Victoria Holt: Der Schloßherr (1967, 383 Seiten)

Victoria Holt: Der Schloßherr (1967, 383 Seiten)
(engl. Original: The King of the Castle)

Nach langer, langer Zeit mal wieder ein Buch von Victora Holt aus der Machart der Romantik-Thriller, die man aber in den 60er Jahren noch nicht so nannte.

Nach den beiden sprachlich wirklich gelungenen Büchern, die das Erdwesen zuvor gelesen hatte, war der Roman von Victoria Holt am Anfang schon eine rechte Zumutung. Erst nach 100 oder mehr Seiten, flaute das Gefühlt endlich etwas ab, hier doch ein recht simples Buch vor Augen zu haben, welches das Lesen kaum lohnt. Die Geschichte an sich wird jedoch stringent erzählt und die Leserin auf so manch falsche Fährte gelockt, die andererseits dann doch wieder nicht wirklich falsch ist. Und natürlich endet letzten Endes alles mit einem echten Happy-Ending.

Die ca. 30-jährige Dallas verlässt nach dem Tod ihre Vaters England, um auf einem französischen Schloss die Arbeiten ihre Vaters als Restauratorin zu übernehmen. Es ist eine ganze Galerie von Bildern wieder auf Vordermann zu bringen und letzlich gilt es auch noch ein Fesko zu entdecken und frei zu legen. Woche um Woche und Monat um Monat vergehen, in der sich Dallas immer mehr im Schloss zu Hause fühlt, als gehöre sie genau dorthin. Doch auf dem Schloss scheint so einiges nicht zu stimmen und der eigenartige Schlossherr selbst, der kaum je anwesend ist, scheint der Auslöser zu sein, wird er doch von jederman – inklusive der eigenen Tochter – verdächtigt, seine eigene Frau vor wenigen Jahren ermordet zu haben. Doch damit allein ist es noch nicht genug, denn natürlich braucht jedes echte Schloß genug Spukgeschichten und einen verschollenen Schatz, den es zu finden gilt.

Auch das Kindermädchen seiner Frau lebt noch auf dem Schloss und kümmert sich inzwischen um die 14 jährige Tochter, die nun ohne Mutter aufwachsen muss, was mehr schlecht als recht klappt und unter anderem dazu führt, dass Dallas in das Oubliez eingesperrt wird. Das ist eine dieser Fallgruben, die zwar ein Loch besitzen, durch das die Gefangenen aus einem höher gelegenen Stochwerk per Stoß hinein gelangen, unten gibt es jedoch keine Tür, um von dort wieder zu entrinnen. Das Erdwesen konnte sich das alles sehr gut vorstellen, denn einst stand sie selbst vor einem solchen Oubliez und die Fallhöhe war einfach nur gigantisch!

Nach und nach entwirrt die toughe Dallas eine recht tragische Familiengeschichte. Schön vorgestellt wird das Schloss mit der reizvollen umgegebenden Landschaft und das angehörige Weingut mitd den Menschen, die dort leben. Letzten Endes ist es eine Darstellung wie aus einem perfekten Märchen, und gerade diese Darstellungen haben Victoria Holt zu der Bekanntheit verholfen, die sie heute hat. Dallas unerschütterliche Glaube an das Gute im Menschen trennt endlich die Bösen von den Guten und bringt sie tatsächlich mit dem Mann ihrer Träume zusammen, während die Welt rund um das Schloss und das Weingut sich unentwegt weiter drehen.

Ein gutes Buch? Ein schlechtes Buch? – Das ist schwer zu sagen. Es ist eben ein Buch von Victoria Holt, jener Autorin, die unter zig Pseudonymen jeweils eigene „Marken“ kreierte, die auch eine sehr unterschiedliche Qualität aufweisen. Kurzweilig bis spannend ist das Buch und handwerklich gut gemacht. Die verschollenen Smaragde ziehen sich hier beispielsweise wie ein grüner Faden durch die komplette Geschichte und verweben das, was hier zu verweben ist. Jedoch ist das Buch auch wie zu erwarten ohne echte Überraschungen. Aber dass Victoria Holt mit diesen Büchern berühmt geworden ist, ist leicht zu verstehen. Ihr Kopf steckte voller unterhaltsamer bis spannender Geschichten, die für die jeweilige Zielgruppe auch gut umgesetzt wurden. Das nämlich ist der eigentliche Schock und auch der Grund, warum das Erdwesen lange Zeit Victoria Holt mit ihren zahlreichen Pseudonymen in den Bücherschränken dieser welt nicht mehr zur Kenntnis nahm. Die Dame konnte wirklich schreiben! Nur eben unter jedem Pseudonym anders und wehe der Leserin, die hier den Überblick verliert.

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Marina Fiorato: Die Glasbläserin von Murano (2007, 320 Seiten)

Marina Fiorato: Die Glasbläserin von Murano (2007, 320 Seiten)

Das war wieder ein richtig gutes Buch, welches das Erdwesen im Bücherschrank hatte ausfindig machen können. Da es auch in Venedig spielt, passt es gut zu dem davor gelesenen.

Die Autorin, selbst Venezianerin, erzählt ihre Geschichte in zwei Zeitsträngen. Die eine handelt vom ihren Glas blasenden Vorfahren Corradino Manin, die andere von ihrem eigenen Leben als angehende Glasbläserin. Das Buch liest sich sehr lebendig und man erfährt viele Dinge über die Eigenheiten Venedigs und das Glasblasen als das Staatsgeheimnis, auf dem sich auch ein Teil des Wohlstandes der alten Seefahrernation begründete. Man bekommt einen Eindruck davon, wie wertvoll die alten Spiegel sind, die noch existieren, denn viele Glasbläser erlitten bei der Herstellung Quecksilbervergiftungen und so spielt auch diese im Buch eine entscheidende Rolle. Venedig scheint zudem eine Stadt zu sein, die niemals wirklich altert, denn noch heute finden sich viele Gebäude, die es auch schon vor sehr langer Zeit gab. Die Venezianer kennen ihre Familientraditionen und viele der Ahnen sind weiterhin in ihren Geschichten lebendig, ganz so wie der Vorfahr auch bei Nora (Leonora) Manin es immer noch ist.

Das Buch ist sehr intelligent aufgebaut ohne dabei schematisch zu wirken. Man springt mitten in eine Geschichte, deren Inhalt man gar nicht recht erfassen kann. Erst wenn man alles erfahren hat, begreift man ihre wahre Bedeutung. Es ist das erste Mal, dass das Erdwesen ein ganzes Kapitel zweimal innerhalb nur eines Buches liest und es fast gar nicht mitgekommen hätte. Es ist wirklich Wort für Wort gleich und doch begreift man erst zum Schluss, was dort erzählt wird.

Auch in diesem Venedig-Roman spielt ein Commissario eine wichtige Rolle, denn er kombiniert richtig als die Hauptdarstellerin bereits alles erforscht hat, kurz vor der Aufgabe steht und findet das passende Puzzleteil, um die Geschichte des berühmten Vorfahren doch noch in das rechte Licht zu rücken.

