Wofgang Hohlbein: Das Druidentor (598 Seiten, 1993)

Wofgang Hohlbein: Das Druidentor (598 Seiten, 1993)

Du lieber Himmel! Das hat gedauert. Irgendwann während des Tönnies-Lockdown begonnen und nun endlich vor ca. 2 Wochen zu Ende gelesen. Was für ein „Bestseller“. Zum Glück hat das Erdwesen dafür wenigstens nicht bezahlt (Bücherschrank) und dass es sogar eines der „besten“ Bücher von Wolfgang Hohlbein ist, hätte sie auch nicht vermutet. Ein wahres Epos.

Eigentlich klingt es ganz interessant, wenn beim Bau eines Eisenbahntunnels am Lago Maggiore plötzlich merkwürdige Dinge geschehen. Gestört wird die Ruhe des Berges bzw. der Berggeister als ein ICE-Tunnel durch das Massiv bei Ascona gebohrt wird. Die Rache der Erdwesen ist furchtbar.

Dummerweise ist bei diesem Buch alles falsch, was nur falsch sein kann. Lago Maggiore! Natürlich. Schließlich baute Enrico Fermi hier seinen ersten Versuchsreaktor. Klar, dass das die Erdgeister irgendwann auf die Palme bringen musste. Der vorsoffene Ingenieur heisst natürlich Warstein (geht`s noch?) und dann eine Namensgleichheit vom vermissten Ehemann Frank und dem bösen, aber zuletzt auch hilflosen Wissenschaftler Franke. Dazu kommt noch ein totaler Volltrottel in Form eines „Journalisten“ mit dem Namen Lohmann.

Das schlimme ist, dass dem Buch eine wirklich gute Idee zu Grunde liegt, wie das vermutlich bei 90% aller Hohlbein-Bücher der Fall ist. Alle Bücher haben nur einen gemeinsamen Fehler. Die an sich gute Idee wird so dermaßen auseinander genommen und immer und immer wieder von allen Seiten beschrieben, dass sie einfach nur noch nervt. Mit blumigen Worten werden die immer gleichen Dinge beschrieben, ohne dass aber wirklich klar nachvollziehbar ist, was passiert oder wie sich die Dinge tatsächlich verhalten.

Es war definitiv das letzte Hohlbein-Buch, was das Erdwesen gelesen hat. So ein aufgebauschter Schwachsinn.

Erst in dem Moment als die Hauptakteure erkennen, dass es eigentlich nur ihre eigenen Ängste sind, denen sie hier ausgeliefert sind (okay, das ganze verhält sich Hohlbein-typisch noch etwas komplexer), überlebt die Erde, die in einem schwarzen Loch zu versinken drohte (kein weiterer Kommentar!), trotzdem und wird sie für die neu geborenen Druiden, die nun ihrerseits das „Tor“ zu bewachen haben, sogar noch interessanter und besser.

Vermutlich hat der Autor nur deshalb so viele Bücher verkauft, weil es sein Verlag versteht, seine an sich guten Ideen und ihn als Schreiberling richtig in Szene zu setzen.

Die Geschichte an sich ist simpel nachzuvollziehen und eigentlich schon sofort beim ersten Einstieg klar. Über die Seiten kommen jedoch immer mehr spektakuläre Fakten des jeweiligen Zeitgeistes hinzu und werden mehr und mehr aufgebläht. Schlimm ist es auch, dass es im Buch Charaktere gibt, die die Welt schlicht nicht braucht. So wird hier ein Kriminalbeamter mit Namen Rogler als Quasi-Hauptperson eingeführt. Doch weit gefehlt! Dieser Rogler kommt zwar immer wieder vor, aber ist letztlich als Charakter zu nichts nutze, außer dass er vielleicht die Dinge einfach so betrachtet, wie sie sich darstellen. Völlig überflüssig, da das bereits die Rolle des Lesenden ist. Einzelheiten werden bis ins Detail beschrieben. Die interessanten Dinge – ja, wo mögen die sein? Auch im Kopf des Lesenden kann sich nichts dazu ausbilden, denn die vorgegebenen Detail-Beschreibungen sind zwar einerseits unverständlich, lassen aber für die eigene Phantasie Null Spielraum.

So hat das Erdwesen sich von Hohlbein abermals aufs Glatteis führen lassen und von Seite zu Seite gewartet, dass jetzt endlich etwas von Wichtigkeit passiert, was zur Aufklärung des Sachverhaltes führt. Was aber passiert, ist einfach nur arg seichte Unterhaltung, angefüttert mit pseudowissenschaftlichen und pseudofiktionalen Ausführungen, die jedwede tatsächliche erzählerische Qualität des Autors aufs immer und immer wieder Neue vermissen lassen.

Was für ein Reinfall. Nie wieder Hohlbein!!

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Impf-, Lockdown- und Test-Chaos

Und nun noch schnell ein Update zu den Lockdown- und Ruhetagsgeschichten, die uns hier umgeben.

Natürlich wurde der spontan in nächtlicher Sitzung beschlossene Ruhetag wieder verneint. Frau Merkel entschuldigte sich persönlich per Videobotschaft bei ihrer Bevölkerung. Wie sie darauf gekommen ist, keine Ahnung?! Der Andy Scheuer hat sich auch nicht entschuldigt, dass er Millionen für Nichts verprasst hat. Der Kohl und der damalige hessische Ministerpräsident Roland Koch hatten sich auch anno dazumal ebenfalls nicht dafür entschuldigt, wie sie sich persönlich zum Nachteil Dritter – war es mit Waffengeschäften? – bereichert hatten. Naja. – Wenn jemand meint, er will sich entschuldigen, soll er das tun. Aber wenn das Schule macht, brauchen wir demnächst doppelt so viele Nachrichtenshows. Vielleicht könnten man das offizielle Entschuldigen ja auch auf irgendeinen App-Kanal verbannen, dann ist es einem wenigstens frei gestellt, ob man damit belästigt wird oder nicht.

In der Region Hannover gibt es statt Ruhetag bis zum 12. oder 15. April – so ganz genau weiss es das Erdwesen jetzt nicht mehr – von 22-5 Uhr eine Ausgangssperre. Und der Jens Spahn forderte einen „richtigen Lockdown“ und Herr Laschet fordert jetzt einen „Brücklockdown“ und weiß der Himmel, wer noch alles irgendetwas fordert. Dabei hatten wir das alles doch schon. Irgendwer hat auch großkotzig gesagt, dass wir die dritte Welle ja hätten verhindern können, wenn wir einen Lockdown gemacht hätten. Äh? Wir waren die ganze Zeit im Lockdown, dachte ich.

Das Erdwesen kann nur mutmaßen, dass es sich rein zufällig dort aufgehalten hat, wo gerade Lockdown und Ausgangssperre bestanden. Jedenfalls weiß es genau, dass zu Silvester auch eine Ausgangssperre herrschte – zumindest im Kreis Gütersloh. Und dass man nun eine FFP2-Maske tragen muss, wenn man bei jemandem im Auto mitfährt, ist auch nichts bahnbrechend neues, sondern ein alter Hut aus dem letzten Jahr.

