, und gerade diese Darstellungen haben Victoria Holt zu der Bekanntheit verholfen, die sie heute hat. Dallas unerschütterliche Glaube an das Gute im Menschen trennt endlich die Bösen von den Guten und bringt sie tatsächlich mit dem Mann ihrer Träume zusammen, während die Welt rund um das Schloss und das Weingut sich unentwegt weiter drehen.

Ein gutes Buch? Ein schlechtes Buch? – Das ist schwer zu sagen. Es ist eben ein Buch von Victoria Holt, jener Autorin, die unter zig Pseudonymen jeweils eigene „Marken“ kreierte, die auch eine sehr unterschiedliche Qualität aufweisen. Kurzweilig bis spannend ist das Buch und handwerklich gut gemacht. Die verschollenen Smaragde ziehen sich hier beispielsweise wie ein grüner Faden durch die komplette Geschichte und verweben das, was hier zu verweben ist. Jedoch ist das Buch auch wie zu erwarten ohne echte Überraschungen. Aber dass Victoria Holt mit diesen Büchern berühmt geworden ist, ist leicht zu verstehen. Ihr Kopf steckte voller unterhaltsamer bis spannender Geschichten, die für die jeweilige Zielgruppe auch gut umgesetzt wurden. Das nämlich ist der eigentliche Schock und auch der Grund, warum das Erdwesen lange Zeit Victoria Holt mit ihren zahlreichen Pseudonymen in den Bücherschränken dieser welt nicht mehr zur Kenntnis nahm. Die Dame konnte wirklich schreiben! Nur eben unter jedem Pseudonym anders und wehe der Leserin, die hier den Überblick verliert.

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Marina Fiorato: Die Glasbläserin von Murano (2007, 320 Seiten)

Marina Fiorato: Die Glasbläserin von Murano (2007, 320 Seiten)

Das war wieder ein richtig gutes Buch, welches das Erdwesen im Bücherschrank hatte ausfindig machen können. Da es auch in Venedig spielt, passt es gut zu dem davor gelesenen.

Die Autorin, selbst Venezianerin, erzählt ihre Geschichte in zwei Zeitsträngen. Die eine handelt vom ihren Glas blasenden Vorfahren Corradino Manin, die andere von ihrem eigenen Leben als angehende Glasbläserin. Das Buch liest sich sehr lebendig und man erfährt viele Dinge über die Eigenheiten Venedigs und das Glasblasen als das Staatsgeheimnis, auf dem sich auch ein Teil des Wohlstandes der alten Seefahrernation begründete. Man bekommt einen Eindruck davon, wie wertvoll die alten Spiegel sind, die noch existieren, denn viele Glasbläser erlitten bei der Herstellung Quecksilbervergiftungen und so spielt auch diese im Buch eine entscheidende Rolle. Venedig scheint zudem eine Stadt zu sein, die niemals wirklich altert, denn noch heute finden sich viele Gebäude, die es auch schon vor sehr langer Zeit gab. Die Venezianer kennen ihre Familientraditionen und viele der Ahnen sind weiterhin in ihren Geschichten lebendig, ganz so wie der Vorfahr auch bei Nora (Leonora) Manin es immer noch ist.

Das Buch ist sehr intelligent aufgebaut ohne dabei schematisch zu wirken. Man springt mitten in eine Geschichte, deren Inhalt man gar nicht recht erfassen kann. Erst wenn man alles erfahren hat, begreift man ihre wahre Bedeutung. Es ist das erste Mal, dass das Erdwesen ein ganzes Kapitel zweimal innerhalb nur eines Buches liest und es fast gar nicht mitgekommen hätte. Es ist wirklich Wort für Wort gleich und doch begreift man erst zum Schluss, was dort erzählt wird.

Auch in diesem Venedig-Roman spielt ein Commissario eine wichtige Rolle, denn er kombiniert richtig als die Hauptdarstellerin bereits alles erforscht hat, kurz vor der Aufgabe steht und findet das passende Puzzleteil, um die Geschichte des berühmten Vorfahren doch noch in das rechte Licht zu rücken.