Wer das Buch in die Finger bekommt, sollte zuerst Venedig besuchen und dann das Buch lesen. Lesenswert ist es in jedem Fall für alle, die sich an den Kunstwerken aus Murano erfreuen, auch wenn sie heute, im Zeitalter der überall verfügbaren Massenware nicht mehr den Stellenwert haben, der ihnen eigentlich immer noch zukommen sollte. Käme das Erdwesen heute noch einmal nach Versailles, so könnte es den dortigen Spiegelsaal bestimmt sehr viel besser würdigen, denn schließlich stammt zumindest einer der 21-teiligen Spiegel von Leonoras Urahn, dem er letztlich das Leben gekostet hat!

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Gaby von Schönthan: Die Löwin von San Marco (1972, 415 Seiten)

Gaby von Schönthan: Die Löwin von San Marco (1972, 415 Seiten)

Da Venedig eine wirklich phantastische Stadt ist, gelangte auch dieses Buch aus dem Bücherschrank in die Hände des Erdwesens. Ganz ohne Hinweise zur Autorin oder dem Jahr des Erscheinens war es schwer zu sagen, wann dieser historische Roman das Licht der Welt erblickte. In jedem Falle wurde er mit außergewöhnlicher Sorgfalt geschrieben. So dachte sich das Erdwesen, dass die Schriftstellerin für den Roman sehr viele Kleinigkeiten persönlich recherchiert haben musste und das in Zeiten vor „dem Internet“, denn alles in allem sind die heutigen historischen Romane sehr viel oberflächlicher abgefasst. Weil jede Information immer und überall ad hoc verfügbar ist, scheint sich alle Welt auf einen bestimmten Historien-Duktus verständigt zu haben und der besteht aus denjenigen Informationen, die am schnellsten im Internet auffindbar sind und fußen so gut wie nie auf einer echten tiefgreifenden Recherche aus eigenem Blickwinkel.

Auch die Wortwahl dieses Buches ist bei Weitem sorgfältiger als in modernen Büchern. Immer wieder gibt es Sätze, die für sich genommen grandios sind. Wer gibt sich beim Schreiben heute noch so viel Mühe? Kann doch jeder Satz jederzeit revidiert und in eine andere Abfolge der Gesamterzählung gebracht werden. Wer weiß, vielleicht sind all dies Gründe dafür, dass dieses Buch sich so wunderbar liest. Ganz anders als die Bücher des Computerzeitalters. Es ist mit Muße und mit sehr viel Überblick geschrieben, so dass es möglich wird, komplexeste Lebenssituationen und deren Auswirkung in einen einzigem Satz zusammenzufassen. Bei vielen Autoren aus dem Jetzt führt dies zu ausschweifenden Begründungen für das Tun und Handeln ihrer erdachten Protagonisten, nur weil sie die Kunst des abschließenden Formulierens einfach nicht beherrschen oder nicht gründlich genug nachdenken. Hier heißt es an entsprechender Stelle schlicht:

„Sein medizinischer Erfolg hatte so zu seiner seelischen Niederlage beigetragen, daß er seine Fähigkeiten verfluchte.“ – Damit ist alles gesagt.

Die Szenerie ist das Venedig nach dem Jahr 1715. Aber auch hier gibt sich das Buch eher zeitlos. Die historischen Ereignisse jedoch, in die die unglückliche Liebesgeschichte eingebettet ist, können eindeutig recherchiert und zeitlich zugeordnet werden. Gracia de Riva, eine Tochter aus gutem, aber durch Spielsucht verarmtem Hause ist als Mündel ohne Mitgift im Kloster gelandet. Eine halsbrecherische Flucht mislingt. Ihr potentieller Liebhaber und vormaliger Lehrer und Arzt muss gar die alleinige Flucht aus Venedig ergreifen. Nach der folgenden Ermordung ihres Vaters untersteht Garcia der Obhut ihres Bruders, der offiziell seine Hände in Unschuld wäscht.

Doch dann wird es Karneval in Venedig und alle guten Sitten sind für die Karnevalssaison ausgesetzt, so dass Garcia eine Möglichkeit findet, dem Kloster zu entkommen, indem sie die Äbtissin mit dem ihr (eigentlich) zustehenden Erbe gefügig zu machen versteht. Und dann beginnt die geneigte Leserin die hohe Gesellschaft in Venedig und dem Paris der damaligen Zeit genauer kennen zu lernen. Frankreich steht unter dem Regenten von Orleans, der Orgien feiern lässt, sich selbst aber keiner eigenen Manneskraft mehr rühmen kann und das Gold zu Gunsten von Papiergeld als Zahlungsmittel abgeschafft hat – außer für sich selbst versteht sich.

Mittlerweile ist Garcia mit einem französischen, sehr viel älteren Adeligen verheiratet, der sie jedoch kurz nach dem Karneval durch einen Stellvertreter (!) hat heiraten lassen, denn er kann den Orgien des Regenten ohnehin nichts abgewinnen, weil dabei jeder seine Ehefrau den anwesenden Reichen und Schönen zur freien Verfügung stellen muss. Zur gleichen Zeit versucht der Regent seine Manneskraft wieder zu erlangen und gerät natürlich an Garcias ehemaligen Lehrer und Arzt, der schon die Mutter des Regenten kurieren konnte und so durch die dafür erhaltenen Aktien auf ihm unerklärliche Weise ein Vermögen macht, welches er so schnell wie möglich wieder in Gold eintauscht, da ihm die Sache in keine Weise geheuer ist.

Gleichzeitig nutzt Garcia alle sich ihr bietenden Freiheiten und sucht den Kontakt zum Botschafter von Venedig in Paris, der ein entfernter Cousin ist. Sie leiht ihm ihren eher bescheidenen Erbteil, um diesen binnen kürzester Zeit in ein Vermögen an Aktien zu wandeln, um es dann widerum in Form von Waren in Richtung Venedig in Goldukaten bei der Bank von Rialto anzulegen. Garcia vertraut ihm nicht nur blind, sondern als ihr angetrauter ältlicher französischer Gatte plötzlich über Nacht stirbt, kehrt sie zurück nach Venedig und heiratet ihren entfernten Cousin und Ex-Botschafter, was sie zur höchst angesehenen Frau in Venedig macht, da ihr neuer Ehemann den Dogen vertritt. Dies tut sie alles im sicheren Bewußtsein, dass sie ihren ehemaligen Lehrer und Arzt natürlich niemals wiedersehen wird, und als geborene „Riva“ ist sie sich diese glänzende Karriere auch einfach schuldig. Von wegen Kloster!

Es wäre kein Liebesroman, wenn justamente nicht wieder die Zeit des Karnevals anbräche und sie erfährt, dass ihr Schwarm ebenfalls in Paris weilte als sie erfolgreich mit dem Regenten tendelte, er dann aber nach London entkam, um sich dort mit weiteren medizinischen Studien zu befassen und seine verbotenerweise erstandenen Golddukaten zu retten.

Was soll das Erdwesens sagen? – Doch dann kam alles ganz anders!? Also ganz anders!! – Die mild dahin plätschernde bis spannende Geschichte nimmt ein jähes Ende. Mehr wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten.

Ein lesenswertes Buch, gespickt mit „pikanten Details“ der Moralauffassung der damaligen Zeit und da verwundert es dann auch in keiner Weise, dass das Erscheinungsjahr mit 1972 angegeben ist. Da verstanden es Frauen noch „me too“ erfolgreich für sich zu nutzen ohne permanent herumzujammern.