Was das Erdwesen bis zur Weißglut nervt ist die „Lassen-Sie-sich-impfen-Reklame“ am Radio! Nichtmal genug Impfstoff ist da. Astrazeneca-Impfungen wurden erstmal eingestellt (für die unter 60-jährigen), weil es 31 (2 Männer, Rest Frauen) Todesfälle auf 2,6 Millionen Impfungen gegeben hat. Dafür hat man jetzt aber die über 60-jährigen für Astrazeneca-Impfungen vorgezogen. Keine Ahnung, warum und ob das überall so ist und Astrazeneca durfte erst ja auch gar nicht an ältere Menschen verabreicht werden. Aber es ist damit auch schon wieder vorbei. Ab heute soll sich zumindest im Kreis Gütersloh erstmal der Jahrgang 1941 (ja, richtig gelesen!!) für die Warteliste melden. Dafür können fitte, jüngere chronisch Kranke es durchaus schaffen, sich irgendwo impfen zu lassen. Aber eben auch nicht alle. Und Erzieher und Menschen im Gesundheitsbereich haben auch eine Chance, eine Impfung zu bekommen. Vorausgesetzt sie halten sich gerade zufälligerweise dort auf, wo geimpft wird.

Mit anderen Worten: Das Chaos könnte größer nun wirklich nicht mehr sein.

Das Erdwesen harrt der Dinge. Meinethalben kann es auch mit dem russischen Impfstoff geimpft werden. Hauptsache es geht mal irgendwie voran!! Aber der Staat bekommt es nicht mehr auf die Reihe, zumal ja auch jetzt Wahlkampf ansteht und sich jeder gleichzeitig zu profilieren sucht. Man kann nur noch den Kopf schütteln und hoffen, dass alles irgendwann vorbei geht.

Und dann noch die Sache mit dem Testen. Es gibt Selbsttests, es gibt kostenfreie Bürgertests (nur einmal die Woche), es gibt Zwangstests (in Betrieben oder in Schulen) und dann gibt es PCR-Tests und Labortests – oder vielleicht sind die auch identisch, keine Ahnung! – und dann gibt es sehr teure Tests (bis zu 40 Euro), die von irgendwelchen Testzentren auf Wunsch gemacht werden, nachdem man in einer Schlange gewartet hat und dann gibt es noch die Tests, die im Alten- und Pflegeheim gemacht werden, damit man die Angehörigen besuchen kann. Schwierig wird es eigentlich erst dann, wenn man auch ein Testergebnis haben möchte. Es ist nämlich nicht klar, welche Testergebnisse von welchen Stellen an wen dann gemeldet werden. Im Alten- und Pflegeheim beispielsweise wird einem das Testergebnis nur zugerufen und dann kann man die Alten besuchen. Es ist aber nicht möglich sein Testergebnis von dort ausgehändigt zu bekommen, weil Testergebnisse nur dann ausgehändigt werden dürfen, wenn die testende Stelle dazu vom Staat akkreditiert wurde!

Auch das mit den kostenfreien Bürgertests ist so eine Sache. Man kann sie nur am eigenen Wohnort machen lassen und auch nicht überall, sondern nur bei Stellen, die das Risko eingehen, das Geld für den Tests irgendwie im Nachgang direkt vom Staat zu erhalten. Aber man kann ja auf selbst-bezahlte 40-Euro Tests zurückgreifen.

Für Selbsttests gibt es eigentlich gar keine Verwendung. Man kann sie höchstens mitnehmen und im Beisein desjenigen machen, der die Verpflichtung hat, nur Leute reinzulassen, die einen negativen Test vorweisen können. Leider sind diese Selbsttests aber meistens nicht sehr genau. Also noch schlechter als die 40 Euro-Tests oder die Bürgertests.

Und dann kommen wir noch zu den Apps. Da wären also die Corona-Warn-App, die eigentlich komplett nutzlos ist. Dann hätten wir die Luca-App, die die Zettelwirtschaft beim Einkaufen beenden könnte und dann gibt es noch die App GoPass, die nicht nur die Zettelwirtschaft beenden kann, sondern die auch noch die Testergebnisse protokollieren könnte. Könnte! Denn natürlich müsste auch ein Testzentrum genau diese App unterstützen, damit es klappt. Dummerweise haben die Betreiber aber offenkudig noch keine Liste der verfügbaren Testzentren. – Wie auch?! Streiten doch Bund und Länder noch darum, wer für so eine Liste denn überhaupt zuständig ist.

Damit ist wohl alles gesagt. Wir sind am Popo. Und das auf Dauer.

Bis Ende September sollte allen Bürgern in Deutschland ein Impfangebot gemacht werden! Die Jahrgänge 1961 und älter hat man ja jetzt schon durch. Angebot war ja da. Konnten sich eben nur nicht alle melden und von denen, die sich gemeldet hatten, weil sie es überhaupt mitbekommen haben, haben die meisten auch keinen Platz in der Schlange bekommen. Wenn das nächste Mal irgendein Impfstoff ausfällt, wird man sich den jüngeren Menschen widmen und mit irgendwas vorschlagen zu impfen, was sich gerade für eine andere Gruppe als ungünstig erwiesen hat. Möglichst aber im Geheimen. Am besten irgendwo auf Twitter oder Instragram, bei Facebook oder per Briefpost, deren Übermittlung dann aber zu lange dauert. Man könnte auch Mailen oder SMS verschicken. Es gibt so viele Möglichkeiten! Von der Brieftaube bis zum Anruf. Alles kann, nichts muss. Verwirre Deine Bevölkerung so lange, bis auch der letzte vollständig apathisch vor dem Fernseher oder seinem langsamen Internetanschluss sitzt und auf sein Händy starrt.

Einem Szenario wie diesem hätte man selbst Ende April 1986 eine mögiche Existenz von Grund heraus abgesprochen. Zumal man ja auch zwischendrin immer noch bezichtigt wird, unsozialer Weise Klopapier oder Nudeln zu horten!!

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Osterzeit ist Ruhezeit!

Es wird von Tag zu Tag kurioser.

Nun wurde beschlossen, dass Deutschland zwischen dem 1. und 5. April den härtesten Lockdown erlebt, ever (also bisher „ever“ jedenfalls). Ministerpräsident Weil hat laut HAZ verkündet, dass es an Gründonnerstag (1. April) einen Ruhetag geben wird. Niemand – angefangen bei den Ministerien – soll mehr arbeiten! Es gilt #WirBleibenZuHause. Nur am Samstag dürfen weiterhin Mehl und Klopapier verkauft werden, damit es nicht zu spontanen Demonstrationen kommt (oder so ähnlich).