Wer das Buch in die Finger bekommt, sollte zuerst Venedig besuchen und dann das Buch lesen. Lesenswert ist es in jedem Fall für alle, die sich an den Kunstwerken aus Murano erfreuen, auch wenn sie heute, im Zeitalter der überall verfügbaren Massenware nicht mehr den Stellenwert haben, der ihnen eigentlich immer noch zukommen sollte. Käme das Erdwesen heute noch einmal nach Versailles, so könnte es den dortigen Spiegelsaal bestimmt sehr viel besser würdigen, denn schließlich stammt zumindest einer der 21-teiligen Spiegel von Leonoras Urahn, dem er letztlich das Leben gekostet hat!

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Gaby von Schönthan: Die Löwin von San Marco (1972, 415 Seiten)

Gaby von Schönthan: Die Löwin von San Marco (1972, 415 Seiten)

Da Venedig eine wirklich phantastische Stadt ist, gelangte auch dieses Buch aus dem Bücherschrank in die Hände des Erdwesens. Ganz ohne Hinweise zur Autorin oder dem Jahr des Erscheinens war es schwer zu sagen, wann dieser historische Roman das Licht der Welt erblickte. In jedem Falle wurde er mit außergewöhnlicher Sorgfalt geschrieben. So dachte sich das Erdwesen, dass die Schriftstellerin für den Roman sehr viele Kleinigkeiten persönlich recherchiert haben musste und das in Zeiten vor „dem Internet“, denn alles in allem sind die heutigen historischen Romane sehr viel oberflächlicher abgefasst. Weil jede Information immer und überall ad hoc verfügbar ist, scheint sich alle Welt auf einen bestimmten Historien-Duktus verständigt zu haben und der besteht aus denjenigen Informationen, die am schnellsten im Internet auffindbar sind und fußen so gut wie nie auf einer echten tiefgreifenden Recherche aus eigenem Blickwinkel.

Auch die Wortwahl dieses Buches ist bei Weitem sorgfältiger als in modernen Büchern. Immer wieder gibt es Sätze, die für sich genommen grandios sind. Wer gibt sich beim Schreiben heute noch so viel Mühe? Kann doch jeder Satz jederzeit revidiert und in eine andere Abfolge der Gesamterzählung gebracht werden. Wer weiß, vielleicht sind all dies Gründe dafür, dass dieses Buch sich so wunderbar liest. Ganz anders als die Bücher des Computerzeitalters. Es ist mit Muße und mit sehr viel Überblick geschrieben, so dass es möglich wird, komplexeste Lebenssituationen und deren Auswirkung in einen einzigem Satz zusammenzufassen. Bei vielen Autoren aus dem Jetzt führt dies zu ausschweifenden Begründungen für das Tun und Handeln ihrer erdachten Protagonisten, nur weil sie die Kunst des abschließenden Formulierens einfach nicht beherrschen oder nicht gründlich genug nachdenken. Hier heißt es an entsprechender Stelle schlicht:

„Sein medizinischer Erfolg hatte so zu seiner seelischen Niederlage beigetragen, daß er seine Fähigkeiten verfluchte.“ – Damit ist alles gesagt.

Die Szenerie ist das Venedig nach dem Jahr 1715. Aber auch hier gibt sich das Buch eher zeitlos. Die historischen Ereignisse jedoch, in die die unglückliche Liebesgeschichte eingebettet ist, können eindeutig recherchiert und zeitlich zugeordnet werden. Gracia de Riva, eine Tochter aus gutem, aber durch Spielsucht verarmtem Hause ist als Mündel ohne Mitgift im Kloster gelandet. Eine halsbrecherische Flucht mislingt. Ihr potentieller Liebhaber und vormaliger Lehrer und Arzt muss gar die alleinige Flucht aus Venedig ergreifen. Nach der folgenden Ermordung ihres Vaters untersteht Garcia der Obhut ihres Bruders, der offiziell seine Hände in Unschuld wäscht.