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Aus einer Kettensäge (grün)

Das Erdwesen widmete sich in einer Tag füllenden Aktion den größeren Stämmen Totholz vom Kanal. Zuerst gab es Probleme mit der Stromversorgung. Nach dem Wechsel des Kabels und der Kontrolle sämtlicher Stecker, verlor die Kettensäge erneut an Schwung. Nachdem das Totholz dennoch zerteilt und zum erneuten Trocknen aufgeschichtet war, ging nichts mehr. Also wurde eine neue Kette aufgezogen, aber auch damit wurde es nicht besser.

So einen seltsamen „Abgang auf Raten“ bei einer Kettensäge hat das Erdwesen noch nie zuvor erlebt. Diese Macke hatte die Säge gleich zu Anfang beim Sägen von Eichenstämmen, verlor sich dann aber wieder über die Zeit beim monatelangen Sägen von dünnen Stämmen von Birke und Weide. Angesichts der großen Stämme ging es nur noch schleppend, dann kurzzeitig und letzlich „irgendwie“ „beinahe“ gar nicht mehr.

Also schnappte sich das Erdwesen die Grizzly-Kettensäge, die es während des letzten Lockdowns als Ersatz per Post bestellt hatte und legte los. Tanne, Birke, Eiche. Viele der inzwischen mehrfach nachgeschärften Ketten sind wohl auch nicht mehr das, was sie einst waren und so fand auch diese Sägerei nach wenigen Stunden ihr bisheriges Ende, bevor es jetzt wieder an die Stämmchen geht, die wegen diverser „Querschnitts-Aktionen“ immer schwieriger von einander zu trennen sind.

Wenn man bedenkt, welche Berge diese Säge für knappe 90 Euro zerlegt hat, muss man sich ernsthaft fragen, ob eine Stiehl wirklich das sechsfache zu schaffen in der Lage wäre, nur um ihren höheren Preis zu rechtfertigen. Der typische Fall ist immer noch das Baumfällen, aber dafür braucht es nicht allzu viele Schnitte. Beim Brennholzsägen entsteht eine komplett andere Belastung des Motors und des Anlauf- / und des Stopp-Mechanismus.

Nun gilt es noch, die Akkusäge wieder in Betrieb zu nehmen. Es wartet der nächste Pfirsichbaum auf seine Zerlegung!

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Und was macht das Holz?

Mit dem Holz ist es dieses Jahr so eine Sache. Die meiste Zeit hat es geregnet und der „Speicher“ war rappelvoll. Da galt es erst einmal, den Arbeitsbereich wieder etwas frei zu sägen. An einem Tag im Sommer verschwand der riesige Eichenberg, was fünf Stunden und drei bis vier Ketten brauchte. Die langen dünnen Baumstämme aus dem Vorjahr konnten nur teilweise besiegt werden, da sie nur dran sind, wenn eine Kette fast stumpf ist. Außerdem haben sie sich durch das viele Übereinandertürmen dermaßen verkeilt! Es ist kein wirklicher Spaß… Und um überhaupt irgendwo einen Anfang zu finden, nahm das Erdwesen irgendwann einfach die Kettensäge und kämpfte sich mittig durch den kompletten mehr als mannshohen Stapelwald. Inzwischen müsste sie das ein zweites Mal tun, aber schon wieder sammelt sich neues Holz davor.

Dafür schaffte es das Erdwesen wenigstens dieses Jahr die ersten mürben Bretter des Zauns zu zersägen und für schlechte Zeite in Kartons einzulagern. Dicht darauf folgten Holzbestandteile aus der Werkstatt. Es ist schwer zu sehen, was brennbar ist und was auf den Sperrmüll gehört. In der Werkstatt ist der Haufen jetzt etwa zur Hälfte abgetragen und es sind nur noch Kanthözer, echte Sperrmüllteile oder sehr schwer handlebares sägbares Holz übrig. Den Ratten sei dank, ist alles mit einer hübschen gleichmäßigen Dreckschickt versehen, die man im Dämmerlicht der Werkstatt kaum durchschauen kann.

Also verlagerte das Erdwesen sich bei strahlendem Sonnenschein und den ersten Minusgraden letzte Woche auf das Sammeln von Totholz vom Seitenkanal. Keine Ahnung, wie lange es dort schon liegt. Die Nachbarin sicherte sich davon einst nach eigener Aussage 10 m³, von denen sie immer noch zehrt. Der Rest liegt noch heute unterhalb der Hecke und so transportierte das Erdwesen in den letzten Tagen mindestens 11 Schubkarren in Richtung Sägeunterstand. Das Holz ist schön mürbe und sehr viel kann direkt von Hand zerteilt werden. Dann noch eine kurze Trockenperiode und es brennt bestens. „Übrig“ ist jetzt noch die Mehrheit der echten Stämme, die das Erdwesen aus dem Dickicht befreite. Das wird dann die inzwischen schon durch massig Tanne und Eicher angeschlagene Kette zu erledigen haben. So füllt sich dann hoffentlich auch wieder der Vorrat an „leichten Stämmchen“ auf dem Anhänger. Auf dem Güde-Wagern lagert hingegen der nächste Eichenpfosten. Es ist der längste seiner Art bisher und er tauchte unvermittelt am Kanal im Gras liegend auf. Riegelpfosten zersägte das Erdwesen bisher nur einen weiteren. Der hat es dafür „um sich“, denn um ihn wirklich vollständig zu zerlegen, muss erst noch einmal der Bolzenschneider ran. Alles gut umwickelt mit dem unverwüstlichen westdeutschen Stacheldraht!

Es ist ein ewiges Hin- und Her mit dem Verbrennen von unterschiedlichen Hölzern. Für Menschen, die ausschließlich „Kaminholz“ verfeuern, muss so ein Holzofen eine wirklich langweilige Angelegenheit sein. Wenn einem unterschiedliche Sorten Holz zur Verfügung stehen, kann man auf so einem Ofen auch ohne Probleme kochen. Der Hund findet das besonders gut, denn schließlich ist es seine Aufgabe, die Gefriertruhe leer zu fressen und das tut er am liebsten, wenn es etwas Gekochtes gibt. Aktuell ernährt er sich von Rindersuppe. Zwar schleppt er die Markknochen mit in die Stube, aber was solls. Der Miele schafft die Reste sowieso! – Eigentlich ist es an der Zeit an dieser Stelle dem Miele eine Laudatio zu halten. Ohne diesen phantastischen, beutelfreien Staubsauger, bei dem man jeden Filter ad hoc reinigen kann ohne ihn ersetzten zu müssen, wäre das Erdwesen definitiv nicht so gut voran gekommen wie es das ist. Zusammen mit dem alten Kärcher bildet er ein unschlagbares Team.

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Das Klima ist nicht gut

Heute war es soweit, dass das Erdwesen an der Tankstelle Gütersloh Nord den oppulentesten Spritpreis bisher zu entrichten hatte. Stolze 1,949 Euro/Liter Super E10 waren zu berappen.