Das ist finde ich mal eine wirklich gute Lösung! Erst mussten wir aufgrund alter Technk arbeitend weiter ins Büro, dann bekamen wir neue Technik und mussten arbeitend zu Hause bleiben. Nun reicht es, wenn wir nur noch zu Hause bleiben! – Okay, für ein anstehendes Monster-Update meiner neuen Technik muss ich vorher nochmal kurz ins Büro, aber das ist aus meiner Sicht voll okay.

Das Geld wird am Ruhetag jedenfalls trotzdem bezahlt :-) Nur beim Kurzarbeitergeld ist man sich zumindest in Niedersachsen noch nicht ganz so sicher. Und die Menschen dürfen auch weiterhin mit TUI nach Mallorca fliegen. Nur ist noch nicht klar, was passiert, wenn sie dann zurück kommen.

Wenn man alle Informationen mischt, das Voranschreiten der jeweiligen Aktionen oder Nicht-Aktionen mit dem aktuellen Ausbruch der Geflügelpest ergänzt, könnte es auch sein, dass Mallorca-Rückkehrer beim versehentlichen Wiedereintritt in den nordrhein-westfälischen Luftraum gekeult werden. – Warten wir es einfach mal ab!

Vielleicht gibt es eine Studie, die besagt, dass Mallorca-Urlauber Herrn Laschet ohnehin nicht als Kanzler in Betracht zögen.  –  Wie dem auch sei: In Geflügelpestlandkreisen würde ich momentan jedenfalls nicht landen wollen. Wer weiß!? Wenn sich da nur irgendeine Behörde vertut und etwas durcheinander bringt, können wirklich die schlimmsten Dinge passieren.

Aber ich find’s gut, dass am Gründonnerstag laut Herrn Weil in den niedersächsischen  Ministerien nicht gearbeitet wird. Endlich ist es offiziell! Seid tapfer: Die nachgeordneten Behörden versuchen alles, um Euch nachzueifern und mit etwas Glück werden dann die Ruhetage auch noch ausgedehnt. Irgendwann muss auch bestimmt mal wieder gestreikt werden. – Das Erdwesen müsste dann allerdings noch kurzfristig seinen Urlaubsantrag zurückziehen. Sonst muss es am Ende noch Vergnügungssteuer bezahlen oder ein Ministerium müsste eine Vorgabe erarbeiten, was passiert, wenn ein bereits genehmigter Urlaubstag auf die neue Ruhetagsregelung trifft.

Das mit dem Ruhetag ist wirklich das spaßigste, was es im Lockdown bisher gegeben hat. Herr Weil for Kanzler! Das ist ein Mann, der etwas vom Leben versteht. Er kann nicht nur komplexe Sachverhalte messerscharf erfassen, sondern er lässt dem Ganzen auch entsprechende Taten folgen. – Wie gesagt, was mit den Mallorca-Rückkehrern, die dann in Hannover landen, passiert, ist noch unklar. Aber man könnte natürlich eine temporäre Evakuierung in den praktisch corona-freien Kongo vorsehen. So als Übergangslösung. Bis in Deutschland alle Tests verteilt sind oder irgendeine Behörde die Testergebnisse auch entgegen nehmen kann, weil sie gerade keine Ruhetage hat oder man es geschafft hat, alle, die dazu bereit sind, mit irgendeinem Vaczin zu impfen oder vielleicht einfach den Impfstoff zum Zwecke der Selbstimmunisierung per Nadelstich an die impfwillige Bevölkerung auszugeben. – Hier im Nachbardorf gibt es am Rathaus sogar einen Spritzenautomaten! – Man kann sich ja dann per App irgendwo melden, dass man jetzt berechtigt ist, den grünen digitalen Impfausweis zu führen. Der kann dann per Post an die bei der DHL hinterlegte Adresse geschickt werden – oder halt an eine Packstation.

Ruhetag. – Darauf kommts an! – Ommmmmmm.

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Der Wahnsinn geht weiter

Heute ist abermals eine Sitzung dazu, wie lange man die Bürger in Deutschland noch isolieren, einsperren oder sonst wie gängeln wird, um sämtliche Defizite, die die Politik über die Jahre in Sachen Digitalisierung und eGovernment angehäuft hat, damit auszugleichen. Der Lockdown wird ohne weitere Lockerungen bis zum 18. April weitergehen! (Ja, das ist immer noch der Lockdown, der eigentlich schon am 10. Januar sein Ende hätte finden sollen.)

Erschreckend ist, dass allen Ernstes auch eine Ausgangssperre bis 5 Uhr morgens im Gespräch ist, wie diese im Kreis Gütersloh ja auch zu Weihnachten und Silvester bestand. Auf der anderen Seite haben sich die ersten Urlauber auf nach Mallorca gemacht, weil Malle nun kein Risikogebiet mehr ist.

Das Erdwesen fragt sich, wieso das Urlaubsziel ausgerechnet Mallorca sein muss. Die Demokratische Republik Kongo wäre doch viel interessanter und ist ebenfalls kein Risikogebiet! Dazu kommen natürlich weitere afrikanische Länder. Die werden wohl alle keine Zeit für Corona haben, weil sie sich zuerst um Ebola kümmern müssen, wenngleich das Erdwesen nicht genau weiß, wo (allerdings eher in Westafrika) Ebola gerade grassiert. Nur die Impfstoffe für Ebola können nicht verteilt werden, weil die Logistik komplett für die Corona-Impfstoffe benötigt wird. Es gilt, Prioritäten zu setzen! Und die, die daran sterben sind doch sowieso nur Neger!!

Geistig nachzuvollziehen, was unsere Politik da eigentlich treibt, ist es allerdings für sehr viele Bewohner dieses Landes inzwischen nicht mehr. Die Regeln sind dermaßen kompliziert und undurchschaubar, dass man sie nicht im Kopf behalten kann, selbst wenn man sie kennte. Dass alle Regeln auch noch einen Raumbezug haben, der sich jedoch an reinen Verwaltungsgrenzen orientiert, macht es nochmal schwieriger. Dann gibt es in NRW seit heute auch noch ein Urteil, welches besagt, dass es unzulässig ist, einige Geschäfte zu öffnen, während andere geschlossen sein müssen oder „click & meet“ oder irgend etwas ähnliches – gemeint ist: Du meldest Dich vor im Geschäft an und besuchst es zur angegebenen Uhrzeit – machen dürfen.

Dann marschiert eine Meldung durch die Presse, dass der Wahlkampf dieses Jahr digital abgehalten wird. Das Erdwesen ist voll dafür! Die App für das Wahlkampf-Blocking lädt sie sich sofort herunter, selbst wenn sie 20 Euro kostet!! Hauptsache, man muss sich diese Gewäsch nicht anhören!!