Doch dann wird es Karneval in Venedig und alle guten Sitten sind für die Karnevalssaison ausgesetzt, so dass Garcia eine Möglichkeit findet, dem Kloster zu entkommen, indem sie die Äbtissin mit dem ihr (eigentlich) zustehenden Erbe gefügig zu machen versteht. Und dann beginnt die geneigte Leserin die hohe Gesellschaft in Venedig und dem Paris der damaligen Zeit genauer kennen zu lernen. Frankreich steht unter dem Regenten von Orleans, der Orgien feiern lässt, sich selbst aber keiner eigenen Manneskraft mehr rühmen kann und das Gold zu Gunsten von Papiergeld als Zahlungsmittel abgeschafft hat – außer für sich selbst versteht sich.

Mittlerweile ist Garcia mit einem französischen, sehr viel älteren Adeligen verheiratet, der sie jedoch kurz nach dem Karneval durch einen Stellvertreter (!) hat heiraten lassen, denn er kann den Orgien des Regenten ohnehin nichts abgewinnen, weil dabei jeder seine Ehefrau den anwesenden Reichen und Schönen zur freien Verfügung stellen muss. Zur gleichen Zeit versucht der Regent seine Manneskraft wieder zu erlangen und gerät natürlich an Garcias ehemaligen Lehrer und Arzt, der schon die Mutter des Regenten kurieren konnte und so durch die dafür erhaltenen Aktien auf ihm unerklärliche Weise ein Vermögen macht, welches er so schnell wie möglich wieder in Gold eintauscht, da ihm die Sache in keine Weise geheuer ist.

Gleichzeitig nutzt Garcia alle sich ihr bietenden Freiheiten und sucht den Kontakt zum Botschafter von Venedig in Paris, der ein entfernter Cousin ist. Sie leiht ihm ihren eher bescheidenen Erbteil, um diesen binnen kürzester Zeit in ein Vermögen an Aktien zu wandeln, um es dann widerum in Form von Waren in Richtung Venedig in Goldukaten bei der Bank von Rialto anzulegen. Garcia vertraut ihm nicht nur blind, sondern als ihr angetrauter ältlicher französischer Gatte plötzlich über Nacht stirbt, kehrt sie zurück nach Venedig und heiratet ihren entfernten Cousin und Ex-Botschafter, was sie zur höchst angesehenen Frau in Venedig macht, da ihr neuer Ehemann den Dogen vertritt. Dies tut sie alles im sicheren Bewußtsein, dass sie ihren ehemaligen Lehrer und Arzt natürlich niemals wiedersehen wird, und als geborene „Riva“ ist sie sich diese glänzende Karriere auch einfach schuldig. Von wegen Kloster!

Es wäre kein Liebesroman, wenn justamente nicht wieder die Zeit des Karnevals anbräche und sie erfährt, dass ihr Schwarm ebenfalls in Paris weilte als sie erfolgreich mit dem Regenten tendelte, er dann aber nach London entkam, um sich dort mit weiteren medizinischen Studien zu befassen und seine verbotenerweise erstandenen Golddukaten zu retten.

Was soll das Erdwesens sagen? – Doch dann kam alles ganz anders!? Also ganz anders!! – Die mild dahin plätschernde bis spannende Geschichte nimmt ein jähes Ende. Mehr wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten.

Ein lesenswertes Buch, gespickt mit „pikanten Details“ der Moralauffassung der damaligen Zeit und da verwundert es dann auch in keiner Weise, dass das Erscheinungsjahr mit 1972 angegeben ist. Da verstanden es Frauen noch „me too“ erfolgreich für sich zu nutzen ohne permanent herumzujammern.