Dabei hatte das Erdwesen angesichts eines Preises von 1,78 Euro/Liter in Hannover mit etwas noch Höherem gerechnet und teilte dies dem Kassierer auch gleich mit. Der fühlte sich ein wenig veräppelt, denn heute hätten sich schon einige Leute ziemlich ungehalten über den Preis geäußert und nun kommt ein Erdwesenn daher und fragt, warum der Sprit so günstig sei?!

Das Erdwesen ist gespannt, wie sich der Spritpreis zum Bedauern der immer noch amtierenden Regierung und eines Verkehrsministers, der in seiner Amtszeit soviel Geld verschwendet hat, dass ein Spritpreis von 3 Euro/Liter auf Jahre gerechtfertigt erscheint, weiter entwickelt. So eine Heuchelei!

Ganz anders ist es aber bei den aktuellen Coronazahlen. Jeden Tag 34000 bis 37000 neue Corona-Infizierte bei ca. 165 Toten pro Tag. Viel mehr als letztes Jahr um die gleiche Zeit. Und erst 2 Mio. Menschen wurden „geboostert“, wie es jetzt so schön heisst. Und was passiert? Genau genommen einfach nichts. Denn Frau Merkel macht ihre Rundreise zur eigenen Verabschiedung vom Kanzlerinnenamt, neben ihr Herr Scholz als Kanzler-to-be. Und im Hintergrund das ganze Kabinett, welches weiß, dass es für das grandiose Mismanagement ohnehin nie mehr zur Rechenschaft gezogen wird. Da überlässt man es doch gerne der Nachfolge-Regierung vielleich doch wieder kurz vor Weihnachten einen Lockdown zu verhängen oder die Silvesterböllerei abzusagen – nicht nur, weil man sich dabei anstecken kann, sondern natürlich weil sämtliche Tiere nervlich belastet werden und dann auch noch vollständig überflüssige klimaschädliche Stoffe in unsere Luft und später in die Atmosphäre gelangen.

Kanzlerin Merkel hat übrigens jetzt das Jahrzehnt des Klimaschutzes ausgerufen. Sehr merkwürdig! 1992 schon hat das Erdwesen alle Fakten, die heute zum Teil immer noch belächelt werden dazu auf dem Tisch gehabt und bis heute, nach der Ära Kohl, Schröder, Merkel wurde niemal etwas unternommen. Aber nun kommt die „Dekade des Klimarettens“.

Ich denke, es wird wohl eher eine neue Dekade des Geldmelkens der eigenen Untertanen, diesmal eben „zum Wohle des Klimas“. Wir dürfen gespannt sein, ob es dieses Jahr wirklich Weihnachtsmärkte geben wird und nicht wieder erst im März Kalender für dann 2022 zu kaufen sein werden. Es wäre ein falsches Signal, so wird derzeit noch gerufen, denn ein Lockdown wie im letzten Jahr zeigt auch, dass der ganze Impfstress vom Prinzip her ganz umsonst war. Wer ist Schuld? Die 2 Mio. über 65 Jährigen die sich immer noch nicht haben impfen lassen? Und was nun plötzlich auch publik wird, ist offenbar die Tatsache, dass die Corona-Schutzimpfung gar nicht davor schützt, an Corona zu erkranken und dann den Virus weiter zu geben! Aber Impfdurchbrüche soll es nur 2 mal auf 1000 Geimpfte geben.

Aha.

Es ist schwierig überhaupt noch herauszufinden, was wahr ist oder eventuell wahr sein könnte. Wenn es stimmt, dass man weiterhin in jedem Falle an Corona erkrankt, halt nur nicht mehr so schwerwiegend, dann ist die Impfung wirklich Schwachsinn für jene, die schon Corona hatten. Dann wird es bei dem Corona-Virus ganz genauso sein, wie beim Noro-Virus. Da steckt sich das Erdwesen auch immer noch an, aber bei jedem Mal hat sie einen weitaus milderen Verlauf. Nach viermal Noro, kotzt man ein paar Stunden, während man mit dem Durchfall die Toilette am besten gar nicht mehr verlässt und liegt danach noch einen Tag im Bett, um sich wieder zu berappeln. Und das war dann Noro. Niemals ist jemand auf die Idee gekommen, eine Schutzimpfung gegen den Noro-Virus zu entwickeln, dabei kann der einen beim ersten Mal auch wirklich komplett umhauen, so dass so mancher dabei endgültig liegen bleibt.

Mich wunderte es nicht, wenn wir in 10 Jahren dann erfahren, dass die Corona-Impfung der größte Wirtschaftscoup des Jahrtausends war. Denn woher kommen jetzt noch die ganzen hohen Fallzahlen?? Und wenn wir jetzt wieder in den Lockdown gehen, dann liegt der Verdacht, auch in Europa ein Social Scoring nach dem Vorbild Chinas einzuführen, sehr nahe. Denn was hat die Überwachung des Einzelnen mehr voran gebracht als ausgerechnet der Coronavirus?

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Adri’s Traumflöte Sopran in Birnbaum

Vor langer Zeit, nach dem Besuch eines Trödelmarktes an den Weserwiesen der Münchhausen-Stadt hatte das Erdwesen eine ganze Reihe von gebrauchten Sopran-Blockflöten bei eBay erstanden.

Es gibt sehr unterschiedliche Bauweisen von Blockflöten für unterschiedliche Spielansprüche. Blockflöten, die per Beschreibung nichts (mehr) taugen bieten da eine kostengünstige Lösung, unterschiedliche Flöten von unterschiedlichen Herstellern zu testen. Dabei geht natürlich auch so einiges schief.

Eigentlich sollte die Mollenhauer Schulflöte in Birnbaum aus der Grundschule einen Ersatz bekommen. Durch diese Flöte waren die Ansprüche des Erdwesens an Flöten grundsätzlich geprägt, denn diese Flöte klingt noch heute einzigartig und trifft jeden hohen Ton, obwohl sie dafür als typisches Lerninstrument eigentlich nicht explizit gebaut wurde. Was lag also näher, als eine neue hübsch designte „Traumflöte“ von Mollenhauer gebraucht bei eBay zu erwerben? Der Preis war deutlich günstiger als für eine neue Flöte, aber leider erfüllte das Instrument so gar nicht die in es gesetzten Erwartungen. Der Klang war einfach nur stumpf und in der Höhe versagte sie kläglich. Nachdem sich das Erdwesen auch noch ein Exemplar von Hohner (unbrauchbar, aber immerhin sehr gut vom Verkäufer beworben!) und eine im Musikgeschäft von Kunath zugelegt hatte, hatte sie ausreichend Vergleichsmaterial. Die erste Kunath gab schlicht und ergreifend den Geist auf. Sie zersprang einfach gleich beim ersten Spielen und musste umgetauscht werden. Das zweite Exemplar erwies sich dann als deutlich robuster. Eltern kann ich diese Flöte für ihre Sprösslinge nicht empfehlen. Man muss schon arg taube Ohren haben, um bei ihrem zarten Gebrüll nicht irgendwann aus der Haut zu fahren. Sie ist wirklich unglaublich laut für eine Flöte, spielt sich jedoch sehr einfach, so dass mit falschen Tönen kaum zu rechnen ist, was natürlich auch von Vorteil sein kann, je nachdem, welcher Part der Tonleiter gerade dran ist.