Vielleicht sollte man es diesmal so machen, dass eine komplette Namensliste der zu wählenden Politiker ausgehändigt wird. Alle die sich als unfähig erwiesen haben, erhalten ein Kreuzchen und sind damit dem politischen Untergang geweiht. (Also ohne 5%-Hürde.) Da dieses Verfahren nur diejenigen überleben, die aktuell in den Hinterbänken schlafen, werden uns die nächsten Jahre dann einmal diese Leute regieren. Und zwar nur diese Leute! Dadurch wird das Parlament erheblich kleiner und die bisherigen unauffälligen Nichtsnutze müssen auch mal etwas tun. Schlimmer als es ist, wird es sicher nicht werden.

Die News des Tages ist übrigens, dass eine dem Erdwesen völlig unbekannten Politikerinnen in einem Flugzeug aus Kuba verstorben ist. Sie war mit ihrem Ehemann unterwegs – also wird es wohl eine Urlaubsreise gewesen sein – jetzt, wo das ganze Land wegen Corona stillsteht! Eine dienstliche Fortbildung in Sachen Kommunismus ist eher unwahrscheinlich, da die Politikerin der CDU angehörte und offenbar sogar eine Strafe von 20000 Euro vor ein paar Jahren kassiert hat, weil sie irgendwie betuppt hat.

Und der arme Jens steht nun in der Kritik, weil eine ganze Reihe von Masken ausgerechnet von der Firma stammten, in der sein Ehemann arbeitet. Aber auch da hinken die Informationen. Abwechselnd und vermutlich je nach Versprecher arbeitet der Ehemann bei „Bunte“ oder „Burda“. Burda wird wohl richtiger sein, denn die kennen sich ja mit Mode aus. – Es wird wirklich immer absurder. Und es geht auch immer weniger um die Gesundheit der Bevölkerung.

Eigentlich geht es nur noch um die Regeln, die gelten. Ob sie nützlich sind, vermag eh niemand mehr zu beurteilen. Das Marktsegment der Schnelltests ist längst schon in enorme Höhen geschnellt. Kinder testen sich jetzt in der Schule selbst, indem sie sich mit einem Stäbchen in der Nase herumprokeln! Man darf gespannt sein, was dieser ganze Unsinn soll, denn die Testergebnisse sind nur exakt 15 Minuten nach Testbeginn halbwegs zuverlässig. Machen die das jetzt im Sachkunde-Unterricht?? Vielleicht aber auch Biologie oder Chemie. Man weiß es nicht. Man sieht nur, dass es unsinnig ist. Alles ein riesengroßer Blödsinn, den man irgendwie so gut es geht, ignorieren sollte.

Schon lange hat „die Politik“ oder „die Nachrichten“ nichts mehr mit dem zu tun, was tatsächlich in diesem Land los ist. Eine sehr bemerkenswerte Situation, die Tag um Tag weiter außer Kontrolle gerät. Wenigstens soll jetzt nicht auch noch die Corona-Warn-App weiterentwickelt werden!

Ehrlich? – Wenn ich Corona und Politik vergleiche, dann erscheint mir die aktuelle Politik als die weitaus größere Gefahr von beidem.

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Müllabfuhr

Da es nun etwas wärmer war, konnte das Erdwesen das Aussortieren von Dingen wieder in Agriff nehmen.

10 120 Liter Säcke mit Altkleidern wurden in Container verfrachtet. Dazu kam der Abtransport eines riesigen Anhängers voller Sperrmüll (5 Sessel, 3 weitere Sitzgelegenheiten, 1,5 Ehebetten mit Rosten, 2 Nachtkonsolen, 1 Radiator, 2 Liegestühle und weitere einzelne Möbelbestandteile).

Ferner wurde auch die 240 Liter Papiertonne erfolgreich befüllt und 2 120 Lister Säcke Restmüll fanden ihren Weg in nordische Gefilde.

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Shoppen macht glücklich

Heute war es soweit! Das Erdwesen tat genau das, was es eine Woche zuvor noch kategorisch ausgeschlossen hatte. Aber angesichts des beständig schlechter werdenden Zustands der verbliebenen Hosen, der abermals steigenden Inzidenzwerte und angesichts der chaotischen Corona-Politik, war es das beste, so schnell wie möglich „Nägel mit Köpfen“ zu machen. Also flux die im Internet angegebene Nummer gewählt, um im hiesigen Bekleidungsgeschäft einen Termin zu vereinbaren. Ging ganz leicht. Erdwesens Name und Telefonnummer wurden notiert.

Das Erdwesen hastete dann mit dem Fahrrad bei kräftigem Gegenwind zum angegebenen Zeitpunkt zur hiesigen Shopping-Meile. Oh, welch Glück! Hatte sie den Laden doch rein intuitiv wiedergefunden, denn die letzten 25 Jahre ist sie wohl nicht mehr hier gewesen und wer konnte auch ahnen, dass sie diesmal noch ein Häuschen weitergezogen waren.

Drinnen ging alles ganz gesittet von statten. Namen und Adresse auf einen vorbereiteten Zettel notieren, einen Erkennungschip zum Durchzählen der tatsächlich noch anwesenden Kundschaft über drei Etagen in Empfang nehmen und dann musste das Erdwesen sich erstmal orientieren. Aha! Gut gemacht: die, die die größten Größen tragen, müssen am weitesten nach oben rennen. Hat schon etwas von Fitness-Studio! Das gefällt – besonders in diesen Zeiten.

Oben angekommen wirkte der Aufbau sehr übersichtlich. Diese Geschäfte zeichnen sich dadurch aus, dass man das, was man haben möchte, wirklich zielsicher und sehr schnell finden kann. Andersherum kann sich diejenige, die sich lieber visuell durch das komplette Angebot leiten lassen möchte, auch genau das tun und von Aufsteller zu Aufsteller eilen. Das Erdwesen wusste allerdings heute nicht, wieviel Zeit man ihr geben würde und entschied sich demzufolge für die zielführende Variante. Ran an den Klamottenständer, Modelle aller Hosen gecheckt und die üblichen Verdächtigen gleich zur Hand genommen.

Das An- und Auziehen mit Maske ist schon etwas beschwerlich, aber das Erdwesen erkannte binnen kürzester Zeit, dass es heute die Etage ganz für sich alleine hatte und dazu wurde dennoch echte Shopping-Musik eingespielt – inklusive der Mitteilungen, auf was man denn heute ganz besonders zu achten hatte. Das mutete schon etwas seltsam an!

So eine Einzeletage zum selbständigen Einkaufen hat aber auch ihren Reiz. Wozu noch großartig wieder anziehen, um gleich die nächsten Dinge zum Anprobieren herbeizuholen?! Niemand da, der mit merkwürdigen Zahlenschildchen darauf achtet, wieviele Teile man in die Umkleide mitnimmt. Und auf Socken ging alles eh viel besser (dazu später mehr!).