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Aus einer Kettensäge (grün)

Das Erdwesen widmete sich in einer Tag füllenden Aktion den größeren Stämmen Totholz vom Kanal. Zuerst gab es Probleme mit der Stromversorgung. Nach dem Wechsel des Kabels und der Kontrolle sämtlicher Stecker, verlor die Kettensäge erneut an Schwung. Nachdem das Totholz dennoch zerteilt und zum erneuten Trocknen aufgeschichtet war, ging nichts mehr. Also wurde eine neue Kette aufgezogen, aber auch damit wurde es nicht besser.

So einen seltsamen „Abgang auf Raten“ bei einer Kettensäge hat das Erdwesen noch nie zuvor erlebt. Diese Macke hatte die Säge gleich zu Anfang beim Sägen von Eichenstämmen, verlor sich dann aber wieder über die Zeit beim monatelangen Sägen von dünnen Stämmen von Birke und Weide. Angesichts der großen Stämme ging es nur noch schleppend, dann kurzzeitig und letzlich „irgendwie“ „beinahe“ gar nicht mehr.

Also schnappte sich das Erdwesen die Grizzly-Kettensäge, die es während des letzten Lockdowns als Ersatz per Post bestellt hatte und legte los. Tanne, Birke, Eiche. Viele der inzwischen mehrfach nachgeschärften Ketten sind wohl auch nicht mehr das, was sie einst waren und so fand auch diese Sägerei nach wenigen Stunden ihr bisheriges Ende, bevor es jetzt wieder an die Stämmchen geht, die wegen diverser „Querschnitts-Aktionen“ immer schwieriger von einander zu trennen sind.

Wenn man bedenkt, welche Berge diese Säge für knappe 90 Euro zerlegt hat, muss man sich ernsthaft fragen, ob eine Stiehl wirklich das sechsfache zu schaffen in der Lage wäre, nur um ihren höheren Preis zu rechtfertigen. Der typische Fall ist immer noch das Baumfällen, aber dafür braucht es nicht allzu viele Schnitte. Beim Brennholzsägen entsteht eine komplett andere Belastung des Motors und des Anlauf- / und des Stopp-Mechanismus.

Nun gilt es noch, die Akkusäge wieder in Betrieb zu nehmen. Es wartet der nächste Pfirsichbaum auf seine Zerlegung!

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Und was macht das Holz?

Mit dem Holz ist es dieses Jahr so eine Sache. Die meiste Zeit hat es geregnet und der „Speicher“ war rappelvoll. Da galt es erst einmal, den Arbeitsbereich wieder etwas frei zu sägen. An einem Tag im Sommer verschwand der riesige Eichenberg, was fünf Stunden und drei bis vier Ketten brauchte. Die langen dünnen Baumstämme aus dem Vorjahr konnten nur teilweise besiegt werden, da sie nur dran sind, wenn eine Kette fast stumpf ist. Außerdem haben sie sich durch das viele Übereinandertürmen dermaßen verkeilt! Es ist kein wirklicher Spaß… Und um überhaupt irgendwo einen Anfang zu finden, nahm das Erdwesen irgendwann einfach die Kettensäge und kämpfte sich mittig durch den kompletten mehr als mannshohen Stapelwald. Inzwischen müsste sie das ein zweites Mal tun, aber schon wieder sammelt sich neues Holz davor.

Dafür schaffte es das Erdwesen wenigstens dieses Jahr die ersten mürben Bretter des Zauns zu zersägen und für schlechte Zeite in Kartons einzulagern. Dicht darauf folgten Holzbestandteile aus der Werkstatt. Es ist schwer zu sehen, was brennbar ist und was auf den Sperrmüll gehört. In der Werkstatt ist der Haufen jetzt etwa zur Hälfte abgetragen und es sind nur noch Kanthözer, echte Sperrmüllteile oder sehr schwer handlebares sägbares Holz übrig. Den Ratten sei dank, ist alles mit einer hübschen gleichmäßigen Dreckschickt versehen, die man im Dämmerlicht der Werkstatt kaum durchschauen kann.