Das Erdwesen kaufte für ein ohrschonenderes Üben dann eine no-name Flöte in der Rottenburgh-Bauweise in Ahorn. Die Beschreibung zeigte deutlich, dass der Verkäufer es wirklich ernst meinte mit dem Verkauf. Die Flöte wäre praktisch unspielbar, würde ständig heiser und so bekam das Erdwesen für sagenhafte 2,50 Euro plus Buchversand im offenen Umschlag die Flöte. Tatsächlich war nichts über den Ursprung der Flöte herauszufinden. Vielleicht irgendein Weihnachtsbundle von Aldi, wer weiß? – Tatsache ist aber, dass dies die wirklich rustikalste Flöte ist, die das Erdwesen je besessen hat. Drei Stunden Dauerspielen und mehr können ihr nichts anhaben – soviel zum Thema „heiser“. Manchmal sind abgelagerte und dann sorgsam neu angelernte Flöten wirklich besser als brandneue! Ihre Töne sind durchweg gerade, es entstehen keine Misklänge und sogar in der Höhe wird es nicht zu fiepig, sondern der Klang ist durchweg „robust“. Eine unfassbar gute Flöte (für 2,50 Euro)! Zwar wirklich kein feiner Klang, wie man es bei dieser Bauweise erwarten könnte, aber super für die meisten Irish Folk-Stücke und absolut ohrschonend dazu.

Nachdem also das Erdwesen „ihre“ neue Sopran nur halb gefunden hatte, stapfte sie ins sauberste Musikhaus der Stadt (inzwischen wurde das andere auch geputzt) und erstand eine Moeck Rottenburgh in Grenadill. Ja Leute, dass ist das Holz, was inzwischen durch das CITE-Abkommen für Artenschutz gar nicht mehr verbaut werden darf und wenn, dann eben Deutschland nicht mehr verlassen darf. Fast wie Elfenbein. Aber lasst Euch vergewissern: Durch Flötenbau ist noch kein tropischer Regenwald eingegangen und das wird auch in Zukunft nicht passieren. Die Menge, die für Flöten weltweit draufgeht, ist so verschwindend gering, dass man den Holzinstrumentenbau beim Artenschutzabkommen einfach als Ausnahme vergessen hatte. Sehr zum Leid derer, die den krassen Sound solcher Instrumente mögen und die Langlebigkeit des Holzes schätzen.

Die Moeck Rottenburgh in Grenadill ist eine Soloflöte mit einem extrem lieblich-süßen Klang. Auffällig ist, wie wenig Luft man benötigt, um ihr Töne zu entlocken, die ihrerseits jeweils über ein enormes Klangspektrum verfügen. – Nunja. Keine Ahnung, wie das Experten ausdrücken, aber die Rottenburgh ist mit Sicherheit eine der besten Blockflöten der Welt. Das Erdwesen beherrscht es zwar nicht, aber es ist nicht anzunehmen, dass es noch viele andere Flöten gibt, mit der man in solcher Geschwindigkeit Töne hervorzaubern kann. Einzig und allein der „Ohrenschmaus“ ist recht üppig, so dass zumindest dem Erdwesen gelegentlich die Ohren klingeln, was allerdings sehr vom Raum abhängig ist, in dem der Auftritt erfolgt! Birnbaum oder Ahorn sind da deutlich angenehmer, wenn man es wieder mal übertreibt, weil man unbedingt heute noch die kompletten Notenbücher durchschauen muss. Nun kann man stattdessen natürlich mit einer Tenor üben oder eine Alt entfremden, aber das ist natürlich alles etwas anderes. Also geschah erstmal nichts.

Und dann flatterte er doch noch digital herein: Der Mollenhauer-Newsletter. Vor Corona hatte das Erdwesen immer auf eine Gelegenheit für eine Dienstreise nach Frankfurt/Main gewartet, um kurz in Fulda anzuhalten, ins Gewerbegebiet zu Mollenhauer durch die halbe Stadt zu laufen, um dort im Shop eine ganz normale B-Ware Birnbaum-Sopran zu erstehen. Aber die Dienstreisen fanden stets andernorts statt! Und dann kam der erste, zweite, dritte… Lockdown.

Der Mollenhauer-Newsletter verwies nun auf den Mollenhauer-Shop in dem tatsächlich auch B- und Auslaufware, die nach meinem Wissen bislang nur vor Ort verkauft worden war, angeboten wurde. Kann gut sein, dass – der Shop unterlag ja ganz gewiss dem Lockdown, denn dort kann jeder die Flöten ausgiebig vorm Kauf testen – sich inzwischen so viel Ware angesammelt hatte, dass sie nun doch beschlossen, sie online zu verkaufen. Das Erdwesen ergriff also die Gunst der Stunde und probierte es mit einer neuen Adri’s Traumflöte in Birnbaum als B-Ware. Wenn auch diese Flöte so schlecht im Klang wäre, wie die erste von eBay, dann müssten wirklich alle Rezensionen im Internet gefaked sein und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich ohnehin immer zuletzt.

Gestern traf nun die B-Ware Traumflöte in der Einfachlochausführung für die barocke Griffweise ein. Das verwunderte mich. Ich hatte immer angenommen, barocke Griffwweise bedingt die Doppelloch-Ausführung, aber da hatte ich wohl nicht genau genug hingeschaut, denn Adri’s Traumflöte gibt es sowohl als auch. Mir solls recht sein. Bei keltischer Musik ist ein tiefes Cis wirklich die Ausnahme und es ist ja durchaus möglich (…), ein ganzes Loch nur halb zu schließen. Vor allem, wenn die Löcher so enorm groß sind wie bei dieser Flöte.

Vom äußeren Erscheinungsbild fiel schon auf, dass die Flöte nicht so hübsch war, wie die mit dem furchtbaren Klang von eBay, die das Erdwesen zwischenzeitlich allerdings auch schon wieder verkauft hatte. Gerade preiswertere Flöten können sehr unterschiedlich ausfallen. Klingt ein Exemplar engelsgleich, kann eine andere ein wahrer Brülltüten-Mutant sein. Genau das hat das Erdwesen mal bei einer Waldorf-Edition erlebt… aber das ist ein anderes Thema.

Die Traumflöte zeichnet sich durch den Kontrast zu den zwei dunkel gebeizten Ringen zum Flötenrohr aus und besteht aus nur zwei Teilen. Bei denen sieht man deutlich, dass die irgendwie nicht farblich harmonieren. Während das Tonrohr (ja, wie mag der Fachbegriff lauten??) wirklich „fabrikneu“ und tatsächlich nicht eingeölt, sondern regelrecht stumpf wirkte, machte das Mundstück den Eindruck als sei es schon wer weiß wie lange ohne jede Pflege in Gebrauch. Nun – nicht Jahre, aber doch deutlich benutzt. So klappte dann auch das Zusammenstecken äußerst leicht! Das ist wirklich ungewöhnlich bei einer neuen Flöte. Die beiden Teile waren wirklich keine Einheit. Und dann der Hammer!