Auf zum nächsten Objekt der Begierde. In der offenen Kabine einfach gut sortierte Haufen gebildet. Einiges aus Nostalgie und in Gedenken an vollere Zeiten doch wieder auf Bügel direkt an die Kabine gehängt: „Die gehört mir!“ – Ja, das wäre an einem normalen Wochenende fast schon Frevel, angesichts der wartenden Schlangen – äh ich meine Mitkonkurrentinnen – auf der Jagd nach den besten Stücken.

Innerhalb kürzester Zeit hatte sich das Erdwesen durch das halbe Angebot gearbeitet. Sie hätte auch durchaus noch weiter gemacht, konnte aber einfach nicht noch mehr durch das Geschäft tragen und zwei Wendeltreppen musste sie schließlich auch noch runter! Im Normalfall rechnet das Erdwesen die Preise der ausgwählten Stücke leidlich, jedoch meistens troztdem recht treffsicher vorab zusammen, aber dafür war an dieser Stelle keine Zeit. Normale Preise. Eine Hose trug einen -10% Zusatz. Schnell war noch das einzige 5 Euro-T-Shirt im ganzen Laden (bereits reduziert, versteht sich) gefunden und eine leider nicht reduzierte Jacke, die wenn man wartet, bis sie ein Einzelstück ist, höchstens noch 30 Euro gekostet hätte. Da das Erdwesen aus unerklärlichen Gründen einen hohen Verbrauch an diesen Jacken hat, nahm sie die dann auch noch mit. Was man hat, das hat man!!

Es war dann etwas schwierig, so druchgeschwitzt (mittlerweise trug das Erdwesen nur noch T-Shirt statt Gerry Weber Rolli) wieder nach unten zu gelangen, wo sie der verdutzten Verkäuferin alles auf den Thresen in eine Ecke legte. Durch eine neu eingetretene Dame erfuhr das Erdwesen unter Berücksichtigung des Sicherheitsabstands, dass die terminierte Shoppingzeit tatsächlich 1 ganze Stunde betrug. So entfleuchte ihr ein fröhliches „Ach, dann hab ich ja noch 10 Minuten!!“, was die beiden Verkäuferinnen und zwei andere Kundinnen (3 Etagen, 3 Kundinnen – das nennt man Planung!) etwas irritiert schmunzelnd zur Kenntnis nahmen.

Fassen wir kurz den grandiosen Einkauf zusammen: So viel habe ich in diesem Geschäft noch niemals auf einen Schlag gekauft. Es war jetzt nicht der größte Einkauf, jedoch vom Preis-Stücke-Verhältnis durchaus als stattlich zu bezeichnen. Soviel ist jetzt aber sicher: Wenn die alte Malerhose jetzt wieder dreckig geworden ist, dann kommt sie wirklich in die Mülltonne. Schließlich war sie dazu einst bereits im Jahre 2012 auserwählt worden…

Doch damit nicht genug: In weiser Voraussicht hatte das Erdwesen auch den hiesigen Technik-Markt online eine Vorab-Besuch abgestattet und das erste Teil war bereits heute abholbereit! Vor dem Lockdown war die CD gerade noch nicht im Markt da gewesen und nun war es der letzte Ladenhüter, der überhaupt noch davon zu haben war. Genau in diesem Geschäft, genau in dieser Stadt. Was für ein Glück!

Dann ging es zurück in das nicht vorhandene Getümmel der Fußgängerzone. Das Erdwesen hatte sich mittlerweile wieder wärmer angezogen und war bereit für die nächsten Shopping-Erlebnisse.

Wo war nur das althergebrachte Lurchie-Schuhgeschäft abgeblieben?! – Das war doch in Erdwesens Kindertagen ein riesiger Laden, wo man noch Füße in Schuhen röntgen konnte, um zu sehen ob sie passen! – Der Laden war inzwischen auch einige Häuser weiter angesiedelt, aber irgendwie haben sich die Verkäuferinnen gar nicht verändert.

Das Erdwesen wagte es einzutreten, weil neben der üblichen Telefonnummer mit Vorab-Terminvereinbarungshinweisen hier ein zusätzliches Schild stand, man könne auch direkt im Geschäft einen Termin vereinbaren. Das Erdwesen hinterließ also abermals ihre komplette Anschrift und Telefonnummer, desinfizierte sorgsam ihre Hände und irrte dann langsam in Richtung Schuhe (also nicht dorthin, wo „Lloyds“ stand). Leider ist es ein Schuhgeschäft, dessen purer Aufbau zum Kaufen anregen soll (also eher unübersichtlich). Aber eine Verkäuferin sah das Erdwesen mit wehendem Auskunfszettel und nahm diesen sogleich entgegen. Und dann kam auch endlich die obligatorische Frage, ob sie mir denn helfen könne?!

Aber gern doch! – Denn das Erdwesen trug vorausschauend genau das paar regendichte Schuhe, welches eben jenes nicht mehr war und von dem sich zudem abermals eine Sohle zu lösen drohte, während der kleine Zeh ein inzwischen jämmerliches Dasein fristete. „Ich hätte gerne absolut regendichte Goretex-Schuhe!“ – Ich hatte es mir schon gedacht, in den Augen der Verkäuferin blitzte ein kurzes Entsetzen auf. Man war hier ja schließlich kein Outdoor-Laden!! Aber dann fasste sie sich Dank langjährig antrainierter Professionalität schnell wieder, deutete auf ein Paar schwarze Treter, die sich deutlich vom restlichen Sortiment unterschieden und meinte „Das sind leider – ähm – unsere einzigen.“

Naja. So hübsch waren sie nicht, aber Schuhe mit Sohle sind immer besser als Schuhe bald ohne Sohle! Nachdem das Erdwesen noch ihre Größe preisgegeben hatte und die Verkäuferin überprüft hatte, ob dieses Paar auch der gesuchten entsprach, konnte das Erdwesen anprobieren. Super! „Die nehme ich dann!“

Die arme Frau!

So einen Schuhkauf hat sie sicher in ihrem ganzen Berufsleben noch nicht erlebt. – Üblicherweise erscheint man in diesem Geschäft mit dem gesamten Familienverbund, der sich hier jedoch bereits vor hunderten Jahren angesiedelt hat (also ein eher länger zurückliegender Migrationshintergrund aus frühestens römischer Zeit), um einer Person ein neues Paar Schuhe angedeien zu lassen. Es ist sozusagen ein Event! Muss es auch sein. Denn die Schuhpreise sind gigantisch. Dieses Paar mit gerade mal 130 Euro nahm sich da noch vollständig harmlos aus. Was soll’s? Das nächste Mal wird das Erdwesen wieder Schuhe, die ehedem 160 Euro kosteten für 25 bekommen, soviel ist doch ohnehin sicher. Da ist ein preislicher Ausrutscher tolerierbar, so lange man nur trockenen Fußes sein Ziel erreicht.