Also verlagerte das Erdwesen sich bei strahlendem Sonnenschein und den ersten Minusgraden letzte Woche auf das Sammeln von Totholz vom Seitenkanal. Keine Ahnung, wie lange es dort schon liegt. Die Nachbarin sicherte sich davon einst nach eigener Aussage 10 m³, von denen sie immer noch zehrt. Der Rest liegt noch heute unterhalb der Hecke und so transportierte das Erdwesen in den letzten Tagen mindestens 11 Schubkarren in Richtung Sägeunterstand. Das Holz ist schön mürbe und sehr viel kann direkt von Hand zerteilt werden. Dann noch eine kurze Trockenperiode und es brennt bestens. „Übrig“ ist jetzt noch die Mehrheit der echten Stämme, die das Erdwesen aus dem Dickicht befreite. Das wird dann die inzwischen schon durch massig Tanne und Eicher angeschlagene Kette zu erledigen haben. So füllt sich dann hoffentlich auch wieder der Vorrat an „leichten Stämmchen“ auf dem Anhänger. Auf dem Güde-Wagern lagert hingegen der nächste Eichenpfosten. Es ist der längste seiner Art bisher und er tauchte unvermittelt am Kanal im Gras liegend auf. Riegelpfosten zersägte das Erdwesen bisher nur einen weiteren. Der hat es dafür „um sich“, denn um ihn wirklich vollständig zu zerlegen, muss erst noch einmal der Bolzenschneider ran. Alles gut umwickelt mit dem unverwüstlichen westdeutschen Stacheldraht!

Es ist ein ewiges Hin- und Her mit dem Verbrennen von unterschiedlichen Hölzern. Für Menschen, die ausschließlich „Kaminholz“ verfeuern, muss so ein Holzofen eine wirklich langweilige Angelegenheit sein. Wenn einem unterschiedliche Sorten Holz zur Verfügung stehen, kann man auf so einem Ofen auch ohne Probleme kochen. Der Hund findet das besonders gut, denn schließlich ist es seine Aufgabe, die Gefriertruhe leer zu fressen und das tut er am liebsten, wenn es etwas Gekochtes gibt. Aktuell ernährt er sich von Rindersuppe. Zwar schleppt er die Markknochen mit in die Stube, aber was solls. Der Miele schafft die Reste sowieso! – Eigentlich ist es an der Zeit an dieser Stelle dem Miele eine Laudatio zu halten. Ohne diesen phantastischen, beutelfreien Staubsauger, bei dem man jeden Filter ad hoc reinigen kann ohne ihn ersetzten zu müssen, wäre das Erdwesen definitiv nicht so gut voran gekommen wie es das ist. Zusammen mit dem alten Kärcher bildet er ein unschlagbares Team.

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Das Klima ist nicht gut

Heute war es soweit, dass das Erdwesen an der Tankstelle Gütersloh Nord den oppulentesten Spritpreis bisher zu entrichten hatte. Stolze 1,949 Euro/Liter Super E10 waren zu berappen.

Dabei hatte das Erdwesen angesichts eines Preises von 1,78 Euro/Liter in Hannover mit etwas noch Höherem gerechnet und teilte dies dem Kassierer auch gleich mit. Der fühlte sich ein wenig veräppelt, denn heute hätten sich schon einige Leute ziemlich ungehalten über den Preis geäußert und nun kommt ein Erdwesenn daher und fragt, warum der Sprit so günstig sei?!

Das Erdwesen ist gespannt, wie sich der Spritpreis zum Bedauern der immer noch amtierenden Regierung und eines Verkehrsministers, der in seiner Amtszeit soviel Geld verschwendet hat, dass ein Spritpreis von 3 Euro/Liter auf Jahre gerechtfertigt erscheint, weiter entwickelt. So eine Heuchelei!