Schon beim ersten Ton war klar, dass das ein wirklich fantastisches Mundstück ist, welches offenkundig auch kaum noch eingespielt werden muss. Unglaublich! Beim Spielen vibriert die komplette Flöte, ganz anders als die Rottenburgh mit ihrem zwar zierlich wirkenden aber doch sehr stabil gearbeiten Rumpf und den geradezu winzigen Tonlöchern, die den Klang geradezu „festhält“ und ihn erst danach wohlgeformt in die Welt schickt. Diese Mollenhauer-Flöte hat jetzt tatsächlich das Potential, eine Traumflöte zu werden. Manchmal hat es eben auch Vorteile, wenn Reste zusammengebracht werden, da erst kombiniert doch etwas ziemlich perfektes ergeben.

Das Tonrohr habe ich inzwischen eingefettet. So kann es nachdunkeln und „altern“ bis es zum Mundestück besser passt. Das ist das gute an Holz. Es verändert sich ständig und vom Klang her kann man es trainieren. Training braucht definitiv da hohe a. Da muss sich das Erdwesen konzentriert zusammenreißen, um das anständig hervor zu bringen. Ich denke aber, dass ist bei den meisten Flöten der unteren Preisklassen ganz normal. Hier ist es vielleicht noch etwas schlimmer, weil die Traumflöte mit sehr viel Luft gut auskommt und da wäre es falsch, einfach nur noch kräftiger zu pusten, statt vorher den Ton exakt anzuformen (auch dafür mag es Fachbegriffe geben). Es gilt also fortan, ungewolltes Quietschen zu vermeiden, aber hey Leute – ich trällere damit ja auch erst den zweiten Tag! Der Hund findet allerdings weiterhin die Querflöte mit Palisandermundstück am angenehmsten…

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Klewe, Sabine / Conrath, Martin: Das Geheimnis der Madonna (2007, 220 Seiten)

Klewe, Sabine / Conrath, Martin: Das Geheimnis der Madonna (2007, 220 Seiten)

„Das Geheimnis der Madonna“ gehört zur Reihe der Hansekrimis. Offenbar handelt es sich alles samt um Krimis, die zur Blütezeit der Hanse in den jeweiligen Städten spielen. Dieser Krimi beginnt in der Brüderkirche in Lippstadt, wo durch „Pfusch am Bau“ durch Zufall eine eingemauerte Leiche entdeckt wird, die drei 10 Jahre alte Münzen bei sich hatte. Doch wer ist der Tote und warum wurde er ausgerechnet hier lebendig begraben?

Sabine Klewe und Martin Conrath führen die Leserschaft geschickt durch die Straßen des alten Lippstadt, welches sie schlicht „Lippe“ nennen. Stilistisch spielt die Geschichte im Jahr abwechselnd im Jahr 1338 und im Jahr 1348. Beide Handlungsstränge entwickeln sich unabhängig voneinander fort, bis tatsächlich im Jetzt des Jahres 1348 die Wahrheit ans Licht dringt. Dabei stehen historische Details offenkundig im Vordergrund, um das Leben zur Blütezeit der Hansestädte eindrucksvoll zu schildern.

Es ist ein gelungenes Buch, welches mit interessanten Erkenntnissen aus damaliger Zeit aufwartet. Das Erdwesen wusste beispielsweise noch nicht, dass zu dieser Zeit die Stunden im Sommer und im Winter tatsächlich unterschiedlich lang waren, da man das Tageslicht als Maß nahm, während die darin enthaltene Anzahl an Stunden gleich blieb.

Ob das Buch tatsächlich „nah am damaligen gesellschaftlichen Puls der Zeit“ geschrieben ist, vermag das Erdwesen nicht zu sagen. Ihr fiel beim Lesen lediglich auf, dass die Frauen damals nicht weniger oder mehr emanzipiert waren als heute. Die Autoren widmen sich keinem besonderen gesellschaftlichen Thema, wie dies in historischen Romanen durchaus üblich ist. Das macht das Buch an sich recht „modern“ und schnell zu lesen. Dazu kommt der recht einfach gestrickte Kriminalfall, den es zu lösen gilt und der einen insgesamt guten Unterhaltungswert besitzt.

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Bertram, Gerit: Die Goldspinnerin (2010, 510 Seiten)

Bertram, Gerit: Die Goldspinnerin (2010, 510 Seiten)

Nach dem Ausflug zu Kelten und Römern, was läge da näher, als zurück zu kehren in die bedeutende Hansestadt Lübeck und in das Jahr 1396? – Das ist natürlich eine heftige Kombination. Wie schneidet ein Buch ab, nachdem man gerade eines gelesen hat, welches „perfekt“ ist und ein anderes, welches das alte Lübeck bereits grandios zum Leben erweckte?

Und da sind wir auch schon bei den Besonderheiten dieses Buches, denn in Wirklichkeit handelt es sich bei der Autorin „Gerit Bertram“ um ein Autorenpaar, welches sich erst kürzlich übers Internet zusammengefunden hat und bei dem es sich um eine Frau und einen Mann handelt. Leider wusste das Erdwesen um diesen Sachverhalt schon bevor sie das Buch las und das führte dazu, dass sie bestimmte Passagen klar der Autorin und andere klar einem männlichen Autor zuordnen konnte. Die Handlung ist stets kurzweilig und baut gut aufeinander auf, erscheint jedoch oftmals nicht stringent. Zwar haben wir es hier irgendwie mit einem Kriminalfall zu tun, tatsächlich läuft das Buch aber nur unter „Historischer Roman“ und das trifft es wohl auch besser, denn der Kriminalfall wirkte zumindest auf das Erdwesen in Teilen sehr konstruiert, zwar absolut nachvollziehbar aber die Intention der handelnden Personen bleibt in Bezug auf die erzählte Geschichte zu oft schleierhaft.

Nichts desto trotz ist es eine gute und äußerst kurzweilige Geschichte, die jedoch in Teilen aussieht wie die Gegenwart (Deutschlamd als Drehscheibe des international Menschenhandels zum Zwecke der Prostitution) und ein andermal abdriftet in eine Art Märchenwelt mit einer polnischen Prinzessin, die hier eher weniger gut bekannt ist, aber dennoch eine historische Persönlichkeit von besonderem Rang darstellt. Da es müßig wäre, die fadenscheinige Story nachzuerzählen, beschränkt sich das Erdwesen auf das, was wirklich gelungen ist und was dieses Buch ausmacht, denn auch hier wird die Welt nicht aus dem Blick der Reichen und Schönen gezeigt, sondern aus dem Blickwinkel der Benachteiligten und Armen, die in diesem Falle aber für Erdwesens Geschmack doch auf etwas zu einfache Art und Weise letzlich zu einem sehr guten Auskommen gelangen und in einem „alles-ist-gut-Ende“ landen.

Gut dargestellt wird beispielsweise die gesellschaftliche Stellung der Familie des Scharfrichters (hört, hört: es gab im Mittelalter „Schandfarben“) und des Bruders der Hauptdarstellerin, der als Narr durch die Lande zieht und sein Geld verdient. Nie zuvor hat sich das Erdwesen Gedanken gemacht, wie das alltägliche Leben ausgerechnet eines Narren ausgesehen haben könnte. Auch dem Spökenkieken und gesellschaftlichen Leben wird angemessen Tribut gezollt.