Aber das Auftreten des Erdwesens schien auch hier sein Ziel nicht gänzlich zu verfehlen. Der ausgefranste Pullover, die überaltete Outdoor-Jacke von vor mindestens 10 Jahren und dazu diese Trampel-Latschen, die zwar von Gabor waren, aber was man ihnen definitiv nicht mehr ansehen konnte – nach schlappen fünf Jahren durch Feld und Flur. Dazu irgendetwas (auf jeden Fall zu viel) in einen riesenhaften, unförmigen EDEKA-Leinenbeutel der Marke „Wucherpfennig“ gequetscht und auch noch ein Rucksack!

Ja, mir war inzwischen auch schon peinlich bewußt geworden, dass ich hier nicht in Hannover war, wo so etwas ganz normal ist. Nachdem die Dame auch noch das lädierte, aber ansonsten völlig intakte Portemonnaie gesichtet hatte, weil es schwierig war, zwischen den ganzen Zetteln die Bezahl-Karte ausfindig zu machen („Ja, wo is sie denn??“), meinte sie dann überaus freundlich: „Sie bekommen heute auf diese Schuhe noch einmal 20% Rabatt! Das ist nämlich das letzte Paar.“

Na also! Der Ruf der Hannöverschen ist zwar auf Dauer ruiniert, aber das Erdwesen hat auch hier wieder einmal satte 26 Euro bei einem einzigen Paar Schuhe gespart. Es geht doch!

Und nun konnte das Erdwesen den Schrei nach „Mehr“ doch förmlich hören. Also mit dem ganzen Beutel-Wust noch schnell in den Buchladen schräg gegenüber. Kalender mit 50% Rabatt!! Na also. Läuft. Das ist der billigste Mucha-Kunst-Kalender, den ich je erstanden habe und das Jahr hat doch noch fast 9 Monate. Dazu noch zwei weitere hübsche Kalender und noch eine Kleinigkeit. Alles nur, damit ich an der Kasse ein entsprechendes Chaos anrichten konnte. Schließlich war es hier zwar nicht Pflicht, seinen Namen und Anschrift zu hinterlassen, aber man musste eine riesige Shopping-Bag mit sich herumschleppen, nachdem man sich die Hände desinfiziert hatte.

Hoffentlich hat niemand das gefilmt: Ein Erdwesen mit Leinenbeutel, Rucksack, Gabor-Tasche und großformatigen Kalendern – mitten im März. „Ja, wir haben uns auch schon gefragt, ob wir die noch hinhängen sollten, aber dann kamen so viele Leute und haben nach Kalendern gefragt und wir haben ja so noch sooo viele!“ – Ja, das war dem Erdwesen auch schon aufgefallen. Dass noch kein Politiker gefordert hat, die Anzahl an Kalendern in Buchläden zu Gunsten von maskentragenden Kunden zu begrenzen!? Es wäre ja eigentlich naheliegend gewesen, wenn man Geschäfte am 17. Dezember schließt und dann am 8. März wieder öffnet.

In Ermangelang von Fahrradständern hatte das Erdwesen direkt vorm Laden geparkt und versuchte nun verzweifelt alles so zu verpacken, dass es die nächsten Kilometer durch Wind und Wetter unbeschadet überstehen konnte. Klar, dass da von einem Passanten für dieses in Münster und sogar in Hannover vollkommen normale Verhalten, auch noch ein Kommentar abgegeben wurde. Aber das Erdwesen sieht sowas gelassen. Alles SUV-Fahrer! Die haben doch gar kein Geld mehr, um soviel einzukaufen. Meinte seine Freundin übrigens auch.

Was für ein Erlebnis.

In Ermangelung von weiteren Unterbringungsmöglichkeiten für weitere Einkäufe schob das Erdwesen mit Maske das Fahrrad aus dem nicht vorhandenen Gewühl der Fußgängerzone bis zur nächsten Sitzgelegenheit am Wasser. Komischerweise hatte sich hier überhaupt niemand niedergelassen. Aber während das Erdwesen zuerst einmal die Schuhe wechselte und die alten Trampler, die übrigens auch aus dieser Stadt stammten (!) in den Abfalleimer verfrachtete, gesellten sich auf die übrigen drei freien Bänke wenigstens zwei weitere Menschen hinzu. Gerade so, als hätten sie dies schon lange nicht mehr getan.

So ging es dann mit dem über 20 Jahren alten Pasadena-Baikie zurück in Richtung Norden, wo sich das Erdwesen mit dem ganzen Geraffel und vollends „fertig“ ob der ungewohnten Anstrengung, erst einmal der Besichtigung der Einkäufe hingab, bevor es dann diesen ausführlichen Bericht verfasste. Nun gilt es, auch noch die alte Pioneer-Stereoanlage wieder in Betrieb zu nehmen.

Leute, geht shoppen, so lange wir dürfen! Shoppen macht doch glücklich :-)

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Ende eines Pflaumenbaums

Gestern hatte das Erdwesen in einem Anflug von Kapitulation gegenüber den allmächtigen Brombeeren nach einem anderen Objekt Ausschau gehalten, welches erfolgversprechender und vor allem in kürzerer Zeit zur Strecke gebracht werden konnte. Und siehe da: ein solches ward auch rasch gefunden.

Im Sommer und Herbst ist es quasi unbesiegbar, weil es von Geschwadern von Stechinsekten umschwirrt wird. Das saftige Moos, welches es zart umspinnt, gibt in der Morgensonne Feuchtigkeit ab, gerade so wie die hiesigen Mücken es am liebsten haben, und die wenigen Früchte locken die richtig großen Flugobjekte wie Wespen oder gar Hornissen an. Dabei ist es erstaunlich, dass der wohl seit mehr als 10 Jahren umgefallene Baum überhaupt noch Leben in sich trägt. Das Erdwesen kann sich noch an eine graue Vorzeit erinnern, als sie einst am Fuße seines Stammes einen kräftigen Nachkommen ausbuddelte, um ihn dort zu platzieren, wo heute die Siloreifen samt hunderter weiterer Schösslinge zu finden sind.

Nachdem das Erdwesen gestern den Baum zuerst zugänglich machte, indem es Brombeeren und hochgewachsene Brennesselstängel entfernte, um danach mit einer Astscheere die größtenteils vertrockneten Verästelungen abzuknipsen, lud sie abends die Akkus der Motorsäge, auf die es wiederum einen Tag zuvor eine neue Kette gespannt hatte. Um 16 Uhr verhinderte noch ein spontaner Sturmregen die Eliminierung, aber gegen fünf konnte es dann geschwind ans Werk gehen.

Das Erdwesen hatte beschlossen, den Baum gleich von den dünnen bis zu den dickeren Bestandteilen ofenfertig zu zerlegen. Die kleine Primaster-Akku-Motorsäge (7 Jahre Garantie!!!) machte auch alles gut mit. Zumindest war zum Schluss der alte Obstbaum soweit zerlegt, dass das Erdwesen ihn gut portionieren und transportieren konnte. Dann versagten aber auch schon die zu klein dimensionierten Akkus der Mini-Motorsäge.