Ganz anders ist es aber bei den aktuellen Coronazahlen. Jeden Tag 34000 bis 37000 neue Corona-Infizierte bei ca. 165 Toten pro Tag. Viel mehr als letztes Jahr um die gleiche Zeit. Und erst 2 Mio. Menschen wurden „geboostert“, wie es jetzt so schön heisst. Und was passiert? Genau genommen einfach nichts. Denn Frau Merkel macht ihre Rundreise zur eigenen Verabschiedung vom Kanzlerinnenamt, neben ihr Herr Scholz als Kanzler-to-be. Und im Hintergrund das ganze Kabinett, welches weiß, dass es für das grandiose Mismanagement ohnehin nie mehr zur Rechenschaft gezogen wird. Da überlässt man es doch gerne der Nachfolge-Regierung vielleich doch wieder kurz vor Weihnachten einen Lockdown zu verhängen oder die Silvesterböllerei abzusagen – nicht nur, weil man sich dabei anstecken kann, sondern natürlich weil sämtliche Tiere nervlich belastet werden und dann auch noch vollständig überflüssige klimaschädliche Stoffe in unsere Luft und später in die Atmosphäre gelangen.

Kanzlerin Merkel hat übrigens jetzt das Jahrzehnt des Klimaschutzes ausgerufen. Sehr merkwürdig! 1992 schon hat das Erdwesen alle Fakten, die heute zum Teil immer noch belächelt werden dazu auf dem Tisch gehabt und bis heute, nach der Ära Kohl, Schröder, Merkel wurde niemal etwas unternommen. Aber nun kommt die „Dekade des Klimarettens“.

Ich denke, es wird wohl eher eine neue Dekade des Geldmelkens der eigenen Untertanen, diesmal eben „zum Wohle des Klimas“. Wir dürfen gespannt sein, ob es dieses Jahr wirklich Weihnachtsmärkte geben wird und nicht wieder erst im März Kalender für dann 2022 zu kaufen sein werden. Es wäre ein falsches Signal, so wird derzeit noch gerufen, denn ein Lockdown wie im letzten Jahr zeigt auch, dass der ganze Impfstress vom Prinzip her ganz umsonst war. Wer ist Schuld? Die 2 Mio. über 65 Jährigen die sich immer noch nicht haben impfen lassen? Und was nun plötzlich auch publik wird, ist offenbar die Tatsache, dass die Corona-Schutzimpfung gar nicht davor schützt, an Corona zu erkranken und dann den Virus weiter zu geben! Aber Impfdurchbrüche soll es nur 2 mal auf 1000 Geimpfte geben.

Aha.

Es ist schwierig überhaupt noch herauszufinden, was wahr ist oder eventuell wahr sein könnte. Wenn es stimmt, dass man weiterhin in jedem Falle an Corona erkrankt, halt nur nicht mehr so schwerwiegend, dann ist die Impfung wirklich Schwachsinn für jene, die schon Corona hatten. Dann wird es bei dem Corona-Virus ganz genauso sein, wie beim Noro-Virus. Da steckt sich das Erdwesen auch immer noch an, aber bei jedem Mal hat sie einen weitaus milderen Verlauf. Nach viermal Noro, kotzt man ein paar Stunden, während man mit dem Durchfall die Toilette am besten gar nicht mehr verlässt und liegt danach noch einen Tag im Bett, um sich wieder zu berappeln. Und das war dann Noro. Niemals ist jemand auf die Idee gekommen, eine Schutzimpfung gegen den Noro-Virus zu entwickeln, dabei kann der einen beim ersten Mal auch wirklich komplett umhauen, so dass so mancher dabei endgültig liegen bleibt.

Mich wunderte es nicht, wenn wir in 10 Jahren dann erfahren, dass die Corona-Impfung der größte Wirtschaftscoup des Jahrtausends war. Denn woher kommen jetzt noch die ganzen hohen Fallzahlen?? Und wenn wir jetzt wieder in den Lockdown gehen, dann liegt der Verdacht, auch in Europa ein Social Scoring nach dem Vorbild Chinas einzuführen, sehr nahe. Denn was hat die Überwachung des Einzelnen mehr voran gebracht als ausgerechnet der Coronavirus?

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