Alles in allem wirkt das Buch in seiner Gesamtheit jedoch nicht sehr glaubhaft, obwohl das Buch perfekt recherchiert ist und zumindest in dieser Hinsicht dem Buch von Derek Meister in Nichts nachsteht. Teilweise befinden wir uns hier sogar an den gleichen Lübecker Schauplätzen. Während es Meister jedoch schafft, eine stimmige Atmosphäre über sein gesamtes Buch zu legen, so fallen hier immer wieder Episoden aus dem Rahmen und dessen, was angemessen ist. Weshalb wird die Hauptdarstellerin beispielsweise im Kerker vergewaltigt, obwohl weder der Vergewaltiger noch die Tatsache an sich im weiteren Buch aufgegriffen wird. Also ist es alles in allem eine vollständig überflüssige Darstellung, die (wie so oft bei mittelalterlichen Vergewaltigungen) nichts zur eigentlichen Geschichte beiträgt.

Es ist schade, denn sämtliche Charaktere werden tadellos ins Szene gesetzt. Die Atmosphäre wird immer wieder erneut anschaulich gestaltet. Aber bei Dialogen fängt es leider schon an. Einige, wenngleich wenige Dinge passen nicht. Man kann sich nicht erklären, warum das nun so und nicht anders gesagt wird. Vielleicht hätte man bestimmte Kleinigkeiten auch einfach ganz weglassen können. Dabei wird das Buch keinesfalls langatmig. Es ist eher so, dass das Autorenduo etwas zu viel zu erreichen hofft (?) und dabei die Abfolge der Ereignisse und die Schlussfolgerungen, die eigentlich der Leser ziehen können sollte, zu sehr ins Hintertreffen geraten. Fast wirkt es so, als seien Episoden wirlich sehr ausgefeilt und perfekt zu Ende geschrieben worden, um dann arglos aneinander gereiht zu werden. Dadurch kommt es zu atmospährischen Brüchen und die Gesamtdarstellung leidet. Beim Lesen bemerkt man das daran, dass man das Buch beliebig oft weglegen und wieder einsteigen kann.

Es ist keinsfalls ein nicht-lesenswertes Buch, aber dem Autorenduo mangelt es offenkundig an Erfahrung, einzelne Inhalte besser mit einander in Einklang zu bringen und zu straffen, d. h. in diesem Falle, weniger auszuformulieren und es mehr dem Lesenden zu überlassen, Schlussfolgerungen zu ziehen.

Bleibt die abschließende Frage, warum das Buch nun ausgerechnet den Titel „Die Golspinnerin“ bekam, denn dieser Spinnerei wird im Buch keine besondere Bedeutung beigemessen. Es bleibt dabei, dass es sich bei Christin, der Hauptperson um eine talentierte Goldspinnerin handelt, deren Fokus jedoch auf Heilung liegt. Sie übt den Beruf der Goldspinnerin im gesamten Werkt nicht weiter aus, da sie auf der Flucht vor ihren Häschern ist, weil sie zum Tode verurteilt wurde, da sie ihren Mann umgebracht haben soll. Warum das mit der Goldspinnerei aber nun etwas besonderes ist, weil ja so gut wie alle Frauen damals mit Spinnen beschäftigt waren, bleibt das Geheimnis der Autoren und ist wohl eher einem guten Marketing geschuldet, denn an Berufen für Frauen hat man bei den historischen Romanen ja inzwischen so ziemlich alles durch, was man in einem erinnerbaren Titel unterbringen könnte.

Der Tiefpunkt für das Erdwesen war dann leider der letzte Abschnitt. Eigentlich eine prima Sache, aber nur wenn die Leserin das auch ad hoc versteht. Das Erdwesen stand leider komplett auf dem Schlauch und musste erstmal in sich gehen. Aber da sie mit den Schandfarben des Mittelalters eben nicht sonderlich vertraut ist, begriff sie den Schluss erst nach kurzem Nachdenken. Dabei ist es wirklich ein toller Gedanke und wirkt in diesem Falle auch keinesfalls wie sentimentales Gedöns, sondern eher wie ein gesellschaftlicher Meilenstein und aus dieser Sicht ist das Buch dann auch wieder lesenswert.

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Kammerer, Iris: Varus (2008, 451 Seiten)

Kammerer, Iris: Varus (2008, 451 Seiten)

Hier kennt sich jemand richtig gut aus mit den alten Römern und Germanen. Obwohl das Buch den großen Titel „Varus“ trägt, könnte es genauso gut einen konkreteren Titel tragen, aber nichts macht so schnell deutlich, in welcher Zeit der historische Roman angesiedelt ist. Iris Kammerer berichtet von der Schlacht im Teutoburger Wald als wäre sie selbst dabei gewesen. Der Aufbau und die Taktiken des römischen Heeres gehen ihr ebenso leicht von der Zunge wie eine vortreffliche Beschreibung der römischen Gesellschaft in Germanien. Das Buch wird durch ein umfangreiches Nachwort abgerundert, welches noch einmal belegt, wie vertraut die Autorin mit den aktuelen Forschungsergebnissen zur Vausschlacht ist. Ebenso gibt es einen historischen Ablauf, ein Personenregister und Glossar.

Das Erdwesen hat schon eine ganze Reihe von Varus-Schlachten-Büchern, die im Zuge der Entdeckung des Schlachtfeldes bei Kalkriese einhergingen, gelesen. Doch mit diesem Buch haben wir ein ganz besonderes Buch vor uns, denn es geht hier gerade nicht um die hohen Feldherren, sondern geschildert wird die Schlacht aus den Augen des verwundeten Leginärs Annius, der seine letzten Dienstjahre aufgrund einer schweren Beinverletzung als Schreiber tätig ist. Karriere gemacht hat er nicht, jedoch seinen Dienst stets mit Zuversicht und Überzeugung verrichtet ohne dabei seine eigenen Ansichten aus den Augen zu verlieren. Er dient im römischen Heer und damit der richtigen Sache, aber er fragt sich auch, ob die Sache gelegentlich noch richtig ist und wie sein Leben aussehen soll, wenn er in wenigen Jahren aus dem Heeresdienst ausscheidet und er zurückkehrt in den warmen Süden, in das Land seiner Eltern.

Iris Kammerer beschreibt das Leben im Lager eindrucksvoll und flicht dabei so viele erforschte Details ein, dass einem aufgrund ihres großen Wissenschatzes beinahe Angst und Bange werden kann. Sie schreibt flüssig und ist schnell zu lesen. Es gibt keine auffälligen Dopplungen von Informationen und so ist man als Leserin in kürzester Zeit eingebunden in das römische Lagerleben und dem dort vorherrschenden Zeitvertreib, dem Würfelspiel. Bei genau so einem Würfelspiel gewinnt Annius eine junge Germanin, die er fortan Rufilla nennt, da er ihren germanischen Namen einfach nicht aussprechen kann.