Kaum zu fassen, wie aus dem Gestrüpp-Urwald so langsam wieder eine echte Wiese wird. Wenn das Erdwesen daran denkt, wie sie 2016 in voller Motorrad-Kluft mit Helm, Stiefeln, ALNE-Lederkombi und Handschuhen als erstes einen Patt vom Hof bis zum Gartentörchen freischnitt und so gut wie möglich herniedertrampelte! Es ist fast unfassbar, dass inzwischen sogar wieder Grass wächst – neben den mannshohen Brombeeren, versteht sich.

Aber so ganz hat der Pflaumenbaum sein Leben noch nicht ausgehaucht. Das stark bemooste Holz wird bis zur nächsten Ofensaison noch trocknen müssen, und der umgekippte Wurzelbereich ist in anbetracht der schwachen Motorsäge auch noch vorhanden. Aus ihm ist schon ein weiterer Baum gewachsen. Und gleich daneben noch einer. Das Erdwesen hat beide etwas beschnitten. Keiner von beiden ist ideal, aber wenn einer Pflaumen trägt, wird er sicher noch einige Jahre vor sich haben, bevor auch er zu Brennholz wird.

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Corona-Lockerungs-Öffnungschaos

Laut Zeitungsbericht hat sich gestern in Hannover ein Lockerungs-Öffnungs-Drama ereignet, aber offenbar noch viel schlimmer als es sich das Erdwesen bereits im Vorfeld gedacht hatte. Schließlich leben wir seit Monaten mit unterschiedlichen Inzidenzwerten, die aus unterschiedlichen Quellen stammen. Die langsamste dieser Quellen ist das Robert-Koch-Institut. Jene digital rückständige Organisation, die vermutlich noch Werte per Fax entgegen nimmt, nachdem sie drei Tage lang zuvor händisch erarbeitet und geprüft wurden. Diese Werte werden dann händisch in eine proprietäre Software übernommen, die ihrerseits im Internet präsentiert wird, wenn man nur lange danach auf der RKI-Seite sucht. Im Ergebnis findet sich das…

RKI-Dashboard

Zur Sicherheit ist man da auch gleich auf den amerikanischen Servern geblieben, in der Hoffnung, dass diese stabil laufen, obwohl man selbst keine Ahnung hat und sich irgendwie datentechnisch auch nicht verantwortlich fühlt.

Der schnellste Inzidenzwert ist hingegen in den so genannten Risk-Layern abzulesen. Da geht es schon fast in Richtung „Echtzeit“ – naja – halt soweit man von „Echtzeit“ reden kann, wenn viele Gesundheitsämter doch eher mit Papier und Bleistift unterwegs sind oder aber Systeme benutzen, die keine Interoperabilität in der Datenhaltung mitbringen, geschweige denn fördern. Dieser Wert ist beispielsweise im Corona-Dashboard der Firma Conterra aus Münster zu besichtigen. Und das ist auch – ESRI zum Trotze – die offenbar korrekteste Quelle von Inzidenzwerten für Deutschland bis in die Landkreisebene.

Conterra Corona-Dashboard

Das ist natürlich auch ein ESRI Dashboard, was bei dieser Firma aber auch verständlich ist. Denn ESRI hin oder her, man darf doch sicher annehmen, dass hier wirklich jeder Mitarbeitende exakt weiß, was er tut. – Und das Icon, mit dem kleinen grünen Virus ist doch wirklich niedlich geworden, oder?! Auch von der Handhabung her ist es „klasse“, weil man sich das Dashboard als „App“ (naja, wohl eher `nen schlichter Link mit Icon, wie so viele „Apps“) aufs Smartphone packen kann, um jeden Tag die Werte und deren Werdegang zu erkunden. Das ist ja so „in“! Über die Sachinformationsanfrage gelangt man hier sogar zur den jeweiligen Pressemitteilungen der jeweiligen z.B. Landkreise. Gute Sache.

Aber Niedersachsen fährt natürlich noch eine ganze andere Schiene und hat das berühmte „Malen nach Zahlen“ für sich wiederentdeckt. Es wäre zwar einfacher, sich einfach aktiv am Aufbau einer Geodateninfrastruktur im Sinne der GDI-DE zu beteiligen, aber trotz diverser Verwaltungsvereinbarungen, hält das entsprechende Ressort dies offenbar für absolut überflüssig. ImageMaps sind da doch wirklich viel toller und auch so hübsch bunt, aber inzwischen benutzt man sogar echte HighTech mit Leaflet. Also einen ganz echten GeoViewer.

Corona-Zahlen im Bundesland Niedersachsen

Nur schade, dass man die Daten nicht einfach in irgendeinen anderen Viewer werfen kann, um sich anzuschauen, wie es an den Landesgrenzen ausschaut. Und schade auch, dass sich die Werte in dieser Darstellung von denen des RKI unterscheiden. Denn offenbar ist in Niedersachsen nicht das gültig, was das RKI in mühevoller Handarbeit Tag für Tag erarbeitet, sondern das, was uns hier das Leaflet zeigt oder vielleicht eine der CSV-Dateien, die auch irgendwo klickbereit verfügbar sind. Oder vielleicht irgendwas, was gerade in der Tabelle steht. Je nachdem, wer da gerade was eingetragen hat. Versteht sich. Wirklich gelungen. Immerhin scheint das System in sich schlüssig zu sein, was daran liegen dürfte, dass es vermutlich nur die berühmte eine Person pflegt, die mit sich selbst absolut im Reinen ist und deren Tun ohnehin niemand mehr nachvollziehen kann und will, denn dann müsste man womöglich einen Schritt hin zu eGovernement machen und wohin soll uns das dann führen??

Jedenfalls hat das ganze Datenchaos dazu geführt, dass die Geschäftsleute in der Region Hannover gestern früh bei einem RKI-Wert unter 100 für die Region Hannover die Läden geöffnet hatten. Genau so lange, bis die Polizei eintraf, um klar zu stellen, dass in Niedersachsen nicht der RKI-Wert Gültigkeit besitzt, sondern ein anderer Wert. Dem Landesgesundheitsamt möchte ich zu Gute halte, dass es vermutlich dann auch der Wert von der Niedersachsen-Corona-Seite ist. Aber so ganz sicher ist man sich da vermutlich auch nicht. Vielleicht ist das ein Wert, der irgendwo dann doch noch – also nur wegen der Datensicherheit – per Fax über eine Schleife beim Innenministerium an z.B. die Polizei verteilt wird.

Und wie sieht es in NRW aus?

Ich weiss es nicht. Am besten, man wendet sich an den WDR oder irgendeine größere Zeitung aus dem Raum, in dem man etwas in Erfahrung bringen möchte. Immerhin scheint nicht einmal der Versuch unternommen zu werden, konkrete Echtzeitdaten überhaupt auch nur annähernd zu berichten. Wir können es nicht, also lassen wir es besser. Schließlich will unser Ministerpräsident Bundeskanzler werden. Da möchten wir ihm besser nicht noch weitere unüberwindbare Hindernisse in den Weg legen. (Und das Erdwesen weiss, wovon es spricht, weil sie oft genug selbst Probleme hat, im Supermarkt zu erkunden, was in der oberen Reihe der Regale wohl verborgen sein mag!)