Annius ist nicht der Mann, der sich per se dem Würfelspiel oder dem Weingenuss hingibt. Er ist ein überlegter Zeitgenosse und hat vor allem durch seine Verwundung ein gänzlich eigenständiges Bild vom Grauen des Krieges, von den Schlachten und auch von den Plünderungen. Er macht seinen Job, aber er reflektiert. So erscheint es ihm Unrecht, dass die junge Germanin ihrem Stamm geraubt wurde und nun, da sie jung und gutaussehend ist, ihre Dienste für lüsterne Männer des Heeres bereitstellen soll. So setzt er im Würfeldspiel mehr ein als er sich eigentlich leisten kann, aber weit weniger als tatsächlich ein solch vortrefflich unverbrauchtes Weib kostete und hat pures Glück. Er gewinnt das Spiel und der berüchtigtes Sklavenhändler, den darauf Hohn und Spott treffen, muss ihm die junge Germanin überlassen.

So findet sich Annius von jetzt auf gleich in einer Lage wieder, in der er besser nie gekommen wäre. Was soll er nun mit einem erreteten Mädchen, welches pure Angst vor ihm hat? Hat er doch kaum die Möglichkeit, sie als Sklavin so respektvoll zu behandeln, wie er es von seinen Eltern gelernt hat. Nachdem er eine Notunterkunft für das verschreckte Mädchen gefunden hat, schweigt er fortan gegenüber allen Kollegen zu seinem Würfelgewinn. Die ziehen ihn gehörig auf, nur sein Zimmergenosse hält sich etwas zurück, bleibt aber langfristig „dran“. Doch dann gibt es den Marschbefehl und die Probleme fangen erst so richtig an, ist er doch Fusssoldat, der in seiner Einheit marschiert und über keinerlei Vergünstigungen verfügt, abgesehen davon, dass er als kampfunfähig gilt, sich nur noch mit einem Kollegen ein Zelt teilen muss und oft als Schreiber von Offizieren geordert wird, was ihm einen gewissen Überblick verschafft, über den er freilich Stillschweigen zu bewahren hat.

Annius schafft es, seine Sklavin bei der Frau eines Kollegen und deren Tochter unterzubringen, damit sie im riesigen Tross, der das Heer begleitet, nicht verloren geht und so zumindest die Nacht über bei dem Sauwetter in einem Wagen verbringen kann. Aber so einfach ist das natürlich alles nicht, denn auch die junge Germanin erkennt, dass sie hier wohl einen etwas sonderbaren Herren erwischt hat, der sie zwar als Sklavin adressiert, sie jedoch gewähren lässt und sie gut versorgt. Sie fasst vertrauen und berichtet ihm trotz allem von einem Mord, der am Ufer eines Flusses passiert ist und der – so erfasst Annius aufgrund der protokollierten Sitzungen – sehr wohl mit einer germanischen Revolte aus dem römischen Heer selbst heraus einhergehen kann.

Rund um Annius spitzt sich die Lage zu. Der Verrat des Arminius tritt für ihn immer deutlicher zu Tage, aber Annius hat keine Möglichkeit das Wissen hierüber bei den Offizieren zu platzieren. Der Offizier, der ihm Glauben schenkt, hat selbst eine schwierige Stellung im Heer, da er aus gutem Hause kommt, aber selbst keine Erfahrung im Kampf hat. Wir dürfen uns also getrost einen Sommer vorstellen wie im Jahre 2021, wo das Wasser vom Himmel fällt und es schon gegen Mittag so grau ist, als ginge die Sonne unter.

Das Heer und der Tross winden sich durch den Morast und an einer besonders schmalen Stelle beginnen die unerbittlichen und grausamen Angriffe. Annius gerät durch seine Arbeit als Legionär, Schreiber und „guter Bekannter“ des Offiziers – eine aus seiner Sicht eher zweifelhaften Vorteil, denn es gilt Hierarchien zu beachten – mitten ins Angriffsgetümmel, wo er auch noch dafür sorgen muss, dass der kampfunerfahrende Offizier nicht untergeht. Der seinerseits erkennt Annius nicht wieder und sieht gleichzeitig ein, dass er keine Ahnung vom tatsächlichen Überleben hat. Die Nachrichtenübermittlung unter den drei Legionen wird immer schwieriger. Der ganze Zug ist so unglaublich in die Länge gezogen, dass man das übliche Voranschreiten mit dem Bau von temporären Lagern kaum noch aufrecht erhalten kann, weil dafür an bestimmten Stellen aufgrund der Sümpfe und Wälder schlicht kein Platz ist.

So zerreibt sich Annius also zwischen Pflichterfüllung, Hilfesbereitschaft und innerer Entschlossenheit, den Germanen die Stirn zu bieten. Annius schafft es, den Kontakt zum Tross, in dem sich seine germanische Sklavin befindet, für lange Zeit aufrecht zu erhalten, muss dann aber miterleben, wie die römischen Legionen regelrecht niedergemetzelt werden. Auch kann keine Rücksicht mehr auf seine Behinderung genommen werden und er wird auf seinen Wunsch hin wieder in die kämpfende Truppe eingegliedert. Da er aber weiterhin auch als Schreiber angefordert wird, landet er irgendwann direkt im obersten Heerlager im Zelt von Statthalter Varus. Dieser entscheidet sich für den Selbstmord, den Annius nicht so recht billigen kann, denn Varus hat sich mit Annius Unterstützung (nur für den Fall, dass der Tod wider Erwarten nicht schnell genug einträte) mit dem von Arminus geschenkten Dolch entlaibt. So tauscht Annius Dolch gegen Schwert und begibt sich, wie von Varus vor seinem Selbstmord beauftragt, mit den Nachlass-Papieren des Varus zurück in Richtung Rhein, gleichwohl wissend, dass nicht nur das komplette Heer, sondern auch der gesamte Tross so gut wie vollständig zerrieben wurde.

Jedoch gibt es sehr wohl Überlebende des Tross, denn die zurückhaltende Frau des Kollegen, bei der er Rufilla untergebracht hatte, ist bei vielen Zivilisten als Vorbild anerkannt. Es gelingt ihr, ihre Tochter und die Germanin aus dem schlimmsten Gemetzel heraus zu lösen und Abstand von der Schlacht zu gewinnen. Die Germanin, eine Brukterin, ist nicht mehr weit entfernt von ihrem Zuhause und so gelingt es dem kleinen Häuflein Menschen, unter ihnen vor allem Prostituierte und Freigelassene, unter ihrer Führung tatsächlich ein befestigtes Lager der Römer an der Lippe zu erreichen. Die Germanin wartet dort auf Annius, denn dieser hatte ihr nicht nur versprochen, sie wieder bei ihrer Familie abzuliefern, sondern ihr auch einige Wachstafeln überreicht, die ihr gestatten – sollte ihre Familie nicht mehr leben – zu seinen Eltern nach Italien zu reisen und dort wie ein Kind des Hauses aufgenommen zu werden. Was aber soll sie in in einem fernen Land mit ihren geringen Sprachkenntnissen ohne Annius?

Zum Glück endet in diesem Buch trotz der Schlacht und der vielen Toten, alles gut für die beiden und eine lange Zeit später treffen sich in glücklicher Fügung die junge Germanin Thiudgif und der römische Legninär Annius tatsächlich in einem der befestigten römischen Lager, wo Annius endlich Kunde bringen kann, von dem ehrenvollen Selbstmord des Varus durch sein eigenes Schwert und dem gnadenlosen Untergang der drei Legionen bei der Schlacht am Teutoburger Wald.

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