Wer mag in NRW zuständig sein?

Hier wird man schlicht und ergreifend zum RKI-Dashboard geleitet. Das ist zwar alles alter Tobak, aber wenigstens beugt es Verwirrungen vor, die den Amtsschimmel wieder so richtig kräftig wiehern lassen.

Und wer öffnet nun? Auch hier hat die Landesregierung 26 Tipps, die die wichtigstens Dinge, die man derzeit wissen muss kurz auf 26 bunten Folien zusammengefasst:

26 einfache Corona-Regeln für NRW!

Die 26 Folien sind doch wirklich einfacher, als der Stufenplan der Bundesregierung, oder? Und um doch noch einen Antwort auf die Frage „Und wer öffnet nun?“, zu finden fährt man einfach in den nächsten Ort und sieht nach. NRW hat doch nicht umsonst die ganzen prächtigen Straßen gebaut. Und wenn man dann nach Münster fährt, dann kann man wenigstens mal wieder in den All-Wetter-Zoo gehen, denn immerhin der hat kräftig die Werbetrommel gerührt, dass ab gestern wieder geöffnet ist!

Das Erdwesen hat sich jetzt gebrauchte Schuhe im Internet bestellt. Die sind dann wenigstens schon eingelaufen und auf dem Foto sahen sie auch noch ganz neu aus.

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Historische Reifensammlung

Die vergangenen Tage hat sich das Erdwesen mit einer historischen Reifensammlung beschäftigt. In einem ersten Schritt galt es festzustellen, wieviele Reifen diese Sammlung nun tatsächlich umfasst. Das war nicht ganz einfach.

Eine erste, dennoch sehr intensive Zählung offenbarte 147 Exemplare der Gattung „Autoreifen“. Nach einem einzigen Tag Grabungsarbeiten ergab die Korrekturzählung bereits 189. Doch wer glaubt, dass dieser erste Buddelefolg bereits der Abschluss sein könnte, fehlte nicht zu knapp. Das Erdwesen spürte im Dickicht mit inzwischen sehr sicherem Auge weitere Reifen auf! Dabei war jedoch der Einsatz eines Spatens unerlässlich. Im Ergebnis waren einer Identifizierung 201 Autoreifen nicht länger verborgen geblieben. Das Erdwesen ging, wie üblich bei allen Dingen, die sich nur unter einem Höchstmaß an Schmodderigkeit abwickeln lassen, voll in der gewählten Aufgabe auf! Sie besitzt jetzt eingehende Expertise im Entfernen von Wasser, Erde und Wurzeln aus jahrzehntelang in Gräben eingelagerten Autoreifen und kann Moosstrukturen auf Autoreifen außerdem sicher von denen auf Holz unterscheiden!

Sehr erstaunlich war die Tatsache, wie unterschiedliche Felgen auf gleiche Einlagerungsbedingungen reagieren. Zwischen bröseligem Rost und perfekter Erhaltung fand sich so ziemlich alles. Dumm nur, dass während der Einlagerung inzwischen zahlreiche Bäume das Licht der Welt erblickt hatten – umringt von Autoreifen. Zum Glück handelt es sich um Obstbäume, so dass der Platz in der Regel trotzdem ausreichend sein dürfte. Dennoch stieß das Erdwesen auf leichte bis mittelschwere Probleme.

Ein sehr gut gewachsener Baum lukte beispielsweise durch sagenhafte 4 Reifen empor. Wie also in Ermangelung eines einsatzfähigen Trennschleifers und geschlossener Baumärkt den Baum befreien? Nachdem sich das Erdwesen eingehend mit der Lage des Baumes und der Reifen auseinandergesetzt hatte, wurde deutlich, dass sich in der untersten Reifenschicht auch noch eine ehemals lila lackierte Felge befand. Durch Löcher in dieser Felge waren zuerst der inzwischen recht stattliche Obstbaum und dann noch ein Nachkömmling gewachsen. Damit war es klar, was zu tun ist und die Autoreifen wurden per Motorsäge vom Baum befreit. Ein Schicksal, welches noch zwei weitere Bäume mit diesem teilten. Einige andere Bäume erwiesen sich hingegen noch als flexibel genug, um auf natürlichem Wege von den Reifen abzulassen.

Die Sammlung an Altreifen wuchs abermals an. Auch der Besuch der Garagen, der Werkstatt, der Scheune und des angrenzenden Waldes lohnten sich, so dass alsdann 241 Reifen, davon ca. 21 mit Felge, sowie 5 Trecker- und 4 LKW-Reifen aufgefunden vorlagen.

Reifensammlung

Die Sammlung kann bei Bedarf noch durch weitere 10 Reifen mit Felge und durch weitere mind. 4 Reifen mit Felgen ergänzt werden. Da momentan aber noch nicht ersichtlich ist, ob die Fahrzeuge zu diesen Felgen womöglich noch existieren – oder zumindest die Achsen… sind zunächst weitere Recherchen notwendig.

Derweil gestaltet sich die „Abgabe“ der historischen Reifensammlung schwierig. Erste Erkundigungen erwiesen sich als fehlerhafte Auskünfte, aber nun wurde unter anderem Conti hinzugezogen. Ich wage zwar nicht daran zu denken, was passiert, wenn ein Sattelzug versucht den hiesigen Feldweg zu passieren, aber meistens lieben LKW-Fahrer/innen ja solche Herausforderungen. Ist schließlich alles meistens eine Frage der Bereifung!

To be continued.

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It’s been done! (Stacheldraht)

Ein historischer Tag: Die Schafwiese ist stacheldraht-frei. Es fehlt nur noch das Aushebeln der unbrauchbaren Eichenpfosten.

Riegelpfosten

Das coolste ist, dass das Erdwesen selbst mit dabei war, als dieser Stacheldraht entrollt wurde.

Erdwesens Vater schimpfte über den schlechten DDR-Draht, der viel dünner war als der in Westdeutschland hergestellte und das Erdwesen reichte artig die Krampen für das Befestigen an. Ihre Frage, wer denn um Himmels Willen diesen Draht jemals wieder entfernen sollte, blieb ungehört oder war die Antwort „Der soll halten!!“ oder „Ich jedenfalls nicht!“ – So genau kann es das Erdwesen heute nicht mehr sagen.

Nur soviel dazu: Das Erdwesen war froh über jeden Meter „DDR-Draht“, denn der in Westdeutschland gefertigte Stacheldraht war bis heute nicht zusammenfaltbar oder gar rollbar, während der „DDR-Draht“ sich klaglos der gewünschten Form fügte oder gar entzwei brach.

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